9. Juni 2010

Fahrbericht Mazda 3 2.2 MZR-CD Sanfte Schönheits-OP

Mit dem großen Diesel ist der Mazda 3 flott unterwegs
Mit dem großen Diesel ist der Mazda 3 flott unterwegs © Foto: Mazda

Mit dem 2,2 Liter großen Diesel avanciert der Mazda 3 zum Kraftprotz. Die nur dezenten Retuschen an der Optik fallen kaum auf - und schon gar nicht ins Gewicht.




Von Sabine Stahl

Die blecherne Haut des neuen Mazda3 ist beim kürzlich erfolgten Facelift nur leicht geglättet worden. Doch im Gegensatz zur Optik hat sich unter der Haube des japanischen Kompaktklässlers einiges getan. So gibt es zum Beispiel eine weitere Ausbaustufe des 2,2-Liter-Diesels, der es nun auf 136 kW/185 PS bringt und das Brot-und-Butter-Auto zum Kraftprotz macht. In der Preisliste der Mazda-Händler steht der Fünftürer mit dem 2.2-MZR-CD-Antrieb ab 27.890 Euro.


Unauffällige optische Änderungen

Bei der kosmetischen Arbeit am Mazda3 haben sich die Designer gute Schönheitschirurgen zum Vorbild genommen: Mit möglichst unauffälligen Änderungen haben sie den Kompakten deutlich verjüngt, ohne sein Aussehen wirklich zu verändern. Neu ist das durch die nach oben gezogenen Mundwinkel entstandene angriffslustige Lächeln, mit dem der Mazda Selbstbewusstsein ausdrückt und den beiden Erz-Rivalen VW Golf und Opel Astra den Kampf ansagt. Die für den Konkurrenzkampf nötige Kraft zeigt der Japaner durch die ausgestellten Kotflügel, die ansteigende Schulterlinie und eine kräftige Heckpartie.

Der Mazda3 steht genau wie die erste Generation des Fronttrieblers auf den Beinen des Ford Focus. Dadurch haben sich weder die Länge, noch der Radstand verändert. Neben der Straffung der Blechhaut sind es vor allem die durchzugsstarken Dieselmotoren, die den Mazda zur ernstzunehmenden Konkurrenz für die deutschen Bestseller werden lassen.

Fix aus dem Drehzahlkeller

Insgesamt gibt es zwei Benziner und drei Selbstzünder mit Werten von 77 kW/105 PS bis 136 kW/185 PS. Leistungsstärkster Selbstzünder ist der 185-PS-Diesel, der sein maximales Drehmoment von 400 Nm bereits ab 1800 U/min zur Verfügung stellt und selbst im Drehzahlkeller fix auf den fordernden Gasfuß reagiert.

Die üppigen Kraftreserven des Vierzylinders beschleunigen den Madza3 mühelos auf Überholgeschwindigkeit und durchbrechen dabei vom Fahrer beinahe unbemerkt die 200-km/h-Grenze. Kurz darauf ist allerdings auch Schluss, denn das Limit erreicht der Japaner bei 213 km/h. Den Standardsprint auf Tempo 100 erledigt der Diesel in Kombination mit dem etwas hakelig geratenen Sechsgangschaltgetriebe in 8,2 Sekunden.

Durstiges Triebwerk

Überzeugend ist auch die Laufruhe des Motors. In Verbindung mit einer verbesserten Geräuschdämmung und einem verringerten Windwiderstand wird der Kompakte so zum wahren Flüsterer. Nicht ganz so unauffällig wie die Motorengeräusche ist der Durst des Antriebs. Vor allem bei freudig-flotten Touren über Land sinkt die Anzeigennadel trotz großem Tankvolumen zusehends. Bei zurückhaltender Fahrweise ist jedoch ein Durchschnittswert von 6,8 Litern Diesel je 100 Kilometer möglich, was gut einen Liter über den Herstellerangaben liegt.

Zu dem laufruhigen und kultivierten Selbstzünder kommt auf der Seite der Pluspunkte ein überarbeitetes und erfreulich agiles Fahrwerk hinzu, das eine deutlich sportlichere Gangart erlaubt als die meisten der «Klassenkameraden». Dennoch muss man im Mazda3 nicht auf den für den Alltag notwendigen Komfort, lediglich auf schlecht asphaltierten Straßen und auf Kopfsteinpflaster müssen die Fahrer mit teils unsanften Stößen rechnen.

Vor- und Nachteile des Navis

Bei der Lenkung sorgt eine Elektrohydraulik für Leichtgängigkeit und Präzision, mit der die Fahrt ins Parkhaus ebenso zum Kinderspiel wird, wie das Einparken oder Rangieren auf engem Raum. Recht viel getan hat sich im Innenraum. Der Fahrer nimmt in einem auf ihn zugeschnittenen Cockpit und bequemen, gut konturierten Sportsitzen Platz. Alle Bedienelemente sind auf ihn ausgerichtet, der Schalthebel ist nur wenige Zentimeter weg vom Lenkrad entfernt in der Mittelkonsole untergebracht.

Praktisch auch der Monitor des optionalen Navigationsgeräts; er befindet sich oberhalb des Armaturenbretts unter einer geschwungenen Blende immer im Blickfeld. Störend ist hingegen, dass das Navi nur vom Fahrer selbst bedient werden kann und er auf jegliche Assistenz vom Beifahrer verzichten muss. Ein neues Ziel kann somit nur vor dem Start oder bei langen Stopps im Stadtverkehr eingegeben werden.

Lediglich eine Ausstattungslinie

Im Mazda3 kommen wie gehabt fünf Personen problemlos unter. Nur bei großen Vorderleuten kann es hinten schon mal etwas eng um die Knie werden. Die Kopffreiheit hingegen ist großzügig bemessen. Für die kleineren Passagiere haben die Japaner serienmäßig eine Isofix-Kindersitzhalterung verbaut. Der Kofferraum nimmt durchschnittlich 340 Liter Gepäck auf, was durch das Umklappen der Rückenlehnen auf bis zu 1360 Liter ausgebaut werden kann.

Der starke Selbstzünder ist ausschließlich mit der Ausstattungslinie «Sports Line» bestellbar. Die umfangreiche Sicherheitsausstattung beinhaltet dann bereits ab Werk sechs Airbags, den Schleuderschutz ESP, Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion sowie einen Spurwechselassistenten. Außerdem sind eine Einparkhilfe, ein schlüsselloses Zugangssystem sowie eine Bose-Audioanlage mit sechsfachem CD-Wechsler Serie.

Breites Grinsen im Gesicht

Der frisch verjüngte Mazda3 hat in der heiß umkämpften Kompaktklasse jede Menge Konkurrenz. Doch in Kombination mit dem bärenstarken Motor, dem agilen Fahrwerk ist der Japaner ein gelungenes Kraftpaket mit Brot-und-Butter-Eigenschaften, das einige Kunden überzeugen wird. Kein Wunder also, dass der Japaner mit einem breiten Grinsen im Gesicht durch die Gegend fährt. (mid)






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