7. Oktober 2010

Fahrbericht Nissan 370 Z Roadster Nissan 370 Z Roadster: Jet im Landeanflug

Offene Versuchung im Nissan 370 Z Roadster
Offene Versuchung im Nissan 370 Z Roadster © Foto: AG/Flehmer

Nissans 370 Z Roadster ist eine reizvolle und zudem günstige Alternative für die beherrschenden offenen Sportwagen aus Deutschland. Ein wenig Lärmunempfindlichkeit kann angesichts der sportlichen Potenz nicht schaden.




Von Thomas Flehmer

Erinnern Sie sich an den Film "Waynes World"? In einer Szene liegen Wayne und sein Freund Garth auf einem Autodach und unterhalten sich ganz ernst über intime private Dinge. Das Gespräch der beiden wird jäh unterbrochen durch ein landendes Passagierflugzeug, in dessen direkter Einflugschneise sich die beiden befinden und den tosenden Lärm mit fast ebenso lauten und extatischen Freudenschreien quittieren.


Rundungen im Heckbereich

Die Szene kann mit dem Nissan 370 Z Roadster auf eine bestimmte Weise je nach gusto häufig nachgespielt werden. Die offene Variante des im vergangenen Jahr neu aufgelegten Japan-Flitzers bietet auch als Cabrio enorm sportliche Leistungen. Da fällt es kaum ins Gewicht, dass das Heck bedingt durch das aufzunehmende Softtop etwas dicker ausfällt als beim Coupé.

Die Rundungen des Hecks werden durch die pfeilartigen Heckleuchten ausgeglichen, die ebenso ein Z anzudeuten scheinen wie die neben der langen Motorhaube platzierten Scheinwerfer. Die Höhe von gerade mal 1,32 Metern tut ihr Übriges dazu, den Sechszylinder aufgrund seiner Rundungen zu unterschätzen.

Hommage an 240 Z

Auch im Innern ist alles auch sportlich getrimmt und hat im Vergleich zum Vorgänger auch in der Wertigkeit gewonnen. Triumphierte im 350 Z noch hauptsächlich Plastik, so ist diesmal auch Leder mit an Bord. Die Sitze schaffen den Spagat zwischen sportlich konturiert und komfortabel und können in der "Pack"-Version geheizt und gekühlt werden. Die analogen Instrumente sind übersichtlich angeordnet. Der digitale Bordcomputer links neben der Instrumententafel mit den Angaben über Verbrauch oder Reichweite wirkt dagegen allzu verspielt.

Eine Spielwiese bot sich auch bei den drei Zusatzinstrumenten auf der Mittelkonsole, die aber an den 240 Z erinnern sollen. Recht pfiffig ist das Kniepolster für den Fahrer, der damit Meniskus und Co. bei flotten Fahrten durch die Kurve schont. Und flott geht es vom ersten Moment an los.

13 Liter in der Stadt

Die 328 PS aus 3,7 Liter Hubraum sind von Beginn an präsent. Allerdings brauchen sie nicht gebändigt werden, sodass Stadtfahrten auch gemütlich über die Bühne gehen. Dank dem Hochdrehkonzept kann vom ersten Gang gleich in den sechsten hochgeschaltet werden, ohne dass der Motor muckt oder knurrend die 50 km/h absolviert. Das schont den Verbrauch, der sich trotzdem bei gut 13 Litern im alltäglichen Stadtverkehr einpendelt.

Auf der Autobahn kann man sparsamer unterwegs sein - bei 120 km/h sind es knapp zehn Liter, die der Bordcomputer ausspuckt. Doch wer möchte schon mit einem Sportwagen 120 km/h - zudem noch mit einem Roadster mit Softtop. Denn die Wind- und Motorengeräusche sind dort schon mindestens so laut wie in einem Kleinwagen bei 120 km/h. Dafür müsste man die 41.390 Euro für die schon sehr gut ausgestattete Basisversion plus die 3100 Euro für die gelungene Pack-Version nicht investieren, sondern könnte sich für ein Fünftel des Preises in der Kleinwagenklasse austoben und sich gleich knapp vier Exemplare eines Micra in den Fuhrpark stellen.

Zwischengas im S-Modus

Nein, ein bisschen schneller sollte es schon vorangehen und der 4,25 Meter lange Zweisitzer hat das Zeug dafür, sich in die Kurven der Landstraßen zu legen. Wer dann mit der Pack-Version unterwegs ist und mit dem S-Modus die Synchro Rev Control eingeschaltet hat, wird mit Zwischengas und automatischer Drehzahlanpassung belohnt, die viel, sehr viel Fahrfreude verspricht.

Ebenso viel Fahrfreude bereitet es, auf der Autobahn die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ab und an auch noch zehn km/h über dem Limit auszukosten und auch ansonsten zumeist sich im Bereich der 200 km/h oder drüber zu bewegen. Dann reichen 50 Liter Superplus zwar gerade für etwas mehr als 400 Kilometer - je nach Fahrweise auch 40 Kilometer weniger, was einem Verbrauch zwischen 12 und 13,5 Litern entspricht. Doch das wunderbare Gefühl der Geschwindigkeit kann mit extatischen Schreien quittiert werden. Diese müssen aber schon sehr laut sein, denn der Geräuschpegel ist ähnlich hoch, als würde ein Flugzeug über einen zur Landung ansetzen. Nur ernste Gespräche über intime private Dinge sind zuvor nicht möglich. Aber das Leben ist halt kein Film.






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