11. Mai 2007

Fahrbericht Clio Renault Sport: Ein bisschen wie Alonso

Clio Renault Sport F1-Team R27
Clio Renault Sport F1-Team R27 © Foto: Werk

Renault schwelt in der Vergangenheit. Nachdem Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso das Team verlassen hat, soll der Clio Renault Sport F1-Team R27 die glorreichen Zeiten aufrecht erhalten.




Von Thomas Flehmer

Nach zwei Weltmeistertiteln in der Formel 1 scheinen für Renault die erfolgreichen Zeiten in der Königsklasse des Motorsports zunächst beendet zu sein. Der Weltmeister Fernando Alonso wechselte den Rennstall und die beiden Boliden aus Frankreich konnten in den ersten Rennen der neuen Saison nicht ganz mithalten. Eine Reminiszenz an die vergangenen Tage bietet das Unternehmen nun mit dem Clio Renault Sport F1-Team R27.


Attraktives Zielflaggendesign

In Anlehnung an das aktuelle Formel 1-Auto bietet der auf der Basis des Clio Renault Sport entwickelte Kompaktsportler absolute Rennatmosphäre, die er auf einem Rennkurs im portugiesischen Braga deutlich unter Beweis stellen konnte. 145 kW/197 PS stehen zur Verfügung, um den kleinen Clio, der sich besonders durch das Zielflaggen-Design von seinen Brüdern unterscheidet, aus der Boxengasse auf die Rennstrecke zu katapultieren.

Nach 200 Metern müssen die Bremsen ihren ersten Dienst verrichten. Gut dosiert zügeln die belüfteten Bremsscheiben mit den auffallenden rot lackierten Vierkolben-Bremssätteln von Brembo, die Kraft des sportlichen Clio. Zunächst eine kleine Kurve, dann eine große Kurve, in die sich der kleine Sportler hervorragend hineindriften lässt.

«Diskreter Charakter» in niedrigen Drehzahlen

Liegt gut in der Kurve
Liegt gut in der Kurve © Foto: Werk

Dabei kommt dem Clio zugute, dass er um sieben Millimeter tiefer gelegt wurde. Zudem wurden die Federraten vorn um 27 und hinten um 30 Prozent gestrafft und die Stoßdämpfer härter abgestimmt, um die Kurvenfahrt den ambitionierten Insassen auch im richtigen Tempo zu ermöglichen. Fahrer und Beifahrer selbst werden in den Recaro-Schalensitzen optimal gehalten.

Nach einer weiteren Geraden folgt die Schikane. Für den Clio wirklich eine Schikane. Heruntergeschaltet in den zweiten Gang muss der Kleine schnell auf hohe Drehzahlen gebracht werden, um nicht den Anschluss zu verpassen. Renault nennt diese «kleine Pause» «diskreter Charakter». Erst bei 5550 U/min liegt das maximale Drehmoment von 215 Nm an.

Heckdiffusor saugt sich an

"Diskreter Charakter" in niedrigen Drehzahlen © Foto: Werk

Doch schnell legt der 2.0 16 V-Saugmotor seine Diskretion wieder ab, um sich den neuen Aufgaben auf der Mitte der Strecke zu stellen. Dank sehr kurzer Schaltwege spielt der F1-Clio schnell seine Stärken wieder aus und ist auch wegen einer erhöhten Verwindungssteifigkeit, die eine optimale Lenkung ermöglicht, bereit für die nächste lange Gerade. Die 100 km/h sind schnell erreicht, 6,9 Sekunden benötigt der Clio dafür.

Doch die Gerade ist nicht so lang, um die Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h zu erreichen. Da richtet selbst der aus der Formel 1 entnommene Heckdiffusor, der den Wagen per Unterdruck auf den Asphalt drückt und so einen Heckspoiler überflüssig macht, nicht viel aus.

Vergrößerte Spurweite

Attraktives Design
Attraktives Design © Foto: Werk

Denn schon heißt es wieder herunterschalten, um die nächsten schnell aufeinanderfolgenden Kurven zu bewältigen. Um die schnellen Richtungswechsel auch optimal zu meistern hat Renault die Verbundlenker-Hinterachse mit einem Querstabilisator mit 30 Millimetern Durchmesser ausgestattet. Auch die Spurweite wurde gegenüber dem normalen Clio vorne um 48 und hinten um 50 Millimeter vergrößert.

Eine letzte lange Kurve, dann ist die Zielgerade erreicht. An der Tribüne vorbei macht der mit verbreiterten Vorderkotflügeln und Lufteinlässen sowie Frontspoiler ausgestattete Formel 1-Zwerg eine gute Figur. Die Sondermetallic-Lackierung «Sirius-Gelb» leuchtet grell unter der portugiesischen Sonne.

21 Liter im Rundendurchschnitt

21 Liter im Durchschnitt pro Runde
21 Liter im Durchschnitt pro Runde © Foto: Werk

Ebenso grell erscheint auf dem Zielstrich ein Durchschnittsverbrauch von 21 Litern. Im normalen Alltagsverkehr sollen laut dem Hersteller 8,5 Liter reichen, was einen CO2-Ausstoß von 199 gr/km pro Kilometer bedeutet. Doch hat der Clio Renault Sport F1-Team R27 auf der Rennstrecke einen solchen Spaß bereitet, dass man auf der Straße den Kleinen so gut wie möglich an seine Grenzen führen möchte.






Mehr zur Marke Renault

Neue Strategie «Alliance 2022»Renault-Nissan-Allianz strebt in Richtung weltgrößter Autohersteller

Die Renault-Nissan-Allianz will bis 2022 14 Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Gemeinsam mit Mitsubishi sollen in diesem Zeitraum zehn Milliarden Euro an Synergien pro Jahr eingespart werden.


Trophy-Variante kommt 2018Renault enthüllt neuen Mègane RS

Renault schickt die neue Generation des Mègane RS ins Rennen. Der sportliche Kompakte erhält im kommenden Jahr noch eine leistungsstärkere Version zur Seite gestellt.


Studie SymbiozRenault verknüpft Auto und Wohnzimmer

Ausdrucksstarke Studie hat Renault in den letzten Jahren immer wieder gezeigt. Auf der diesjährigen IAA präsentieren die Franzosen gleich eine neue Ausrichtung des Mobils.



Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.