3. Januar 2012

Fahrbericht Überzeugender Mini-Van Kia Venga 1.6 CRDI: Klein, pfiffig, sparsam

Der Kia Venga bietet viel Variabilität zu einem attraktiven Preis.
Der Kia Venga bietet viel Variabilität zu einem attraktiven Preis. © AG/Mertens

Der Kia Venga rollt zum neuen Modelljahr mit verbrauchsärmeren Motoren und einer verbesserten Ausstattung zu den Händlern. Was der Mini-Van zu bieten hat, zeigt unser Test mit dem 1.6 CRDI mit 128 PS.




Von Frank Mertens

Mini-Vans sollen praktisch sein. Funktionalität und Alltagstauglichkeit stünden in diesem Segment beim Kauf im Vordergrund, sagt Kia-Chefdesigner Peter Schreyer. Doch wer Schreyer und seine Arbeit kennt, weiß, dass er niemand ist, der nur vernünftige Autos zeichnet. Schreyer steht für Emotionalität. Was das heißt, zeigte Schreyer bereits zu seiner Zeit bei der VW-Tochter Audi, für die er den TT schuf, der mittlerweile zu einer Design-Ikone aufgestiegen ist.

Okay, zu einer Design-Ikone wird der von Schreyer entworfene Kia Venga sicher nicht avancieren. Aber der Venga, der seit seinem Marktstart 2010 immerhin etliche Designpreise wie den renommierten "red dot award" einheimste, setzt im Segment der Mini-Vans optisch durchaus Maßstäbe. Der 4,07 Meter lange und 1,75 Meter breite Venga sieht knuffig aus, man schaut ihn gerne an.


Kia Venga mit kurzer Motorhaube

Die Motorhaube des in Europa entwickelten Kia Venga ist ausgesprochen kurz, die Seitenlinie steigt zum Heck hin an. Letzteres verleiht dem 1,60 Meter hohen Venga eine durchaus sportliche Note. Für viel Transparenz ist im Venga bereits durch die großen Seitenfenster gesorgt. Dieses Gefühl verstärkt sich noch einmal, wenn man sich für das optionale zweiteilige Panoramaglasdach entscheidet, das sich fast über die gesamte Länge des Daches erstreckt. Wer 900 Euro übrig hat, sollte sich für dieses Feature entscheiden.

Das Cockpit des Kia Venga
Das Cockpit des Kia Venga © Kia

Der Innenraum des Venga macht einen anständigen Eindruck. Auch wenn das Armaturenbrett aus Hartplastik besteht, sieht es keineswegs billig aus. Die Instrumente sind zudem klar strukturiert und lassen sich intuitiv bedienen. Die drei Rundinstrumente (Drehzahlmesser, Tacho, Tankanzeige) sind gut ablesbar.

Das trifft auch auf den Bordcomputer zu, der sich oberhalb der Mittelkonsole befindet. Leider wird die Bedienung bei Dunkelheit zum Suchspiel, denn auf eine Beleuchtung des Bedienknopfes wurde verzichtet – das ist unverständlich. Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden. Das Lederlenkrad liegt gut in der Hand und lässt sich sowohl in der Höhe und Länge verstellen.

Straffe Sitze im Venga

Die sehr straff gepolsterten Sitze im Venga bieten selbst in flott gefahrenen Kurven einen guten Seitenhalt. Leider gibt es keine Lordosenstütze, die man auf längeren Fahrten zum Wohl seines Rücken vermisst. Für ausreichend Platz im Innenraum ist für Fahrer und Beifahrer gesorgt und selbst im Fond finden zwei Erwachsene ausreichend Kopf- und Beinfreihheit (98 bzw. 90 Zentimter) vor.

Zu dritt wird es auf der Rückbank, die sich übrigens mit einem Handgriff in Längsrichtung verschieben lässt, allerdings etwas eng. Der Kofferraum bietet Platz für 314 Liter – wird der Laderaumboden entfernt, steigt die Kapazität auf akzeptable 440 Liter an.

Das Panoramadach sorgt für einen hellen Innenraum
Das Panoramadach sorgt für einen hellen Innenraum © AG/Mertens

Die Fahrleistungen im von uns getesteten Kia Venga 1.6 CRDI "EcoDynamics" mit 128 PS sind völlig ausreichend. Der Vierzylinder-Diesel, der im kalten Zustand indes doch arg vernehmlich dieselt, stellt ein maximales Drehmoment von 260 Nm zur Verfügung, das zwischen 1900 und 2750 Touren anliegt. In 11,1 Sekunden beschleunigt der Venga auf Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit ist bei 182 km/h erreicht.

Kia verspricht für das von uns getestete Spritsparmodell mit gut funktionierendem Start-Stopp-System einen Durchschnittsverbrauch von 4,4 Litern. In der Praxis wurde dieser Wert indes verfehlt, hier lag der Verbrauch bei trotzdem noch anständigen 5,4 Litern. Zum Modelljahr 2012 wurden die Verbrauchswerte nochmals optimiert; es soll eine Ersparnis von bis zu sechs Prozent erzielt worden sein.

Gutes Preisleistungsverhältnis

Die im Rückspiegel integrierte Rückfahrkamera im Kia Venga
Die im Rückspiegel integrierte Rückfahrkamera im Kia Venga © Kia

Für beides ist der Venga ein ideales Auto – für ein attraktiven Preis. Unser Testwagen in der höchsten Ausstattungsvariante Spirit steht samt Start-Stopp-System, Panoramglasdach und Sichtpaket (inklusive einer in den Spiegel integrierten Rückfahrkamera) mit 22.520 Euro in der Preisliste. Dafür bekommt der Kunde aber bereits ein voll ausgestattetes Auto vor die Tür gestellt. Zur Serienausstattung gehören dann eine Klimaautomatik, ein CD-Radio, Bluetooth, elektrische Fensterheber vorn und hinten, Sitzheizung (ab neuem Modelljahr zweistufig) und 17 Zoll-Leichtmetallfelgen.

Das Heck des Kia Venga
Das Heck des Kia Venga © AG/Mertens

Nicht zu vergessen ist natürlich die Sieben-Jahresgarantie, die Kia beim Kauf eines seiner Fahrzeuge gewährt. Der Spaß, einen Kia Venga beginnt übrigens bei 13.990 Euro für den 1,4-Liter-Einstiegsbenziner in der Ausstattungsvariante Attract, für den 1.6-Liter-Benziner werden aufgerufen und wem der Venga als Diesel auch mit 90 PS reicht, der muss für den 1.4 CRDI 17.680 in der Ausstattungsvariante Edition 7 bezahlen.






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