12. Dezember 2007

Fahrbericht «Die 2» aus Frankreich

Renault Clio Grandtour (li.) und Grand Modus
Renault Clio Grandtour (li.) und Grand Modus © Foto: Renault

Renault hat den Modus und den Clio lang gemacht. Während beim Modus der Längenzuwachs absoluten Sinn macht, ist der kleine Kombi eher dem Zeitgeist geschuldet.




Von Thomas Flehmer

Die Überraschung war gelungen. Unter den Klängen der Titelmelodie der erfolgreichen Fernsehserie «Die 2» sowie einer eigenen Interpretation des Vorspanns mit den neuen Modellen gaben der Renault Clio Grandtour und der Grand Modus ihr Stelldichein. Die auf gemeinsamer Plattform basierenden Kleinwagen bilden trotz ihrer Verschiedenheit eine ebenso große Symbiose wie die beiden Freizeitdetektive mit dem losen Mundwerk.


Identisches Fahrwerk

Die französischen Zwei weisen identische Fahrwerke, gemeinsame Hinterachse und Stoßdämpfer sowie das gemeinsame Motorenangebot auf. Wichtigste Gemeinsamkeit ist aber der Längenzuwachs.

Für den Erfolg des Modus ist die große Version besonders in Deutschland enorm wichtig. Immerhin bedeutete der Minivan bei seiner Markteinführung vor drei Jahren eine «Wiederkehr zu qualitativ höherwertigen Fahrzeugen», wie Renault-Produktmanager Florian Hüttl sagt.

Dritte Seitenscheibe

An der kleinen Seitenscheibe lässt sich der Untershcied erkennen
An der kleinen Seitenscheibe lässt sich der Untershcied erkennen © Foto: Renault

Doch der fehlende Kofferraum im Basismodell, der bei lediglich 217 Litern aufgrund der fehlenden Breite nicht einmal die häufig zitierte Kiste Wasser aufnehmen konnte, ließ den erwarteten Erfolg des damaligen Neulings dahinschwinden. Beim 4,03 Meter langen Grand Modus, der 16 Zentimeter länger als der ebenfalls überarbeitete Modus ist, stehen jetzt ab 305 Liter zur Verfügung und der Raum sieht auch aus wie ein Kofferraum.

Zudem wurde der große Bruder mit einer dritten Seitenscheibe zur besseren Unterscheidung zwischen Modus und Grand Modus ausgestattet. Neue Scheinwerfer und Heckleuchten, eine neue Dachkonsole, Klapptische an den Rücklehnen der Fahrersitze und Kurvenlicht ist ebenfalls mit dabei. Dank des Längenzuwachses verfügt der Modus bei einem Radstand von 2,57 Metern - auch der Clio Grandtour weist diesen Wert auf - über ebenso viel Beinfreiheit wie das erfolglose Oberklassemodell Vel Satis.

Ausreichend Platz

Der Kofferraum des Grand Modus
Der Kofferraum des Grand Modus © Foto: Renault

Gar über 439 Liter Kofferraumvolumen verfügt der Clio Grandtour, die sich auf bis zu 1277 Liter ausweiten lassen, 23 Prozent mehr als bei der Limousine. Innen gleichen sich Limousine und Kombi wie eineiige Zwillinge. Dort wird dann der Unterschied zum Grand Modus sichtbar, der sein Innenleben dem Van-Segment verschrieben hat.

Unterschiede gibt es auch beim Fahrwerk. Hier ist der Clio Grandtour mit einer strafferen Vorstellung im Vorteil. Eigentlich ganz klar, da der Grand Modus durch seinen höheren Buckel ganz andere Ausmaße über den Asphalt transportieren muss. Das klappt gut, hat aber einen Schuss Lieferwagencharme mit an Bord.

Drei Benziner, drei Diesel

Der Clio Grandtour
Der Clio Grandtour © Foto: Renault

Keine Unterschiede gibt es bei der Auswahl der bereits bekannten Motoren. Drei Benziner und drei Diesel stehen zur Auswahl. Der 1.5-Topdiesel mit 76 kW/103 PS trieb unseren Grandtour flott, aber geräuscharm an. Bergan musste er aber viel Kraft aufbringen, um den 1,3 Tonner gefühlvoll durch die Serpentinen zu steuern.

80 Kilogramm leichter ist der Grand Modus, der auf unseren ersten Testkilometern den ebenfalls bekannten 1.2 16 V-Benziner mit 77 kW/100 PS unter der Haube hatte. Der große Modus agiert auch sehr fidel, leider fehlt ihm - im Gegensatz zum Topdiesel beim Grandtour - der sechste Gang.

18. Januar Marktstart

Das Cockpit des Renault Clio Grandtour
Das Cockpit des Renault Clio Grandtour © Foto: Renault

Mit 12.950 Euro gehen der kleine und der große Modus am 18. Januar in Deutschland an den Start, dem Grand Modus fehlt bei diesem Basispreis die Klimaanlage. Der Grandtour geht am selben Wochentag mit einem Einstiegsangebot über 13.400 Euro ins Rennen. Damit kostet der Kombi einen Aufpreis von 800 Euro im Vergleich zur Limousine. Wer bis Februar einen Kombi ordert, spart sich die Differenz.

Die von uns gefahrenen Modelle kosten in der Ausstattungsversion Dynamique 16.450 Euro für den Modus und stolze 19.850 Euro für den Kleinwagenkombi. Während der Grand Modus durch den verlängerten Kofferraum besonders deutschen Käufern attraktiver erscheinen wird, ist der Kombi des Clio dem Zeitgeist geschuldet und soll in Konkurrenz zum Peugeot 207 SW oder Skoda Fabia Combi treten.

Kleiner Dany de Vito

Kleiner Buckel auf dem Dach
Kleiner Buckel auf dem Dach © Foto: Renault

Dass die beiden Renault-Modelle nicht an den Charme von Roger Moore und Tony Curtis heranreichen, ist selbstverständlich. Der gewachsene Modus passt vom Aussehen her eher zu Dany de Vito, die langsam ansteigende und später abfallende Seitenlinie des Clio Kombi erinnert ein wenig an Anthony Quinn in einer Rolle als Kirchenangestellter von Notre Dame. Die Frage am Ende ist nur. Welcher der beiden Wagen soll die Rolle von Danny Wilde ausfüllen?






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