2. Januar 2009

Fahrbericht Fahrbericht Nissan Qashqai +2 Mit erster bis dritter Klasse

Elegante Erscheinung - der Qashqai+2
Elegante Erscheinung - der Qashqai+2 © Foto: Nissan

Der Qashqai hat viele Qualitäten unter seinem eleganten Blechkleid. Die in der Langversion +2 hinzugefügte dritte Sitzreihe gehört nur bedingt dazu.




Von Martin Woldt
Mit den Plätzen 6 und 7 ist der 4,53 Meter lange Qashqai (+2) für Leute mit zusätzlichem Transportbedarf konzipiert und war deshalb auch auf der Streckbank. Resultat: 13 Zentimeter mehr zwischen den Achsen, 21 mehr zwischen den Puffern. Das Merkwürdige ist nur: dieser Zugewinn fiel wie eine staatliche Erhöhung des Steuerfreibetrag aus. Er kommt vor allem denen zugute, die ohnehin schon Platz hatten, weniger denen in der dritten Reihe, oder soll man sagen dritten Klasse? Hinter diesen, komplett im Ladeboden versenkbaren Sitzen bleibt noch ein Kofferraum von 130 Litern Ladevolumen, nicht mehr als beim Smart. Mit eingeklappter dritter Reihe sind es maximal 550 Liter.


Mit speziellen Voraussetzungen

Nissan empfiehlt die Benutzung für Mitmenschen bis 1,60 Meter Körpergröße, unterlässt aber auf deren turnerische Voraussetzungen hinzuweisen. Wer also spekuliert, mit den zusätzlichen Sitzen Schwiegermutter den Aufenthalt im Seniorenstift durch den einen oder anderen Ausflug zu versüßen, sollte das vorher testen. Rein mag sie ja noch kommen. Unsere Oma zumindest ist nach der Abgabe noch nicht aus dem Nissan-Testwagendepot zurück.

Souveräner Pilotensitz

Aufklappbare dritte Reihe
Aufklappbare dritte Reihe © Foto: Nissan

Oder anders gesagt, als gelegentliche Kindergeburtstagskutsche ist der Qashqai+2 sicher super. Sonst aber kommt das Plus vor allem der Laderaumvariabilität (plus 140 Liter) oder wegen der um 24 Zentimeter längst verschiebbaren Rückbank dem dort ansässigen Mittel-Stand zugute. Wenn man allerdings die meiste Zeit vorn am Steuer zubringt, ist die dritte Reihe weit weg. Der Fahrerplatz ist ein höher gelagerter, souveräner Regentenstuhl, der alles gut überschau- und steuerbar macht.

Kleines Turboloch

Die Fahrzeuglänge beträgt 4,53 Meter
Die Fahrzeuglänge beträgt 4,53 Meter © Foto: Nissan

Beim Beschleunigen bringt sich mitunter von fern durch leises Nageln der Selbstzünder in Erinnerung. Ab und an wünscht man sich nach einem Kaltstart etwas eleganter durch das nur unzureichend planierte Turboloch zu stolpern oder bei flotter Fahrt am Steuer etwas mehr sportliche Rückmeldung vom Fahrbahnkontakt der Reifen. Aber von solchen Sorgen träumen andere. Hier gilt es vielleicht doch eher durch Mäßigung den Anschluss zum Zeitgeist zu wahren; zum Beispiel den Allradeinsatz wohl dosiert vorzunehmen. Der ist auf kompliziertem Untergrund gewiss nicht zu verachten.

Nicht mehr Allrad als nötig

Auf dem täglichen Asphalt hingegen untergräbt er doch unnötig die Klimaziele der Bundesregierung. Einen knappen Liter betrug der Unterschied zwischen der Kraftentfaltung mit vier oder zwei Rädern in unserem Alltagstest. Aber natürlich lässt sich der Allradantrieb leicht über ein Drehrad in der Mittelkonsole selbst während der Fahrt herausnehmen oder bei Bedarf wieder zuschalten, ohne das dies zunächst große Veränderungen für das Fahrverhalten bedeuten würde.

Mit Euro4 unterwegs

Der Qashqai+2
Der Qashqai+2 © Foto: Nissan

Wer ihn im Stadt- und Umlandverkehr für völlig verzichtbar hält, spart 1.850 Euro, und muss sich deswegen nicht minderbemittelt vorkommen. Mit zahlt man bei guter Ausstattung 29.540 Euro. Der Qashqai mit seinem langen Radstand und der breiten Spur neigt nicht zum Schlingern, auch wenn das Fahrwerk Unebenheit bisweilen polternd quittiert. Wer das Geld trotzdem ausgibt, gewinnt neben dem Allradantrieb eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Allerdings wird man den Luxus kaum über die Neuwagen-Steuerbefreiung gegenfinanzieren können. Der Diesel ist noch nicht mit Euro 4 unterwegs. Und damit kommt man nur ein knappes Jahr am Finanzamt vorbei.






Mehr zur Marke Nissan

Nach Skandal um SicherheitschecksNissan-Chefs verzichten auf Teil ihres Gehalts

Das Vorgehen ist nicht überall üblich. Nach einem Skandal um Sicherheitschecks bei Nissan stellen sich die Mitglieder der Chefetage der Verantwortung – auch im finanziellen Bereich.


Premiere des Elektroautos in TokioNeuer Nissan Leaf teilautonom unterwegs

Nissan verknüpft mit dem neuen Nissan Leaf die Elektromobilität mit dem autonomen Fahren. Zudem erhöhten die Japaner die Reichweite des bislang meist verkauften Elektroautos.


Premiere am 6. SeptemberNissan Leaf mit intelligentem Pedal

Der neue Nissan Leaf wird nicht nur mit erhöhter Reichweite ab September vorfahren. Das Elektroauto kann auch mit nur einem Pedal auskommen.



Mehr aus dem Ressort

Der VW Golf GTI TCR darf nur auf Rennkursen bewegt werden
Bei Seat gebautVW Golf GTI TCR: Nur für die Rennstrecke

65 Prozent aller Bauteile sind identisch mit einem normalen Serienmodell. Trotzdem darf der VW Golf GTI TCR nicht am Alltagsverkehr teilnehmen – und das ist auch gut so.


Porsche hat auch den Panamera Kombi hybridisiert
Turbo S E-Hybrid Sport Turismo mit 680 PSHybrider Porsche Panamera Kombi: Teilzeit-Stromer der Superlative

Porsche hat die Kombivariante des Panamera an den Stecker gepackt. Die hybride Zufuhr dient dem Turbo S E-Hybrid Sport Turismo dabei sowohl der Leistungssteigerung als auch der emissionsfreien Fahrt durch urbane Umweltzonen.


Japaner polarisiertHonda Civic Type R: Fast and Furios

Dieses Auto polarisiert: Die einen fahren auf das Design des Honda Civic Type R ab, für die anderen wirkt es schlicht prollig. Dabei hat der Japaner abseits seines Aussehen viele Stärken.