15. Dezember 2008

Fahrbericht Fahrbericht Kia Soul 1.6 VVT Der Soul gegen den Blues

Der  Kia Soul 1.6
Der Kia Soul 1.6 © Foto: Kia

Bemerkenswert selbstbewusst präsentiert sich Kias jüngstes Modell. Während der Soul beim Design sehr gefällig wirkt, bleiben bei den Motoren Wünsche offen.




Von Martin Woldt

Allzu lange liegt sie ja noch nicht zurück die Zeit der Filzmatten-Flokatis, knöcheltief eingebauter Fummelradios, brechender Lüftungsgitter, da man an einem Kia, allenfalls den Sitzkomfort loben konnte. Eingedenk dessen reibt man sich schon etwas verwundert die Augen. Ästhetisch einst hart am Wind mit Rudis Resterampe verkündet der neue Chefdesigner Peter Schreyer nun mit dem neuen Soul „den Durchbruch zum designorientierten Unternehmen“.


Ende der bleiernen Zeit

Und tatsächlich erinnert an diesem Auto nichts mehr an die bleierne Zeit aus den Neunzigern. Da wo sich noch beim Shuma oder Sehpia die lackierte Knautschzone befand, gibt es beim Soul eine „Tigernase“ aus der sich stimmig über ausgeformte Radläufe eine ansteigende Schulterlinie entwickelt, die in eines der steilsten Hecks mit dem kürzesten Überhang am Markt mündet. Darüber thront eine nach vorn leicht ansteigende gerade Dachlinie a la Mini, gestützt auf dunkel abgesetzte A-, B- und C-Säulen, die zusammen einen sehr dynamischen Oberbau formen. So selbstbewusst hat sich bislang noch kein Kia auf die Straße gestellt.

Vergleichsprobleme

Kantiges und steiles Heck
Kantiges und steiles Heck © Foto: Kia

Auch wenn es nicht stimmt, dass ,wie Kia behauptet, mit dem 4,11 Meter langen und 1,79 Meter breiten Auto wiedermal eine ganz eigene Fahrzeugklasse aufgemacht würde, gibt es schon ein paar Vergleichsprobleme. Der Soul drängt mit seinen optischen SUV-Anleihen in die Lücke zwischen Kleinwagen und Kompaktautos, in der sich ein paar kleine Kombis wie der Renault Grandmodus oder Minivans wie der Lancia Modus versuchen, und in der allenfalls der Skoda Roomster oder der Opel Meriva bislang überzeugen konnten.

Viel Platz, wenig Stauraum

Bei diesen Fahrzeugen geht es zu aller erst um Platz und Flexibilität auf kleinem Raum. Platz hat der Soul durchaus zu bieten. Bei einem Radstand von 2,55 Meter, sehr flachem Mitteltunnel und geradem Dachaufbau bleibt auf allen drei Fondsitzen bemerkenswert viel Bewegungsfreiheit, die gepaart mit den angenehm gepolsterten Sitzen und der guten Sicht zum besten Sitzkomfort in der zweiten Reihe gehören dürfte, den man in diesen Fahrzeuggrößen finden wird.

Keine verschiebbare Rückbank

Sportliche Seitenansicht
Sportliche Seitenansicht © Foto: Kia

Bei der Flexibilität sieht das schon etwas anders aus. Eine verschiebbare Rückbank wie im Skoda Roomster ließ sich nicht integrieren, so dass die Kniefreiheit hinten wohl günstig, der Kofferraum mit seinen 340 Litern Stauvolumen aber im Vergleich zum Roomster (450 Liter) deutlich kleiner ausfällt, erst recht wenn man sich für eine Abdeckung über der Ersatzradmulde entschieden hat. Und auch umgeklappt (819 Liter) bietet der Stauraum wenig mehr als halb so viel wie der des geräumigen Skodas. Soll aber für zwei 26 Zoll-Fahrräder reichen. Ein billiges Lifestyle-Argument, das auf Kunden zielt, die sowieso (noch) keinen Kia kaufen.

Aufwand beim Beschleunigen

Als Stadtauto will Kia den Soul verstanden wissen und gibt ihm dafür einen Benziner und ein Dieselaggregat mit auf den Weg. Mit 126 beziehungsweise 128 PS sind sie vergleichsweise gut bestückt, fast übermotorisiert. Was man dem Benziner allerdings nicht anmerkt. Der will auf Touren gebracht werden, um ihn zügig von der Ampel wegzufahren. 11 Sekunden sind es gemäß Datenblatt für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h. Der Aufwand beim Beschleunigen nähert allerdings Zweifel, dass der Realverbrauch auch nur in der Nähe des Herstellerangaben von 6,5 Liter liegen könnte.

Teuerer Diesel

Das Cockpit
Das Cockpit © Foto: Kia

Der Diesel fährt sich deutlich munterer, wirkt nur im niedrigen Drehzahlbereich etwas knurrig und eignet sich wohl auch eher für die Autobahn, wo bis 177 km/h drin sind. Der Verbrauch liegt bei 5,2 Litern auf 100 Kilometer. Im Preis (19.225 Euro) macht er aber einen Unterschied von über 4.200 Euro gegenüber dem Benziner aus. Die würde man bei gegenwärtigen Dieselpreisen und durchschnittlichen Jahreslaufleistungen erst in über fünf Jahren abfahren.

Gut ausgerüstet

Allerdings besitzt der Soul mit Diesel bereits eine Klimaanlage, die in Kombination mit einem Benziner 15.900 Euro verlangt. Dennoch scheint es schwer vorstellbar, dass das Dieselaggregat, zumal als Stadtauto, die erste Wahl werden soll, wie Kia denkt. Was beiden Motoren fehlt ist Spartechnologie. Für einen runden Markteintritt am 7. Februar hätte Start-Stopp-Technik zwingend dazu gehört. Aber die kommt erst im Verlauf von 2009, bleibt allerdings zunächst dem Cee´d vorbehalten. Dennoch bleibt die Einstiegsversion des Soul mit sechs Airbags, ESP oder elektrischen Fensterhebern vorn und hinten gut ausgerüstet. Sie soll 14.980 Euro kosten.






Mehr zur Marke Kia

Kleines SUV kommt im HerbstKia preist Stonic ein

Kia hat die Preise für den Stonic bekannt gegeben. Das kleine SUV der Koreaner kommt Ende September nach Deutschland.


Schwestermodell des Hyundai KonaKia Stonic: Das nächste SUV

Der Trend ist klar vorgegeben: Das Segment der SUV wird sich in den kommenden drei Jahren verdoppeln. Kia will mit einem weiteren Vertreter mit Geländeoptik ein weiteres großes Stück vom Kuchen abhaben.


Plug-in-Hybrid kostet 38.940 EuroKia gibt Preis für Optima Sportswagon PHEV bekannt

Kia hat den Preis der Plug-in-Hybrid-Variante des Optima Sportswagon bekannt gegeben. Nach Abzug der Kaufprämie kostet er unter 39.000 Euro



Mehr aus dem Ressort

Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.


Der Suzuki Ignis sticht aus der Menge heraus
Kleinwagen mit AllradantriebSuzuki Ignis: Feuer und Flamme in Kistenformat

Suzuki beweist Mut. Die Neuauflage des Ignis polarisiert durch ihr Erscheinungsbild, erzeugt aber im realen Alltag als praktischer Kleinwagen mit eigenem Outfit eine gewisse Wärme.


Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände
Erster Pickup der MarkeMercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.