20. Januar 2010

Fahrbericht Nissan X-Trail 2.0 dCi Der Abseits-Profi

Der Nissan X-Trail
Der Nissan X-Trail © Foto: AG/Flehmer

Der Nissan X-Trail bleibt sich treu. Auch in der zweiten Generation steht der Alltagsnutzen über etwaigen Design-Trends.




Von Sabine Stahl

Völlig unbeeindruckt von kurzlebigen Modeerscheinungen wie einem dynamischen Blechkleid oder dem zunehmenden Verzicht auf Geländetauglichkeit, bahnt sich der Nissan X-Trail mittlerweile bereits in der zweiten Generation seinen Weg. Mit seiner robusten Optik und dem serienmäßigen Allradantrieb zählt der Japaner zu der Sorte SUV, der sich als eine alltagstaugliche Versionen eines echten Geländewagen verstanden wissen will. Der X-Trail ist mit dem leistungsstärksten Dieselmotor ab 32.920 Euro zu haben.


Gute Übersichtlichkeit

Die kantige Karosse des X-Trail entspricht zwar nicht dem neuesten Trend, doch bietet das eckige Blechkleid genau die Vorteile, die den SUV ursprünglich zu ihrer Popularität verholfen haben: gute Übersichtlichkeit, ein hohes Sicherheitsgefühl sowie ein üppiges Raumangebot. Fahrer und Beifahrer nehmen im Innenraum des 4x4-Fahrzeugs auf großen und bequemen Sesseln Platz und können sich über viel Freiraum freuen. Die konturierten Sitze sind allerdings etwas zu weich ausgefallen, was vor allem Rückengeschädigten auf die Dauer zu schaffen machen könnte.

Im Fond geht es ebenfalls luftig zu, zumindest für langbeinige Hintermänner, die selbst bei großgewachsenen Front-Passagieren nicht über mangelnden Platz klagen können. Sitzriesen ecken im Fond des Allraders hingegen eher an, denn durch die erhöhte Sitzposition ist die Kopffreiheit etwas eingeschränkt. Auch der mittlere Platz lädt mit seinen schmalen Abmessungen und dem harten Polster
nicht zum längeren Verweilen ein.

Zwei Diesel, zwei Benziner

Die Befehlsstation des Geländewagens
Die Befehlsstation des Geländewagens © Foto: Nissan

Das Kofferraumvolumen hat Nissan großzügig ausfallen lassen. Bei umgeklapptem Gestühl können über die große und weit aufschwingende Heckklappe bis zu 1773 Liter an Bord genommen werden. Stehen alle Lehnen senkrecht, verbleiben noch 479 Liter. Ein Fach mit abwaschbaren Kunststofffächern unterhalb des Ladebodens bietet zusätzliche 124 Liter Stauraum und sorgt außerdem für Ordnung im Kofferraum. Platz für ein Reserverad ist dann jedoch nicht mehr vorhanden, bei Reifenpannen sorgt ein Reparatur-Kit dafür, dass dem beschädigten Rad die Luft bis zur nächsten Werkstatt nicht ausgeht.

Das Motorenangebot für den X-Trail umfasst zwei Diesel- und zwei Benzinmotoren. Der leistungsstärkste Selbstzünder ist ein 2,0-Liter-Turbodiesel mit 127 kW/173 PS und einem maximalen Drehmoment von 360 Nm. Auch wenn der Dieselantrieb der kräftigste Motor im Angebot ist, beschleunigt er das Gefährt mit einem Leergewicht von rund 1 650 Kilogramm eher gemächlich. Außerdem ist der an ein manuelles Sechsganggetriebe gekoppelte Antrieb während der Fahrt laut und hält sich auch in Sachen Verbrauch nicht gerade zurück. So wachsen die vom Hersteller angegebenen 7,4 Liter je 100 Kilometer in der Praxis leicht auf mehr als neun Liter.

Drei Antriebsmodi

Der X-Trail fühlt sich im Gelände sehr wohl
Der X-Trail fühlt sich im Gelände sehr wohl © Foto: Nissan

Seine Stärken kann der X-Trail dafür abseits der Autobahn ausspielen. Der Japaner mit serienmäßigem Allradantrieb ist geländegängiger als die meisten SUV. Für die Kraftverteilung an die Achsen sorgt eine elektromagnetische
Kupplung. Über einen Drehschalter wählt der Fahrer aus drei verschiedenen Antriebsmodi: Die spritsparendste Fahrweise ist der Normalmodus, bei dem nur die beiden Vorderräder angetrieben werden; der Automatikmodus leitet bei Bedarf bis zu 43 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse weiter und bei der Offroad-Funktion lässt sich die Verteilung bei 50 Prozent zu 50 Prozent sperren.

Für Fahrten in schwerem Gelände ist zudem eine Bergabfahrhilfe an Bord, die die Geschwindigkeit selbstständig reduziert, ohne dass der Fahrer die Bremse belasten müsste. Auch auf der Straße nützlich ist die Berganfahrhilfe, die das Zurückrollen verhindert. Außerdem verfügt der X-Trail über einen Böschungswinkel von 29 Grad vorn und 23 Grad hinten sowie über eine Wattiefe von 45 Zentimetern und kann mit einer Bodenfreiheit von 20 Zentimetern und einem Rampenwinkel von 20 Grad punkten.

Alltagsnutzen vor Schönheit

Das Glas-Panorama-Hubdach
Das Glas-Panorama-Hubdach © Foto: Nissan

Die Sicherheitsausstattung des X-Trail umfasst unter anderem ESP, Airbags für Fahrer und Beifahrer, Seiten- und Kopfairbags sowie die Isofix-Kindersitzbefestigung. Ebenfalls immer mit an Bord sind eine Zentralverriegelung, ein Radio mit CD-Player, eine Dachreling und ein Tempomat. Optional stehen beispielsweise Xenon-Scheinwerfer und ein Panorama-Hubdach zur Wahl.

Alles in allem setzt der X-Trail vor allem auf Nutzwert. Die Kundschaft soll nicht mit optischen Reizen und schickem Firlefanz überzeugt werden, sondern mit Geländetauglichkeit und viel Raumangebot. Dadurch hat Nissan mit dem erfolgreichen Softroader Qashqai und dem robusten X-Trail für jeden SUV-Typ einen Leckerbissen im Angebot. (mid)








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