18. Juli 2013

Fahrbericht Hybrid statt Diesel Lexus IS 300F Sport: Die dritte Generation

Lexus IS 300F Sport: kantigere Formen
Lexus IS 300F Sport: kantigere Formen © Lexus

Diesel ist out bei diesem Lexus. Gespart wird beim IS 300F Sport mittels Hybridsystem. Wobei Sparen ist relativ: Die Tankstelle ist günstig, die Anschaffung taugt nicht für jede Brieftasche.




Von Elfriede Munsch

Seit Ende Juni steht der neue Lexus IS bei den Händlern. Die Mittelklasse-Limousine tritt nun in der dritten Generation an, um sich gegen die deutschen Platzhirsche Audi A4, BMW 3er oder Mercedes C-Klasse zu behaupten. Lexus setzt auf verschärfte Konturen, mehr Ausstattung – und Dieselverzicht. Die Rolle des Spritsparers übernimmt das aus anderen Toyota- und Lexus-Modellen bekannten Hybridsystem. Beim IS 300h summiert sich die Gesamtleistung auf 164 kW/223 PS. Ab 36.700 Euro beginnt das Sparen.


Verschiebbares Zentralinstrument

Zumindest theoretisch. Denn richtig gut sieht der IS 300h in der der F-Sport-Version aus, für die mindestens 45.900 Euro fällig werden. Der sogenannte Diabolo-Kühlergrill hat hier ein eigenständiges und sehr markantes Gitternetz, dazu gibt es mehr Chrom und schicke 18-Zoll-Felgen. Im Interieur gehören unter anderem ein Sportlenkrad mit perforiertem Leder, Aluminium-Sportpedale sowie sehr bequeme Sportsitze zum Serienumfang. Besonders gelungen ist das verschiebbare Zentralinstrument. Im Normalfall informiert hier die große Digitalanzeige über die gefahrene Geschwindigkeit. Aktiviert man die Taste für den Bordcomputer, verschiebt sich die Einheit nach rechts, ein Infodisplay wird sichtbar und zeigt etwa den Durchschnittsverbrauch an.

Weniger gelungen ist die Anmutung des Bedienfeldes in der Mittelkonsole. Immerhin: Die Handhabung der Tasten und Knöpfe verlangt keine komplizierten Erklärungen. Die Klimaautomatik lässt sich wie das Audiosystem einfach ansteuern. Die Verarbeitung kann sich sehen lassen.

Mehr Beinfreiheit

Verschiebbare Instrumente
Verschiebbare Instrumente © Lexus

Im Vergleich zum Vorgänger ist der IS um 8 Zentimeter auf eine Länge von 4,67 Meter gewachsen. Für das Platzangebot jedoch noch viel wichtiger: Auch der Radstand legte um 7 Zentimeter auf jetzt 2,80 Meter zu. Besonders im Fond haben sich die Bein- und Armverhältnisse verbessert. Jetzt können hier auch Erwachsene auf längeren Strecken beruhigt niederlassen. Da die Batterien des Hybridantriebs nun unter dem Kofferraum untergebracht sind, fasst das Gepäckteil 450 Liter.

Apropos Hybridantrieb: Unter der Haube werkelt die aus anderen Toyota- und Lexus-Modellen bekannte Hybridtechnik. Vom komplizierten und bewährten Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor samt Planetengetriebe bekommt man beim Fahren wie üblich nichts mit. Beim IS 300h summiert sich die Gesamtleistung auf 164 kW/223 PS, der Normverbrauch liegt mit der F-Sport-Variante bei immer noch guten 4,7 Litern. Das entspricht einem CO2-Ausstoß pro Kilometer von 109 Gramm. In der Basisversion sind es sogar nur 4,3 Liter und 99 g/km.

Akustische Schaltkulisse

Sportlich oder sportiv?
Sportlich oder sportiv? © Lexus

Der Standardspurt gelingt in 8,3 Sekunden. Das sportliche Sein erfährt allerdings schnell eine Begrenzung. Die Höchstgeschwindigkeit ist bereits bei 200 km/h erreicht. Und auch bei anderen Dingen hapert es ein wenig mit dem sportiven Eindruck. So agiert das stufenlose Getriebe zwar technisch zwar sanft, doch akustisch könnte es sich beim Gasgeben ruhig zurückhalten. Mit ein wenig Zurückhaltung wird es nicht nur leiser, sondern der Verbrauch sinkt auch unter 6 Liter. Trotzdem: Man kann mit dem IS 300h um die Ecken flitzen, das Fahrwerk wurde im Vergleich zum Vorgänger straffer und agiler ausgelegt.

Zudem setzt die Lenkung nun die Befehle direkter um. Serie bei der F-Sport-Ausstattung ist das variable Fahrwerk mit drei verschiedenen Fahrmodi.

Teure Ausstattungsoptionen

Viele Fahrerassistenten
Viele Fahrerassistenten © Lexus

Auch in anderer Hinsicht hat der IS zu den deutschen Platzhirschen aufgeschlossen. Assistenzsysteme wie ein adaptives Geschwindigkeitsregelsystem mit Pre-Crash-Safety-System oder ein Spurwechselwarner sowie ein Fernlicht- und Totwinkel-Helfer sind genauso erhältlich wie eine leistungsfähige Musikanlage von Mark Levinson. Dann ist man aber jenseits der 50.000 Euro-Marke. Ökologisch korrekt und gleichzeitig sicher: das hat eben seinen Preis. Zumal wenn es mehr Spaß macht. (SP-X)






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