12. September 2008

Fahrbericht Megane Renault Sport 2.0 dCi Sparsame GTI-Alternative

Der Megane Renault Sport
Der Megane Renault Sport © Foto: AG/Flehmer

Die sportliche Abteilung von Renault bietet mit dem Megane eine reizvolle Alternative zum Golf GTI. Mit dem Selbstzünder ist man sportlich und relativ sparsam zugleich unterwegs, allerdings erreichen die Preise GTI-Niveau.




Von Thomas Flehmer

Das Gejammer in der sportlichen Abteilung bei Renault ist derzeit groß. Der als Hoffnungsträger zu den Franzosen zurückgekehrte Fernando Alonso kann die Erwartungen in der Formel 1 nicht erfüllen. Abgeschlagen muss man die Konkurrenz enteilen lassen. Ein paar Klassen tiefer sieht es auf den ersten Blick nicht anders aus. Doch der erste Eindruck trügt. Denn das Topmodell der Megane-Reihe kann auf anderen Gebieten punkten.


Wohlfühl-Charakter bei Tempo 200

Während der VW Golf GTI ebenso mit 240 PS ausgestattet ist wie zum Beispiel der Mazda3 MPS, verfügt der Megane Renault Sport mit einem 2.0 dCi über «lediglich» 127 kW/173 PS. Dass damit kein Rennen gegen die Mitbewerber zu gewinnen ist, ist klar. 8,3 Sekunden benötigt der Franzose für den Sprint zur 100 km/h-Marke. Da sind die anderen schneller. Doch diese 8,3 Sekunden vergehen im Innenraum wie im Flug.

Sehr zügig zieht der 1,5 Tonner nach einem kleinen Turboloch an. Für die ganz großen Racer reicht das nicht aus, aber die breite Masse kann sich mit dem Schub anfreunden. Auch auf der Autobahn bleibt der Renault bereits bei 220 km/h stehen, während die Konkurrenten ihre Höchstgeschwindigkeit noch rund 30 km/h weiter austesten können. Doch selbst ein Tempo 200 reicht für den 4,23 Meter kurzen Megane völlig aus, um sich wohlzufühlen.

Sportliche Kleinfamilie

Sportlich eingerichteter Innenraum
Sportlich eingerichteter Innenraum © Foto: AG/Flehmer

Und wohl fühlen kann man sich sehr gut. Der Innenraum ist sportlich eingerichtet. Gleich beim Einsteigen fällt die rote Naht auf dem Lederlenkrad auf, die die Nullstellung markiert. Ansonsten versprühen viele Chromelemente sowie die Pedalerie in Aluminium sportlichen Reiz. Und auch die Sport-Ledersitze weisen auf den dynamischen Charakter des kleinen Sportlers hin. Aufgrund des harten Sportfahrwerks, das optional für 1100 Euro angeboten wird, müssen dann beim Sitzkomfort Abstriche gemacht werden - es ist halt ein kleiner Sportwagen, der gesteuert wird.

So ist der Platz im Fond auch begrenzt, der Einstieg im Dreitürer fällt nicht unbedingt leicht. Immerhin können die 330 Liter Kofferraumvolumen einen Buggy für Kleinkinder aufnehmen. Denn auch die Kleinfamilie kann sportlich unterwegs sein, auch wenn das Fahrwerk sportlich straff ist, die Beifahrer ein wenig Komfort vermissen und so schnell wie möglich hinter das Lenkrad möchten. Denn es macht einfach Spaß, den Megane Renault Sport zu steuern.

Passabler Verbrauch, hohe Preise

Attraktive Pneus müssen natürlich aufgezogen werden
Attraktive Pneus müssen natürlich aufgezogen werden © Foto: AG/Flehmer

Zwar ist die Lenkung ist etwas zu schwammig, aber das tut dem sportlichen Charakter keinen Abbruch. Der Selbstzünder lässt Platz für ambitionierte Fahrten. Allerdings muss man aufpassen: der Platz zwischen dem Gas- und Bremspedal ist nicht gerade üppig zu nennen, so dass der Schuh häufiger etwas hängen bleibt. Wer nicht nur aufs Rasen aus ist, kommt auf der Autobahn auch mit 6,9 Liter aus, wenn er schnellen Passagen um die 200 km/h auch mal Tempo 150 folgen lässt. In der Stadt sind zwischen 7,5 und 8,5 Liter nötig - ganz passabel für einen Sportler.

Nicht ganz so passabel sind die Preise. Während der 224 PS starke Benziner bei 25.200 Euro beginnt, startet der von uns getestete dreitürige Diesel 800 Euro später. Das sind schon Golf GTI-Dimensionen. Ein Absenken der Kosten verspricht der anstehende Modellwechsel beim Megane, dem auch wieder eine Version aus dem Haus Renault Sport zur Seite gestellt wird. Oder man wartet auf das neue Modell, das rein optisch schon neue Dimensionen verspricht. Und dann kommen Golf und MPS auch wieder in Reichweite.






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