3. Dezember 2012

Fahrbericht Ab 55.230 Euro Nissan Pathfinder 3.0: Suche nach der richtigen Fährte

Der Nissan Pathfinder passt sich allen Gegebenheiten an.
Der Nissan Pathfinder passt sich allen Gegebenheiten an. © Nissan

Der Nissan Pathfinder findet sich auf allen Wegen zurecht. Doch möchte man manche Pfade mit dem Geländewagen erst gar nicht kennenlernen.




Von Thomas Flehmer

So stellt man sich einen Begleiter vor, der einen durch unbekanntes Terrain führen soll: Groß, stark und selbstbewusst. Der überarbeitete Nissan Pathfinder kann diesen Ansprüchen gerecht werden, trägt dazu noch den passenden Namen. Doch bei manchen Gegebenheiten muss sich auch der große Geländewagen anstrengen.


Imposanter Auftritt des Nissan Pathfinder

Imposant ist der Auftritt, obwohl der Pathfinder mit seinen 4,81 Metern gar nicht zu den größten Vertretern seiner Zunft gehört. Doch Chrom und Kanten sowie die außen angebrachten Trittbretter vermitteln per se Größe und Selbstbewusstsein wie auch das kantige Heck. Und die Größe der Heckklappe versetzt einen beim Beladen in Erstaunen. Häufiges Schließen derselbigen erspart regelmäßige Besuche im Fitnessstudio.

Perfekt von dem möglichweise anstrengenden Schließvorgang ausruhen kann man sich dann im Innenraum. Der glänzt zwar nicht so sehr wie im Range Rover, doch das britische Pendant ist je auch preislich noch etwas höher angesiedelt. In der für den Sechszylinder lediglich erhältlichen Ausstattungsversion LE umschmiegen dann gut konturierte und elektrisch verstellbare Ledersitze die Insassen. Beim Blick auf das Armaturenbrett wird die nahe Verwandtschaft zum Pickup Navara deutlich.

Behäbiger Antritt des Nissan Pathfinder

Der Nissan Pathfinder verfügt über einen wertigen Innenraum
Der Nissan Pathfinder verfügt über einen wertigen Innenraum © Nissan

Auch auf den hinteren Sitzen können groß gewachsene Personen bequem Platz nehmen. Anders sieht es in der dritten Reihe aus, die erstmals angeboten wird. Diese sollten den kleineren Mitbürgern vorbehalten bleiben. Sind alle Plätze besetzt, schrumpft das Kofferraumvolumen auf schmale 190 Liter. Bilden die beiden Sitze der dritten Reihe mit dem Kofferraum eine Ebene stehen 515 Liter zur Verfügung, die auf 2091 Liter erweitert werden können und den Pathfinder zum Transporter mutieren lassen.

Dank der 170 kW/231 PS des Sechszylinder-Diesels spielt das SUV auch vom Aggregat her seine Transporter-Qualitäten aus. Allerdings nimmt das siebenstufige Automatikgetriebe dem 2,3 Tonnen schweren Koloss etwas von seiner Kraft. Die Anfahrt ist behäbig, auch wenn laut Datenblatt nur 8,9 Sekunden für den Sprint benötigt werden sollen. Dann muss das Gaspedal stark heruntergedrückt werden, um schnell das maximale Drehmoment von 550 Newtonmetern, das bereits bei 1750 Kurbelwellenumdrehungen anliegt, freizusetzen.

Nissan Pathfinder mit gemäßigtem Durst

Unter zehn Liter verbrauchte der Nissan Pathfinder in der Stadt
Unter zehn Liter verbrauchte der Nissan Pathfinder in der Stadt © Nissan

Dann allerdings ist der angegebene Verbrauchsmix von 9,5 Litern nicht zu halten. Im Testzeitraum präsentierte sich der Pathfinder in der Stadt allerdings sehr sparsam. Bei vorausschauender Fahrt standen – bei einem hohen Stadtautobahnanteil – 9,7 Liter auf dem Bordcomputer – für solch ein Getüm ein respektabler Wert.

Doch vorausschauendes Fahren ist in der Stadt absolut vonnöten. Auch wenn der Pathfinder in seiner Klasse nicht der Größte ist, so kommen einem manchen Straßen trotz relativ guter Übersicht doch recht eng vor. Und auch beim Einparken ist der sieben Zoll große Bildschirm, der auch im Dunkeln sehr gut funktioniert, eine große Hilfe. So zieht der Pathfinder seine Kreise in der Stadt letztendlich souverän, aber wird doch mit gewissem Respekt aus Angst vor eventuellen Schäden an der Karosserie geführt.

Nissan Pathfinder voll geländetauglich

Mindestens 55.230 Euro kostet der Sechszylinder des Nissan Pathfinder
Mindestens 55.230 Euro kostet der Sechszylinder des Nissan Pathfinder © Nissan

So sieht es auch abseits asphaltierter Straßen aus. Als voll geländetauglich gibt sich der Pfadfinder und kann auch kleinere Flüsse bezwingen. Doch auch hier möchte man dem SUV keine Schäden zufügen und wohl fast jeder Pathfinder-Fahrer wird diese Pfade eher meiden. Um so größer der Erkenntnisgewinn, dass die Fahrt um die 120 km/h auf der Autobahn lediglich 8,3 Liter auf 100 Kilometer durch die Schläuche jagt und somit auch den Geldbeutel mehr oder weniger schont.

Denn gerade mit dem Sechszylinder ist die Ausfahrt nicht gerade ein günstiges Vergnügen. 55.230 Euro - und damit 15.000 Euro über dem Einstiegsdiesel - müssen für das dann schon fast komplett ausgestattete SUV angelegt werden. Knapp 3000 Euro kostet das Paket mit Festplatten-Navi, Rückfahrkamera und Radio mit CD- und DVD-Player, AUX- und USB-Anschluss. Das Bose Sound-System für 800 Euro und die Metallic-Lackierung für 775 Euro machen die 60.000 Euro voll. Auch das ist groß, stark und selbstbewusst.






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