21. Mai 2010

Fahrbericht Renault Mégane CC Flottes Glashaus

Der neue Renault Megane CC
Der neue Renault Megane CC © Foto: Renault

Renault erweitert das Angebot der neuen Megane-Reihe. Das Coupé-Cabriolet kommt harmonischer daher als das Vorgängermodell.




Von Axel F. Busse

Zielstrebig frischt Renault sein Modellangebot in der Baureihe Mégane auf. Nach Coupé und Fünftürer, zwei Scénic-Typen und dem Grandtour ist das Cabriolet die sechste Aufbauvariante des französischen Kompaktklässlers. Ab Mitte Juni wird das mit dem Kürzel "CC" ausgestattete Coupé-Cabrio für mindestens 24.950 Euro in Deutschland zu haben sein.


21 Sekunden bis zur Glücksseligkeit

Um nicht hinter einmal Erreichtes zurück zu fallen, entschied man sich wieder für ein Glasdach. Es ist größer als das des Vorgängers und bringt somit viel Helligkeit in die Passagierkabine, aber auch zusätzliches Gewicht fällt an und obendrein wird der Fahrzeugschwerpunkt erhöht. Was das Tempo des Öffnens und Schließens angeht, befindet sich das Renault-Produkt mit 21 Sekunden im konkurrenzfähigen Bereich.

Auf eine Fähigkeit müssen die Insassen allerdings verzichten: Während der Fahrt ist ein Öffnen oder Schließen nicht möglich. Die Sonnenhungrigen müssen also den Himmel gut im Auge behalten, damit sie nicht von einem plötzlichen Schauer überrascht werden.

Freundlichere Linienführung

Die Linienführung ist freundlicher und harmonischer als die des Vorgängers, das Auto misst 13 Zentimeter mehr in der Länge und 3,4 Zentimeter in der Breite. Damit sich die Einsteigenden an der stark geneigten Frontscheibe keine Blessuren am Kopf zuziehen, wurde der Querträger des Scheibenrahmens um 6 Zentimeter nach vorn versetzt. Eine Plexiglasscheibe zwischen den hinteren Kopfstützen, die Verwirbelungen minimieren soll, ist im Serienumfang enthalten. Ein Windschott zur Montage hinter den Vordersitzen wird mit 290 Euro extra berechnet.

Die vorn Sitzenden sind nicht nur von einer wertig anmutenden Innenausstattung mit angenehmen Oberflächen umgeben und genießen ein gutes Raumgefühl. Der Fahrer kann auch auf einer 24 Millimeter langen Verstellschiene seine optimale Sitzposition finden. Sitzt er gern weit weg von den Instrumenten, geht das zu Lasten der Bewegungsfreiheit eventuell hinten Sitzender. Denn trotz des Gewinns an Außenlänge kam hinter den Frontsitzen davon nicht viel an.

Pfiffige Belade-Lösung

Vorbildlich gelöst ist das für diese Fahrzeuggattung typische Beladeproblem bei geöffnetem Dach. Oft schrumpft das Gepäckfach nicht nur erheblich (beim Mégane um fast die Hälfte), sondern auch die Zugriffsmöglichkeiten schwinden, denn die eingeklappten Dachteile lassen nur einen schmalen Spalt zum Kofferraum frei.

Dank einer bis auf 59 Zentimeter über dem Boden herunter geschraubten Ladekante - so flach sind nicht mal viele Kombis gebaut - bleibt den Mégane-Reisenden genug Platz, um Sonnenbrille oder Fotoapparat heraus zu fischen.

Vier Benziner, zwei Diesel

Mit einem Angebot aus vier Benzin- und zwei Dieselmotoren startet das neue Cabrio in den Markt. Für den knapp unter 25.000 Euro platzierten Einstiegspreis bietet Renault einen 1,6 Liter großen Benziner, der 81 kW/110 PS abgibt. Die weiteren Leistungsstufen von 96 kW/130 PS, 103 kW/140 PS und 132 kW/180 PS lassen Raum für individuelle Bedürfnisse. Die Selbstzünder schöpfen ihre Kraft aus 1,9 und zwei Liter Hubraum und leisten 96 kW/130 PS und 118 kW/160 PS.

Bei der gefahrenen Version handelte es sich um den Zwei-Liter-Diesel, der mit recht ordentlichen 380 Nm Drehmoment anschiebt. Obwohl das Cabrio rund 160 Kilogramm Mehrgewicht als ein Coupé zu stemmen hat, zeigte der Diesel im Test keine Schwächen. Laut Datenblatt soll die maximale Durchzugskraft ab 1750 U/min mobilisiert werden, doch auch schon ab 1500 U/min steht genügend Power zur Verfügung, um zügig in Fahrt zu kommen.

Niedertouriger Fahrstil

Das hat zur Folge, dass sich sehr schnell ein niedertouriger Fahrstil einstellt. Der dritte Gang zum Beispiel ist eine Allzweckwaffe, die ohne Bedenken von 30 bis 130 km/h eingesetzt werden kann. Während der Motor bis auf den für einen Diesel etwas fremden Klang und gelegentliches Singen des Turboladers eine erfreulich unauffällige Vorstellung bot, konnte die sehr komfortable Abstimmung des Fahrwerks die Erwartungen an einen sportlich-dynamischen Auftritt nicht erfüllen. So gesehen ist das Mégane Cabrio eher ein Cruiser als ein Kurvenjäger.

Dazu passt auch der Testverbrauch von glatt sieben Litern, der nur unwesentlich über dem Normwert lag. Wer etwas mehr Härte und etwas weniger Seitenneigung in Kurven mag, kann an der GT-Version des Modells Laguna sehen, dass Renault-Ingenieure auch diese Disziplin beherrschen. (mid)






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