7. Juni 2012

Fahrbericht Neue Motorenvariante Lexus GS 450h: Public Viewing der besonderen Art

Der Lexus GS fährt in vierter Generation vor Fotos ▶
Der Lexus GS fährt in vierter Generation vor © Lexus

Lexus schickt den GS in die vierte Generation. Die Limousine der oberen Mittelklasse bietet neben einem großen Monitor auch eine zweite Motorisierung zur Verjüngung der Klientel an.




Von Thomas Flehmer

Die Fußball-Europameisterschaft wirft ihre Schatten voraus. An sehr vielen öffentlichen Orten wird zum gemeinsamen Schauen der Turnierspiele eingeladen. Lexus bietet mit der ab dem 16. Juni erhältlichen vierten Generation des GS eine besondere Form des Public Viewings an. Die Ingenieure haben der oberen Mittelklasse einen 12,3 Zoll großen Monitor in die Mittelkonsole verbaut, auf der die fünf Insassen bequem nicht nur die Spiele der deutschen Nationalmannschaft verfolgen können. "Es ist weltweit der größte Monitor überhaupt, der in einem Serienfahrzeug verbaut wurde", sagt Chef-Entwickler Yoshihiko Kanamori stolz.


Lexus GS 450h legt vier Kilometer rein elektrisch zurück

Doch der Monitor ist nur ein Gimmick, das den neuen Lexus näher an die deutschen Premium-Hersteller heranführen soll. Viel wichtiger ist der Hybridantrieb der zweiten Generation, der beim Flaggschiff 450h, für das sich knapp 60 Prozent aller Kunden entscheiden werden. Gemeinsam mit dem 3,5 Liter großen Benzindirekteinspritzer mit 213 kW/290 und dem Elektromotor wird eine Systemleistung von 254 kW/345 PS erreicht, die den Verbrauch auf 5,9 Liter drücken soll. Lexus spricht von einer Verbrauchsreduzierung von 23 Prozent.

So kann der 1820 Kilogramm schwere Hybride – immerhin wurde er um 50 Kilogramm im Vergleich zum Vorgänger leichter – je nach Gasfuß bis zu vier Kilometer rein elektrisch zurücklegen, ehe die Nickel-Metallhydrid-Batterie wieder neuen Saft benötigt. In der Realität schaltet sich aber der Ottomotor schon früher zu und übernimmt die Hauptlast. In der Stadt funktioniert das Wechselspiel gut, aber über Land hat der Elektromotor Pause und der Verbrenner die gesamte Arbeit. Zwar nimmt der Lexus für einen Sechszylinder gut an Fahrt an, doch der Anzug des Fahrzeugs scheint langsamer voranzugehen, als es die für den Sprint angegebenen 5,9 Sekunden vorheischen.

Keine Platzprobleme beim Lexus 450h

Stimmige Oberklassenatmosphäre im Lexus GS
Stimmige Oberklassenatmosphäre im Lexus GS © Lexus

Trotzdem gibt der GS 450h auf der linken Spur eine gute Figur ab, jedenfalls bis Tempo 220 liegt die Mittelklasse-Limousine noch souverän auf dem Asphalt, bei Tempo 250 greift dann die Elektronik ein. Auch die Kurven der Landstraße werden gut gemeistert, besonders in der höchsten Variante F Sport, in der eine Allradlenkung zum Tragen kommt, die das Kurvenverhalten deutlich verbessert.

Die Insassen können die Fahrt genießen. Die Sitze sind mehrfach verstellbar und können so je nach Leibesfülle eingestellt werden. Bein- und Kopffreiheit wurden vorn und hinten vergrößert. Schwarzes Leder zusammen mit wertiger Plastik und Holz-Imitationen sorgen für eine stimmige Oberklassenatmosphäre. Und für eine Reise müssen Fahrer und Mitfahrer nicht mehr auf Gepäck verzichten. In der vierten Generation wurde die Batterie vertikal hinter den Rücksitzen verbaut auf der Hinterachse verbaut, sodass jetzt bei 482 Litern gleich 51 Prozent mehr Kofferraumvolumen im Vergleich zum Vorgänger zur Verfügung steht.

Premiere für Lexus 250

Neben dem Vollhybriden feiert in der vierten Generation ein 2,5 Liter großer Sechszylinder mit 154 kW/209 PS Premiere. Der kleine GS benötigt schon 8,6 Sekunden für den Sprint zur 100 km/h-Marke und gerade auf der Autobahn fühlt sich in höheren Geschwindigkeiten der Anzug recht zäh und hört sich - für eine Limousine nicht gemäß – recht rau und laut an. Und arbeiten muss die Limousine, schließlich liegen die 253 Newtonmeter maximalen Drehmoments auch erst bei 4800 Kurbelwellenumdrehungen an.

Beiden Modellen gemeinsam ist der Einzug zahlreicher Fahrassistenten, mit denen auch die deutschen Mitbewerber locken. Sie haben allerdings für die gewohnte Preispolitik der Japaner einen Nachteil. Zwar sind selbst schon die Basisversionen der GS-Modelle gut ausgestattet, aber mittlerweile können auch in der japanischen oberen Mittelklasse gut 20.000 Euro weiter angelegt werden, um das Auto in der höchsten Ausstattungsvariante „F Sport“ zu ergattern und noch einige Extras dazu zu holen.

Lexus GS 450h beginnt bei 54.750 Euro

Dabei beginnt der 450h erst bei 54.750 Euro. Ein Preis, den eher die erfahreneren Autofahrer anzieht. Kein Wunder, dass das Durchschnittsalter der GS-Kunden bei 54 Jahren liegt. Der neue GS 250 soll deshalb auch jüngere Kundschaft locken. Dieser beginnt bei 45.200 Euro. Damit die jüngeren Autofahrer aber das besondere Public Viewing im Auto genießen können, muss auch hier zunächst eine der beiden obersten Ausstattungsvarianten geordert werden, in der Basisvariante ist der 12,3 Zoll große Monitor nicht enthalten.






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