31. Mai 2010

Fahrbericht Mazda CX7 2.2L MZR-CD Der Diesel als Hoffnungsträger

Der Mazda CX-7 nach dem Facelift kaum verändert
Der Mazda CX-7 nach dem Facelift kaum verändert © Foto: Mazda

Mazdas 4,70 langem SUV fehlte bislang vor allem ein Selbstzünder für einen überzeugenden Marktauftritt. Der ist nun im Angebot und setzt durchaus eigene Akzente.




Von Martin Woldt

Längst nicht alle Hersteller interpretieren ihre SUV (Sport Utility Vehicle) so im Wortsinne wie Mazda. Das liegt zum einen an der sportlich abgestellten Markenphilosophie im Allgemeinen. Hier aber noch mehr am speziellen Fahrzeugkonzept. Der CX-7 lässt eigentlich keine Zweifel aufkommen, dass er genetisch gesehen größerenteils vom Kombi, weniger vom Offroader abstammt. Seine äußerliche Robustheit stellt zwar den Behauptungswillen im Alltagsverkehr besonders heraus, mehr aber auch nicht. Der serienmäßige Allradantrieb mit seiner variablen Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse bevorzugt grundsätzlich den Ausgleich unterschiedlichen Fahrbahnbeschaffenheiten. Wühlarbeiten abseits des Asphalts sind aber nicht Bestandteil des Konzepts. Auch wenn die Bodenfreiheit mit 20,5 Zentimetern drei Fingerbreit mehr als beim Golf beträgt.


Kein Sparwunder

Mit dem vor einigen Wochen vorgestellten, überarbeiteten CX-7 steht jetzt ein 127kW/173 PS starker Diesel mit 2,2 Liter Hubraum dem bisherigen Benziner mit 191 KW/260 PS zur Seite. Verlangte der Otto-Motor noch über zehn Liter Super Plus, können sich die nun ausgewiesenen 7,5 Liter Diesel (199 g/km CO2) schon eher sehen lassen. Auch mit unseren Praxiswerten stimmt das ungefähr überein. Lagen wir in der Stadt eher um die acht Liter auf 100 Kilometern, waren es Überland meist etwas mehr als sieben.

Was sich allerdings sehr schnell ändert, wenn man auf der Autobahn die Möglichkeiten auslotet. 200 km/h sind drin, braucht es aber längst nicht, um die Neun-Liter-Marke zu knacken. Das passiert schon um die 140 km/h. Wie sich zeigt: Ein Sparwunder ist der CX-7 trotz vergleichsweise günstigem Gesamtgewicht von 1.875 Kilogramm noch immer nicht. Die Wettbewerber Audi Q5, BMW X3, Mercedes GLK erbringen die gleichen Fahrleistungen mitunter deutlich sparsamer.

Gute Laufruhe

Mazda hat einiges an der Dämmung getan, um den neuen Selbstzünder mit guten Manieren auf das Publikum loszulassen. Das ist auch gelungen, sieht man vom etwas knurrigen Kaltstartverhalten ab, das sich aber schnell verliert. Auch bei hohen Geschwindigkeiten ist eher der Fahrtwind vernehmbar.

Der Motor ist sehr elastisch. Liegen die 400 Newtonmeter Drehmoment auch erst bei 2000 Touren an, kennt der CX-7 doch kein Turboloch. Erst dem sechsten Gang des Handschaltgetriebes merkt man seine aufs Rollen angelegte Abstimmung an. In 11,3 Sekunden sprintet der CX-7 von null auf hundert. Gegenüber dem Benziner hat sich auch die mögliche Anhängerlast verbessert. Sie beträgt jetzt 1800 gegenüber 1450 Kilogramm bisher.

Neue Vorteile, alte Nachteile

Mit dem neuen Motor ist das auch das Gesamtfahrzeug durchaus sportlicher geworden. Zwar haben Lenkung und Schaltung ihre Charakteristik nicht wesentlich verändert. Kurze Schaltwege mit gut erspürbaren Druckpunkten sind weiter eines der herausstechenden Merkmale. Das Steuer ist angenehm straff abgestimmt und vermittelt ausreichend fehlertolerant, was zwischen Reifen und Fahrbahn passiert.

Die elektrohydraulische Regelung passt sich sensible der Geschwindigkeit an. Doch davon abgesehen, gewonnen hat der CX-7 in seinem Kurvenverhalten. Eine versteifte Karosse, veränderte Stoßdämpfer und andere Fahrwerksanpassungen sorgen für verringerte Seitenneigung, mehr Kurvenstabilität, stabileren Geradeauslauf. Jedoch geblieben ist ein Nachteil des sportlichen Zuschnittes. Trotz guter Sicht nach vor, bleibt der Rundumblick vorbei an den kräftigen A-Säulen insbesondere nach hinten ziemlich verengt.

Eingeschränkte Sicht

Nach hinten sorgte bereits bisher eine Rückfahrkamera dafür, dass zumindestens das Einparken etwas erleichtert wird. Den Spurwechsel vereinfacht nun auch noch ein Assistent, der über Sensoren in den hinteren Stoßfängern Hindernisse im Toten Winkel signalisiert.

Ab Geschwindigkeiten von 60 km/h leuchten in beiden Außenspiegeln entsprechende Warnleuchten auf, sollte es zu unliebsamen Annäherungen kommen. Allerdings gehört das System erst in der höchsten Ausstattungslinie zur Serie. Für die Einparkhilfe werden immer und immerhin 452 Euro extra fällig.

Geringere Monatskosten

Mit dem Dieselmotor sollte der CX-7 für die zweite Hälfte seines Produktionszeitraums gut gerüstet sein. Er bleibt mit komfortablen Innenraummaßen und einem von 455 auf 1348 Liter sehr einfach erweiterbaren Kofferraum überaus alltagstauglich. Wenngleich er seine Kombi-Abstammung etwa mit einer 77 Zentimeter hohen Ladekante an mancher Stelle durchaus vergisst.

Mit einem Einstiegspreis von 29.990 Euro ist er mit sehr solider Basisausstattung 7000 Euro günstiger als die Benzinvariante. Was sich auch in den vom ADAC ermittelten monatlichen Gesamtkosten ausdrückt. Die liegen beim Benziner bei 890 Euro und sinken mit dem Diesel auf 704 Euro.






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