8. Februar 2008

Fahrbericht Meister des Understatements

Mazda3 MPS
Mazda3 MPS © Foto: Mazda

Mazda erweist sich als Meister des Versteckens. Dass im Mazda3 MPS 260 PS unter Haube stecken, überrascht die meisten - besonders auf der Autobahn.




Von Thomas Flehmer

Mazda neigt zum Understatement. Ebenso dezent wie die Facelifts des Unternehmens ausfallen, kleiden die Japaner ihre Seriensportler der 3er und 6er-Reihe. Als zweites Modell nach dem Mazda6 erhielt der kleine Bruder vor gut einem Jahr ein bärenstarkes Aggregat, dass für viele Überraschungen sorgt, besonders bei den anderen Verkehrsteilnehmern.


Vergrößerte Kühleinlässe

Äußerlich unterscheidet sich die zweite Ausgabe der Mazda Performances Series (MPS) nur unwesentlich von dem normalen Serienmodell. Vergrößerte Kühleinlässe in der Frontpartie sind neben den weiter ausgestellten vorderen Kotflügel, sowie 18 Zoll-Leichtmetallfelgen und ein 102 Millimeter großes Endrohr die einzigen Merkmale, die auf die Urgewalt unter der Motorhaube hinweisen.

Das Cockpit im Mazda3 MPS
Das Cockpit im Mazda3 MPS © Foto: Mazda

Der Innenraum setzt da schon mehr Akzente, natürlich weiterhin sehr dezent. Die Pedalerie muss selbstverständlich im Alu-Look gehalten sein, rote Nähte sowie die MPS-Aufschrift auf den sportlichen Schalensitzen zeigen schon eher an, dass es kein normaler Mazda3 ist.

Überraschung auf der linken Spur

Und spätestens beim Drehen des Zündschlüssels wird dem Letzten klar, dass die nächsten Kilometer in einem schnelleren Tempo absolviert werden können. Dann nämlich kündigt der 2,3 Liter MZR-DISI- Benzin-Direkteinspritzer, der auch im Mazda6 MPS seine Arbeit verrichtet, deutlich hörbar seine Kostproben an.

Die Sportsitze im Mazda3 MPS
Die Sportsitze im Mazda3 MPS © Foto: Mazda

Mit einem sanften Antippen des Gaspedals setzt der MPS seine Ankündigungen dann in die Tat um. Die 191 kW/260 PS drücken die Insassen förmlich in die Sitze des 1485 Kilogramm schweren Fünftürers. Dank eines maximalen Drehmomentes von starken 380 Nm, die bereits bei 3000 U/min anliegen, ist innerhalb von 6,1 Sekunden Tempo 100 erreicht. Dabei ist das erst der Anfang der Fahrfreude. Denn jetzt entpuppt sich der Mazda3 MPS als wirklicher Wolf im Schafspelz und sorgte im Testzeitraum bei den Fahrern deutscher Premiumhersteller, die überrascht auf der Autobahn auf die rechte Spur wechseln müssen, für helles Erstaunen.

Optimiertes Fahrwerk

Die Frontansicht des Mazda3 MPS
Die Frontansicht des Mazda3 MPS © Foto: Mazda

Dass der Antrieb nicht wie beim Mazda6 MPS über alle vier Räder, sondern nur über die vorderen Pneus erfolgt, lässt sich gut ausgleichen. Sehr viel mehr PS hätten es aber auch nicht sein dürfen, um den kleinen Seriensportler halten zu können. Denn schon beim Anfahren greift das ESP das ein oder andere Mal mit ein.

Im Vergleich zum Serien-Dreier wurde natürlich auch das Fahrwerk optimiert. Straffere Federraten sowie leistungsstärkere Stoßdämpfer lassen den Aufbau 3er MPS Landstraßenkurven verhältnismäßig aufrecht passieren und erhöhen den Fahrspaß. Bis zu einer elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h kann diese Freude ausgekostet werden. Dann aber erfolgt auf einer Strecke zwischen Berlin und Hamburg kurz vor dem Ende der Reise ein Tankstopp..

Voll alltagstauglich

Behindert jedoch starker Verkehr den Drang zur Geschwindigkeit, dann pendelt sich der Verbrauch bei 9,9 Litern Super ein, 0,2 Liter über dem von Mazda angegebenen Wert. Spätestens dann aber präsentiert sich der Mazda auch als vollkommen alltagstaugliches Mobil für die Kleinfamilie. Denn der gut zu beladene Kofferraum bietet einem Kinderwagen ebenso Platz wie die Rücksitzbank den Personen in der zweiten Reihe.

Die Seitenansicht des Mazda3 MPS
Die Seitenansicht des Mazda3 MPS © Foto: Mazda

Im Gegensatz zu den Serienmodellen, die zumeist günstiger als die Mitbewerber auftreten, nähert sich Mazda bei seinem getarnten Sportler schon den GTI-Regionen an. Bei 25.600 Euro geht der 3er MPS ins Rennen, ist dabei allerdings schon vergleichsweise gut ausgestattet und damit auch preislich ausgesprochen konkurrenzfähig.

Kurze Aufpreisliste

Sitzbezüge und -heizung für 830 Euro, Bose Sound System für 850 Euro sowie Xenon-Scheinwerfer mit Weitenregulierung und Waschfunktion für 790 Euro sowie ein schlüsselloser Ein- und Ausstieg erscheinen als Investition sinnvoll. Kommen noch die 2360 Euro für das DVD-Navigationssystem hinzu und 420 Euro für die Metallic-Lackierung, ist die 30.000er Grenze schnell überschritten. Dann hat Mazda aber auch sein Understatement abgelegt.






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