22. Juli 2008

Fahrbericht Nissan Qashqai 1.6 Acenta Das kleine Bisschen SUV

Der Nissan Qashqai
Der Nissan Qashqai © Foto: AG/Flehmer

Der Qashqai hat sich bei Nissan zum Cash-Hai gemausert. Besonders das andere Design-Konzept hat die Golfklasse aufgemischt. Und selbst die Basisversion reicht aus, wenn man lärmunempfindlich ist.




Von Thomas Flehmer

Die Erfolgsgeschichte war vorgezeichnet. Schon zum Marktstart im vergangenen Jahr wurde dem Nissan Qashqai eine glanzvolle Zukunft bescheinigt. Innerhalb kurzer Zeit wurden 100.000 Einheiten verkauft. Dem schnöden Almera weint keiner mehr eine Träne hinterher. Zu innovativ, aber trotzdem authentisch, hat sich der nach einem im Südwesten des Iran lebenden Nomadenstamm benannte Kompaktwagen präsentiert.


Kleiner Murano

Neben dem außergewöhnlichen Namen weist der Qashqai ein außergewöhnliches Konzept auf. Denn der 4,32 Meter lange und 1,78 breite Wagen sticht mit seinen 1,61 Metern Höhe aus der Segmentmenge heraus und nähert sich nicht nur mit seinen Maßen der SUV-Klasse an. Denn auch die Karosserieform weist den Qashqai eher als kleinen SUV. Die Frontpartie mit dem zweigeteilten Kühlergrill und der gewölbten Motorhaube erinnert stark an den Murano.

Eher emotionslos ist der Innenraum gestaltet. Hier ist Praktikabilität Trumpf. Die Materialien wollen mit Alu-Look mehr versprechen als sie mit der Hartplastik halten können. Alle Instrumente sind gut erreichbar, das Navi ist relativ einfach zu bedienen, die Sitze geben den erforderlichen Halt - auch auf der Rückbank, weil dort ist die Beinfreiheit etwas eingeschränkt ist.

Neun Liter auf der Autobahn

Übersichtlicher, aber emotionsloser Innenraum
Übersichtlicher, aber emotionsloser Innenraum © Foto: Nissan

Mit einem Kofferraumvolumen von 410 Litern, die auf 1513 Liter erweiterbar sind, reiht sich der Außenseiter dagegen zwischen den Mitbewerbern ein. Aufgrund des andersartigen Konzeptes ist beim Qashqai die Ladekante höher, dafür kann der Kofferraum gut bepackt werden.

Etwas überraschend ist, dass der Qasqai trotz seiner SUV-ähnlichen Form lediglich 1372 Kilogramm wiegt. Das leichte Gewicht macht sich beim Verbrauch allerdings nicht bezahlt. Rund neun Liter Super schluckte der Qashqai im Testzeitraum mit der Basisversion 1.6 mit 84 kW/114 PS außerorts, Nissan gibt einen Wert von 5,7 an - im Mix sollen es 6,7 Liter sein.

Kleiner Krachmacher

Das eigenwillige Design in der Golfklasse macht den Charme des Qashqai aus
Das eigenwillige Design in der Golfklasse macht den Charme des Qashqai aus © Foto: AG/Flehmer

Dabei wurden die neun Liter auf der Autobahn unter normalen Bedingungen erzielt - Sicher näherte man sich der Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h an, sie konnte auf dem Tacho sogar um bis zu knappen 25 km/h überschritten werden, doch schlussendlich wurde der Einstiegsbenziner zwischen 120 und 140 km/h im Zaum gehalten.

Denn der 1,6 Liter große Benziner ist ein kleiner Krachmacher, sofern die Geschwindigkeit einen Wert von 140, 145 km/h überschreitet. Schon bei Tempo 120 km/h sind 5000 U/min nötig, um die Kiste in Schwung zu halten. Denn der kleine Benziner verfügt zum einen nur über 156 Nm maximalem Drehmoment, die bei 4400 U/min anliegen. Zum anderen fehlt der sechste Gang, der erst ab höherwertigen Versionen verfügbar ist.

Stadtnomade

Viel Platz im Kofferraum
Viel Platz im Kofferraum © Foto: Nissan

Für die Stadt reicht aber die Basisversion allemal aus. Hier fügt sich der Qashqai gut ein, muss allerdings getreten werden, um von der Ampel wegzukommen. Ist der Fronttriebler auf Touren, so kann er ein wenig - ein wenig - Sportlichkeit erzielen. Doch für den ganz großen Sport reicht es nicht, auch weil das Fahrwerk nicht straff abgestimmt ist. Der Qashqai liegt gut, aber nicht fest in der Hand. So gibt es auch keine knackige Wahl der Gänge, die sich aber sehr gut einlegen lassen.

Während die höchste Ausstattungsversion mit über 30.000 Euro doch schon über das Ziel herausschießt und der kleinen SUV-Klasse näher kommt, ist der Preis des 1.6 Acenta mit 21.240 Euro noch akzeptabel. Aber auch nur, weil die Aufpreisliste verhältnismäßig kurz, die Serienausstattung dagegen recht lang ist. Das Panoramadach, das den Innenraum nicht nur dank des Sonnenlichtes erwärmt, ist für 750 Euro erhältlich, das Comfort-Paket kostet 500 Euro. Wer das gut zu bedienende Navi für den Qashqai ordern möchte, legt weitere 2200 Euro auf den Tisch. Mehr wird nicht benötigt, damit der Stadtnomade seine Erfolgsgeschichte fortsetzen kann.






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