1. August 2012

Fahrbericht Trumpf: Sieben Jahre Garantie Kia Sportage 2.0 CRDi 4WD: Kultivierter Konkurrent

Der Kia Sportage ist vor allem optisch reifer geworden. Fotos ▶
Der Kia Sportage ist vor allem optisch reifer geworden. © AG/Flehmer

Den heimischen Herstellern fährt der Kia Sportage immer noch hinterher. Trotzdem bietet das Kompakt-SUV der dritten Generation neben dem äußerst gelungenem Design auch eine Menge Fahrspaß.




Von Thomas Flehmer

Die Zeiten der grauen Maus sind vorbei. Waren die ersten beiden Generationen des Kia Sportage sehr unauffällig gezeichnet, so hat sich das mit der dritten Generation radikal geändert. Aus der Feder von Chef-Designer Peter Schreyer ist ein optisch auffälliges, fast schon aufregendes Kompakt-SUV entstanden.


Kia Sportage mit auffälligem Design

Eine scharfe Front mit hochgezogenen Scheinwerfern und einem großen Kühlergrill sorgt für Aggressivität, die runde Seitenlinie mit schmalen Fenstern für einen coupéartigen Auftritt, die sehr hoch angebrachten Heckleuchten dominieren den Abschluss des 4,44 Meter langen Sportage.

Auch innen hat der kleine Geländewagen in der Top-Ausstattungsvariante "Spirit" mehr drauf als die Vorgänger. Der im slowakischen Zilina gebaute 1,6 Tonner ist gut auf europäische Verhältnisse abgestimmt. Die Instrumente sind übersichtlich und gut bedienbar. Das für diese Version serienmäßige Navi mit 7 Zoll-Kartennavigation, Touchscreen und Rückfahrkamera ist leicht einstellbar und zeigt präzise den Weg – das kann nicht jeder Hersteller vorweisen.

Schlechte Übersicht im Kia Sportage

Die Sitze sind etwas zu unkonturiert und könnten so etwas mehr Seitenhalt vertragen. Dafür können hinten – auch dank eines Radstandes über 2,64 Metern - auch Personen mit einer Körpergröße um die 1,90 Meter bequem sitzen, ohne Abstriche bei Kopf- und Beinfreiheit hinnehmen zu müssen - und das trotz der abfallenden Dachlinie hinter der B-Säule.

Sind die hinteren Plätze besetzt, ist der Fahrer umso mehr beim Rangieren auf die Rückfahrkamera angewiesen, da die Sicht schon allein durch das kleine Heckfenster behindert ist. Auch der Radfahrerblick könnte besser sein. Doch auch hier haben sich – wie bei anderen Herstellern auch – die Ideen der Designer gegenüber der besseren Übersichtlichkeit durchgesetzt. Übrigens – nach dem Aussteigen mussten die Türen des Testwagens härter als gewohnt zugeschlagen werden. Dagegen ließ sich die Heckklappe leichter schließen, nachdem bis zu 465 Liter Kofferraumvolumen, die bis auf 1353 Liter erweitert werden können, gefüllt waren.

Flüssige Beschleunigung mit dem Kia Sportage 2.0 CRDi

Und selbst gut gefüllt reichten die 100 kW/136 PS des 2.0 CRDi AWD, der mit dieser Motorisierung auch mit 184 PS angeboten wird, vollkommen aus. Der Allradler lässt sich nach Druck auf den Startknopf schnell bewegen, auch wenn im Datenblatt 11,3 Sekunden für die Beschleunigung von 0 – 100 km/h notiert sind. Gefühlt bewegt sich der Kia schneller, da auch die sechs Gänge flüssig eingelegt werden können.

Zudem kann der Koreaner recht sportlich um die Kurven bewegt werden, ohne dass die Sicherheit verloren geht. Das Fahrwerk ist gut abgestimmt, Unebenheiten im Straßenbelag dringen nicht an die Verlängerung der Wirbelsäulen heran. Somit lockt der Sportage auch ein wenig, auf freien Strecken der Landstraße mehr Gas als nötig zu geben. Läuft alles in den geregelten Bahnen verbrauchte der Zweiliter-Diesel im Testzeitraum 6,4 Liter Sprit in der Stadt – bei einem hohen Stadtautobahnanteil.

Kia Sportage2.0 CRDi AWD beginnt bei 25.600 Euro

Über Land flossen bei einem Tempo zwischen 120 und 140 km/h 7,2 Liter durch die Schläuche. Doch auf freier Autobahnstrecke ohne Tempolimit drang das SUV bei einem Tempo zwischen 160 und der Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h, die laut Tacho aber geknackt werden konnte, in den zweistelligen Liter-Bereich ein.

Auch beim Preis kann der Kia, der mit dem Hyundai ix35 auf identischer Plattform basiert, punkten. Der Zweiliter-Diesel – immerhin die zweitteuerste Variante der Baureihe – beginnt bei 25.600 Euro dort, wo manch andere Konkurrenten gerade erst mit ihren Basismodellen starten. Die Topvariante "Spirit" ist für 31.260 Euro bereits sehr gut ausgestattet, ohne dass etwas fehlt. Hinzu kommen noch die unschlagbaren sieben Jahre Garantie. Trotzdem hält sich der Kia Sportage laut KBA-Zulassungszahlen nur im Mittelfeld des Segmentes auf und hat in diesem Teil die Zeiten der grauen Maus noch nicht überwunden.






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