12. März 2008

Fahrbericht Mazda CX-7 Durstiger Grenzläufer

Sportlich und geräumig zugleich
Sportlich und geräumig zugleich © Foto: Mazda

Mazda hat mit dem CX-7 das lange klaffende Loch im SUV-Segment geschlossen. Der sportliche 1,8 Tonner könnte glatt ein Vorläufer des BMW X6 sein. Das fahrspaßorientierte Gesamtkonzept erfreut aber so manchen Tankwart.




Von Thomas Flehmer

Viele Autoliebhaber warten auf die Markteinführung des BMW X6, die in diesem Jahr über die Bühne gehen soll. Ungeduldige können sich schon vorab trösten und sich an das Premiummodell herantasten. Seit dem vergangenen Jahr hat Mazda mit dem CX-7 die Lücke im SUV-Segment geschlossen. Doch als reiner Offroader kann der 1,8 Tonner nun wahrlich nicht bezeichnet werden. Der CX-7 bewegt sich so zwischen den Segmenten Coupe und SUV, wie sich der X6 demnächst präsentieren soll.


Coupehafte Linienführung

Zwar ist der CX-7 mit 1,65 deutlich dem Kombi-Segment entwachsen, doch seine Linienführung auf den 4,68 zwischen den vorderen und hinteren Stoßfängern bewegt sich eher in das Coupehafte. Dadurch wirkt die japanische SUV-Variante flexibler und nicht so burschikos wie die Kollegen, die allerdings schon seit Jahren den Kuchen im SUV-Segment unter sich aufgeteilt haben und nun schon an neuen Generationen basteln.

Sehr dynamisch empfängt die Frontpartie mit dem zweigeteilten Grill den Betrachter. Dabei vermittelt der deutlich breitere untere Teil der Lufteinlässe ein gewisses Maß an Sportlichkeit. Immerhin hieß das 2005 in Detroit vorgestellte Concept Car MX-Crossport - in Anlehnung an den sportlichen MX-5. Hinzu kommen die ausgestellten Radkästen, die auch im Wankelgenie RX-8 Potenz generieren. Allein daran wird deutlich, dass der CX-7 mehr sein will als nur ein SUV.

Komfortabler Innenraum

Lädt zum Wohlfühlen ein
Lädt zum Wohlfühlen ein © Foto: Mazda

Der Innenraum trägt die typischen Mazda-Gene. Die Instrumente sind gut zu bedienen, die Wertigkeit der Materialien ist gegeben. So ähnlich könnte es auch im X6 aussehen - nur halt eine Stufe höher. Das Minidisplay in der Mitte des Armaturenträgers ist gewöhnungsbedürftig und etwas umständlich zu bedienen. Hier hat Mazda mit dem im neuen Mazda6 arbeitenden CF-Network ein besseres System installiert, das irgendwann auch den CX-7 bereichern wird.

Die Sitze sind komfortabel ausgestattet und geben viel Seitenhalt. Bei einem Radstand von 2,75 Metern ist genug Platz für alle Insassen vorhanden. Der Kofferraum kann aufgrund der coupehaften Linie nur von 455 Liter auf 1348 Liter erweitert werden. Hier bieten die Mitbewerber etwas mehr Raum, aber halt weniger sportlichen Chic. Und 1348 reichen auch für den Einkauf bei Ikea aus. Bevor jedoch der Einkauf starten kann, sollte am Abend zuvor der Zündmechanismus der schlüssellosen Topversion Expression auch wirklich über Nacht in der Nullstellung verharren, sonst gibt er erst wieder ein Laut von sich, wenn das Starthilfekabel für eine funktionierende Überbrückung gesorgt hat - hier ist Aufpassen angesagt.

Sportliche Gene auf dem Asphalt

Sportlich auch von der Seite
Sportlich auch von der Seite © Foto: Mazda

Ist das SUV-Coupe dann startbereit, muss nur noch das Loch der 2,3 Liter MZR DISI Turbo-Benziners überwunden werden, ehe der CX-7 seine gesamten sportlichen Gene ausspielt. Die weisen 191 kW/260 PS sowie ein maximales Drehmoment von starken 380 Nm auf, die bei 3000 U/min anliegen. Exakt dieses Aggregat treibt auch die beiden sportlichen MPS-Modelle der 3er und 6er-Reihe an. Nur dauert es hier etwas länger, bis das Dickschiff auf Touren kommt, doch dann sollte die Straße auch frei sein.

In acht Sekunden passiert der SUV die 100 km/h-Grenze und wird erst bei 210 km/h elektronisch eingefangen. Die MPS-Varianten dürfen noch 30 km/h mehr auslaufen. Offroad-Qualitäten beweist der CX-7 bei Bodenunebenheiten, die gut ausgeglichen werden. Aber auch auf schnellen, langen Strecken wird die Fahrfreude ständig motiviert, ehe der Katzenjammer folgt.

Ende der Fahrfreude

Fix dabei
Fix dabei © Foto: Mazda

Denn der Spaß währt nicht allzu lange, dann muss die nächste Tankstelle angesteuert werden. Im Testzeitraum verbrauchte der Mazda, den es bis Ende 2008 nur als 2,3 Liter-Benziner geben wird, ehe ein Diesel die Motorenpalette verstärkt, zwischen zehn und 13 Liter, wobei eher die obere Grenze das Display schmückte. Damit es sich wirklich rechnet nimmt der agile Motor SuperPlus zu sich.

Großes Rechnen können sich hingegen die Kunden bei der Anschaffung sparen. Um das Aggregat herum haben die Mazda-Ingenieure nur zwei Varianten verbaut, sodass die Wahl nicht zur Qual wird. Mit 31.800 Euro startet das bereits gut ausgestattete Basismodell. Der von uns gefahrene 2.3 MZR DISI Turbo Expression beginnt bei 35.400 und hat bereits serienmäßig das schlüssellose System, das auch zur Starterfalle mutieren kann, abgedunkelte Seiten- und Heckscheiben, Nebelscheinwerfer und das Bose-Sound-System an Bord. Ein Glasschiebedach für 850 Euro würde alles abrunden. Bis auf den Durst konnte der Mazda überzeugen und die Wartezeit auf den BMW X6 verkürzen. Wer sich das Modell aus München nicht leisten kann, ist auch mit dem japanischen SUV-Coupe gut unterwegs.






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