11. Oktober 2010

Fahrbericht Mazda5 Mazda5: Zur Eleganz gereift

Der neue 5er hat vom Design zugelegt
Der neue 5er hat vom Design zugelegt © Foto: dpa

Mazda hat die zweite Generation des 5ers aus der Designgrauzone herausgeholt. Die Variabilität des Siebensitzers blieb erhalten.




Von Holger Glanz

Mazda bringt die zweite Generation des Mazda5 auf den Markt. Der bis zu sieben Sitze umfassende Kompakt-Van rollt am 16. Oktober zu den Händlern. Die Basisversion mit 85 kW/115 PS startet bei 20.490 Euro. Bis 31. Dezember 2010 gewährt Mazda den Käufern einen Einführungsrabatt von 500 Euro.


Wellenförmige Sicken in den Flanken

Der Japaner, der sich mit seinen seitlichen Schiebetüren nachdrücklich als Familienauto empfiehlt, galt bisher als eher unscheinbares Fahrzeug. Auf den Neuen trifft das nicht mehr zu. Schon bei der Betrachtung des Bug zieht es einen die Augenbrauen in die Höhe. Ein weit in die Frontschürze herunter reichender Kühlergrill mit Wabengitter und mandelförmige Lufteinlässe mit Nebelleuchten machen den optischen Abstand etwa zum Opel Zafira oder Ford S-Max allemal wett.

Ungewöhnlich gestaltet sind die Flanken, die nicht weniger als drei wellenförmige Sicken zieren. Ignoranten ohne Sinn für schmissige Formen könnten freilich fragen, ob das Auto den Seitencrash schon hinter sich hat. Wie auch immer, auf jeden Fall sind diese Wellen, die auch das vordere Radhaus mit einbeziehen, ein mutiger Designer-Streich.

Einwandfreier Zustieg

Bei identischem Radstand ist die Länge um acht Zentimeter gewachsen. Mit jetzt 4,58 Meter von Bug bis Heck ist der Mazda elf Zentimeter länger als ein Opel Zafira und 19 Zentimeter kürzer als ein Ford S-Max. Nach wie vor kann man den Mazda mit von Hand oder elektrisch zu öffnenden Schiebetüren als Fünf- oder als Siebensitzer kaufen. Elektrik in den beiden Seitentüren erfordert aber die Bestellung der Top-Ausstattung Sports-Line, für die mindestens 27.490 Euro fällig werden.

Die beiden Zusatzsitze, die sich aus dem Kofferraumboden herausklappen lassen, bieten auch erwachsenen Mitfahrern ausreichend Knie- und Kopfraum. Wer die Sitze haben will, muss die mittlere von drei Ausstattungen namens Center-Line ordern, die ab 22.790 Euro zu haben ist. Dank Schiebetüren und weil sich die Sitze der zweiten Reihe weit vorschieben lassen, ist der Zustieg nach hinten ohne große Verrenkungen möglich. Der Mittelsitz in Reihe zwei enthält ein Ablagefach. Er kann auch versenkt werden, womit Platz für eine externe Kühlbox entsteht. Zu siebt im Auto ist dies natürlich nicht möglich, denn dann werden alle Sitze gebraucht.

Neu gestaltetes Cockpit

In der zweiten Reihe wird es für drei Erwachsene nebeneinander eng. Ist auch die dritte Sitzreihe belegt, kann von Kofferraum kaum noch die Rede sein. Von ursprünglich 426 Litern bleibt lediglich ein schmaler Spalt für wenig mehr als ein paar Aktentaschen. Durch das Umklappen steigt das Fassungsvermögen auf 1597 Liter.

Zur Serienausstattung aller Versionen gehören unter anderem eine Klimaanlage und ein Audiosystem mit CD-Spieler und Aux-Anschluss. Das neu gestaltete Cockpit mit alufarbenen Elementen und die neuen, jetzt breiteren Vordersitze überzeugen ebenso wie das geschmeidig federnde Fahrwerk. Neben den Fahrwerkskomponenten wurde auch die Kupplung überarbeitet. Sie ist nun etwas leichtgängiger.

Windgeräusche gesenkt

Die Windgeräusche wurden durch konstruktive Maßnahmen um zehn Prozent gesenkt. Nicht nur deswegen hat man das Gefühl, ein sehr auf Komfort ausgelegtes Auto zu fahren. Hat man sich an die leichtgängige Lenkung gewöhnt, steht aber auch flotter Gangart nichts im Wege. Durch übermäßige Seitenneigung fällt die immerhin 1,62 Meter hohe Karosserie jedenfalls nicht auf.

Die Benzinmotoren haben 1,8 beziehungsweise 2,0 Liter Hubraum mit 85 kW/115 PS und 110 kW/150 PS. Überraschend kräftig präsentiert sich der gründlich überarbeitete Basismotor mit einem Normverbrauch mit lang ausgelegtem Sechsganggetriebe von 7,2 Liter Super auf 100 km.

Angenehmer Direkteinspritzer

Der neu entwickelte 2,0 Liter-Motor mit Direkteinspritzung ist aber erheblich angenehmer. Er klingt beim Hochdrehen nicht so angestrengt und ist über den gesamten Drehzahlbereich deutlich leiser. Dank Start-Stopp-System hat er einen noch niedrigeren Normverbrauch von 6,9 Liter Super. Anfang 2011 kommt ein 1,6 Liter großer Common-Rail-Diesel mit 85 kW/115 PS hinzu, der aus der Kooperation mit dem PSA-Konzern stammt.

Ebenso wie die Benzin-Motoren wird er über ein Sechsganggetriebe geschaltet. Nüchtern betrachtet ist der neue Mazda5 nicht mehr und nicht weniger als ein geräumiger, komfortabler Viersitzer, der je nach Sitzausstattung mit einem bis drei Notsitzen aufwartet. Damit dürfte er dem Anspruch der meisten Familien voll genügen, da er zugleich äußerst variabel ist. Im kommenden Jahr sollen insgesamt 10.000 Exemplare des neuen Mazda5 in Deutschland verkauft werden. Nur 17 Prozent davon, so die Prognose des Herstellers, werden mit Dieselmotor bestellt werden. (mid)






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