29. November 2012

Fahrbericht 2.5 dCi mit 190 PS Nissan Navara: Träumen von der Route 66

Der Nissan Navara weckt die Lust aufs Abenteuer.
Der Nissan Navara weckt die Lust aufs Abenteuer. © AG/Flehmer

Der Nissan Navara präsentiert sich als robuster Arbeiter. Doch die Alltagstauglichkeit des Pickups ist beschränkt – wenn nicht weiteres Zubehör angeschafft wird.




Von Thomas Flehmer

Pickups strahlen in den hiesigen Längengraden immer noch ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer aus. Ohne Cowboy-Hut dürfte man die Arbeitstiere eigentlich gar nicht besteigen. Schon allein der imposante Auftritt des 5,30 Meter langen Nissan Navara erzeugt die Sehnsucht nach Abenteuer und Highway.


Gut gedämmter Innenraum des Nissan Navara

Unterstützt wird diese Sehnsucht, wenn der 2,5 Liter große Diesel angelassen wird und man neben dem bulligen Sound im Hintergrund noch die Westerngitarren von Truck Stop zu vernehmen scheint – allerdings nur außerhalb der Doppelkabine des Nissan Navara 2.5 dCi MT LE Exe.

Denn in Innenraum, der trotz seiner Höhe auch von älteren Pickup-Freunden bequem bestiegen werden kann, kommt der Sound nur sehr gedämpft an. Hier ist Nissan dem Trend gefolgt, den vermeintlichen Lasttieren eine Pkw-Atmosphäre zu verleihen.

Pkw-Atmosphäre im Innenraum des Nissan Navara

Wertig gestaltetes Cockpit des Nissan Navara
Wertig gestaltetes Cockpit des Nissan Navara © AG/Flehmer

Die verwendeten Materialien wirken sehr werthaltig und führen nicht den Hauch von altem Schweiß mit sich. Die Instrumente sind übersichtlich gestaltet und gut bedienbar. Der in der Mitte der Mittelkonsole angebrachte Bordcomputer ist leicht per Touchscreen oder über die darunter befindliche Tastatur zu bedienen.

Auch die bis zu drei Insassen in der zweiten Reihe sitzen bequem, haben aber eventuell mit der großen Schwäche aller Pickups zu rechnen. Sollte kein Top für die Ladefläche geordert worden sein, fehlt zumindest bei schlechtem Wetter Platz für etwaiges Gepäck oder die Einkäufe, da ein Kofferraum nicht vorhanden ist.

Hardtop für Nissan Navara ein Muss

Elementare Picknick-Utensilien passen gut auf die Ladefläche des Nissan Navara
Elementare Picknick-Utensilien passen gut auf die Ladefläche des Nissan Navara © AG/Flehmer

Die nächste schlechte Nachricht: Das Hardtop für die Double Cab kostet mindestens 2618 Euro. Das Campingzelt für die 1,51 Meter lange Ladefläche wäre mit 322,77 Euro günstiger, würde aber während der Fahrt nicht ausreichend Schutz bieten.

Denn der überarbeitete Selbstzünder mit 140 kW/190 PS verfügt nicht nur über einen starken Sound, sondern auch über recht viel Kraft beim Vortrieb. Innerhalb von 10,7 Sekunden hat der gut 2,1 Tonnen schwere Navara die 100 km/h erreicht und macht erst bei 178 km/h schlapp. Kraft genug, um sich während der Fahrt von dem Zelt zu verabschieden.

Gemäßigter Durst des Nissan Navara

Der Nissan Navara ist erstmals mit ESP ausgestattet
Der Nissan Navara ist erstmals mit ESP ausgestattet © AG/Flehmer

Für sein Gewicht und seine Höhe von 1,79 Metern zeigt sich der Pickup, der erstmals auch ein ESP beherbergt, recht sparsam. Knapp zehn Liter waren es bei gemütlicher und entspannter Fahrweise zwischen 120 und 150 km/h auf der Autobahn, einen Liter weniger schluckte der Navara im Stadtverkehr bei einem recht hohen Stadtautobahnanteil. Nicht schlecht für den Allradler, der als Doppelkabine in der höchsten Ausstattungsvariante und gut funktionierendem Sechsgang-Schaltgetriebe bei 34.199 Euro startet.

Bei dieser pekunären Vorgabe muss vorher schon über eine Anschaffung nachgedacht werden. Die Doppelkabine mindert wertvolle Zentimeter an Ladefläche, wer es denn braucht. Wer die Ladefläche nicht benötigt, kommt um ein zusätzliches Hardtop nicht herum. Wer beides miteinander vereinbaren kann oder beides nicht benötigt, der wird wohl nur mit Cowboyhut herumfahren und von der Route 66 träumen.






Mehr zur Marke Nissan

Premiere des Elektroautos in TokioNeuer Nissan Leaf teilautonom unterwegs

Nissan verknüpft mit dem neuen Nissan Leaf die Elektromobilität mit dem autonomen Fahren. Zudem erhöhten die Japaner die Reichweite des bislang meist verkauften Elektroautos.


Premiere am 6. SeptemberNissan Leaf mit intelligentem Pedal

Der neue Nissan Leaf wird nicht nur mit erhöhter Reichweite ab September vorfahren. Das Elektroauto kann auch mit nur einem Pedal auskommen.


Facelift für SUVNissan X-Trail erhält neue Assistenzsysteme

Nissan frischt den X-Trail auf. Im Rahmen der Modellüberarbeitung erhält das SUV der Japaner nicht nur optische Retuschen, sondern auch moderne Fahrassistenzsysteme.



Mehr aus dem Ressort

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.


Der Ford F-150 Raptor greift auf 450 PS zurück
Pickup mit 450 PSFord F-150 Raptor: Exotisches Raubtier

Eigentlich ist der F-150 Raptor nur dem amerikanischen Markt vorbehalten. Doch einige Exemplare von Fords Vorzeige-Pickup verirren sich auch mal in die „Alte Welt“.