10. September 2010

Fahrbericht Nissan Qashqai 2,0 AT Tekna Erfreuliches aus der Qashqai-Schaltzentrale

Fahrspaß mit dem Qashqai trotz Automatikgetriebe
Fahrspaß mit dem Qashqai trotz Automatikgetriebe © Foto: AG/Flehmer

Der Qashqai ist der Erfolgsbringer für Nissan. Das Crossover-Modell der Japaner präsentiert sich auch trotz Benzinmotor und Automatik in guter Verfassung.




Von Thomas Flehmer

Benziner und dann auch noch mit Automatik - das kann nicht gut gehen. Allzu häufig zieht diese Kombination dem jeweiligen Fahrzeug mehr oder weniger Leistung ab, sodass sich der Fahrer wundert, wo denn die ganzen Pferdestärken hin galoppiert sind. Den Leistungsverlust macht nicht immer der Komfortzuwachs des Nicht-Schalten-Müssens wett. Doch die Automatik oder gar die Doppelkupplung kommen auch in diesen Breiten immer mehr in Mode.


Zügige Beschleunigung

Trotzdem waren die Erwartungen an den optisch vor kurzem aufpolierten Nissan Qashqai recht spärlich gesät. Zwar verfügt der innovative Wanderer zwischen den Welten der Golf- und SUV-Klasse über 104 kW/140 PS, doch ein großartiger Leistungsschub schien nicht in Reichweite. Ganz entspannt wurde der Motor per Knopfdruck gestartet und der knapp 1,4 Tonnen schwere Qashqai aus der Lücke gelenkt, ehe sich die erste Überraschung einstellte, da der Vorgang doch recht schnell abgeschlossen werden konnte.

Und die nächste Ermunterung ließ nicht lange auch sich warten. Die Beschleunigung des 4,33 Meter langen Crossovers erfolgte doch recht zügig. Zwar gibt Nissan den Sprint aus dem Stand bis zur 100 km/h-Marke mit zwölf Sekunden an, doch die Zeit ging gefühlsmäßig schneller vorüber. Sicher verleitet die CVT-Automatik dazu, den Gasfuß stärker einzusetzen als bei einem Schaltwagen. So kommen die immerhin 196 Newtonmeter Drehmoment, die erst bei 4800 Kurbelwellenumdrehungen anliegen, sehr viel schneller zur Geltung.

Ohne Durchzugskraftunterbrechung

Verantwortlich für das schnelle Fortkommen zeichnet sich auch das zuvor skeptisch beäugte stufenlose CVT-Getriebe mit sechs Gängen, das ähnlich wie ein Doppelkupplungsgetriebe ohne Durchzugskraftunterbrechung die Gänge nach oben schaltet. Und selbst auf der Autobahn präsentiert sich die Schaltzentrale ebenso agil wie auch der kurvigen Landstraße, sodass der manuelle Modus gar nicht benötigt wird.

Und auch auf den Allradantrieb kann verzichtet werden, es sei denn, man legt sich das etwas mehr als 2000 Euro kostende System aus Sicherheitsgründen zu, denn ins Gelände wird der Qashqai trotz seines SUV ähnlichen Aussehens eher nicht finden. Ohne die Kraft der vier Räder erreicht der Qashqai scheinbar spielend die Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h, eine angenehme Reisegeschwindigkeit ist bei 160 bis 170 km/h auch immer noch gegeben.

Stressfrei im Innenraum

Dann ist auch der Durst des Ottomotors nicht ganz so groß. 8,7 Liter genehmigte sich der Qashqai in der Stadt und damit knapp zwei Liter weniger als angegeben. Über Land flossen auf 100 Kilometern bei einer gemütlichen Reisegeschwindigkeit zwischen 120 und 140 km/h 8,3 Liter durch die Schläuche und damit knapp zwei Liter mehr als angegeben. Angesichts der Fahrfreude, die der Crossover vermittelte, stieg mit der Zunahme der Geschwindigkeit auch der Durst des Nissans weiter an, ohne allerdings großartigen Stress aufkommen zu lassen.

Und auch die etwas erhöhte Sitzposition sowie die gute Dämmung lassen ebenso etwaige Stressfaktoren außen vor. Denn der Innenraum der Topvariante Tekna vermittelt eine gewisse Wohlfühlatmosphäre. Angenehme Sitze, gut bedienbare Instrumente, im Vergleich zu anderen Fahrzeugen eine gute Rundumsicht - das passt. Lediglich die Koppelung des Mobiltelefons mit der Bluetooth-Schnittstelle benötigte immer mal wieder mehrere Anläufe.

Platzprobleme zu fünft

Etwas enger geht es im Fond zu, wenn sich drei Personen die Rückbank teilen müssen. Und auch die 410 Liter Kofferraumvolumen sind dann schnell gefüllt. Keine Platz-Probleme sind dagegen vorhanden, wenn nur vier Leute an Bord sind, die in der Topvariante Tekna die Fahrt wahrlich genießen können.

Doch hat die Ausfahrt dann auch ihren Preis. Während der Einstieg beim Qashqai bei 19.490 Euro beginnt, sind für den Qashqai Tekna 2.0 Xtronic CVT mindestens 27.940 Euro erforderlich. Hinzu kommen dann noch das zu empfehlende Panorama-Glasdach für 900 Euro, sowie das Multimedia-System Connect mit Rückfahrkamera für 700 Euro und die Metallic-Lackierung für 520 Euro und eventuell 18 Zöller für 350 Euro. Macht zusammen 30.410 Euro, dafür ist aber die Skepsis gegenüber der Kombination aus Benzinmotor und Automatik gewichen.






Mehr zur Marke Nissan

Premiere des Elektroautos in TokioNeuer Nissan Leaf teilautonom unterwegs

Nissan verknüpft mit dem neuen Nissan Leaf die Elektromobilität mit dem autonomen Fahren. Zudem erhöhten die Japaner die Reichweite des bislang meist verkauften Elektroautos.


Premiere am 6. SeptemberNissan Leaf mit intelligentem Pedal

Der neue Nissan Leaf wird nicht nur mit erhöhter Reichweite ab September vorfahren. Das Elektroauto kann auch mit nur einem Pedal auskommen.


Facelift für SUVNissan X-Trail erhält neue Assistenzsysteme

Nissan frischt den X-Trail auf. Im Rahmen der Modellüberarbeitung erhält das SUV der Japaner nicht nur optische Retuschen, sondern auch moderne Fahrassistenzsysteme.



Mehr aus dem Ressort

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.


Der Ford F-150 Raptor greift auf 450 PS zurück
Pickup mit 450 PSFord F-150 Raptor: Exotisches Raubtier

Eigentlich ist der F-150 Raptor nur dem amerikanischen Markt vorbehalten. Doch einige Exemplare von Fords Vorzeige-Pickup verirren sich auch mal in die „Alte Welt“.