24. Juli 2006

Fahrbericht Kia Sorento: Mehr Erfolg durch mehr PS

Der neue Kia Sorento
Der neue Kia Sorento © Foto: Werk

Kia hat vier Jahre nach dem Marktstart den Sorento herausgeputzt. Mit stärkeren Motoren soll der geländetaugliche SUV die Konkurrenz vor allem bei den deutschen Mitbewerbern verschärfen.




Von Thomas Flehmer

Kia peilt mit dem Sorento mehr Erfolg durch mehr PS an. Die Südkoreaner haben ihr Zugpferd, welches sie vor vier Jahren auf den Markt geschickt haben, einer Modellerneuerung unterzogen. Wichtigste Veränderung sind die wesentlich stärkeren Motoren, die die bisher erzielten vier Prozent Marktanteil im SUV-Segment in Deutschland weiter steigern sollen. Kia hofft, dass durch die Leistungssteigerung die Alternative Sorento im Konkurrenzkampf mit der X-Klasse von BMW oder der ML-Klasse von Mercedes dank des deutlich günstigeren Preises noch attraktiver wird.


Nur ein Motor bisher verfügbar

Allerdings haben die Südkoreaner die Einstiegsbedingungen - ähnlich wie die Konzernmutter Hyundai beim vor einem halben Jahr eingeführten Santa Fe - angezogen. Anstatt bei 25.000 Euro beginnt der 2.5 CRDi in der Basisvariante LX erst bei 29.790 Euro, die höhere Ausstattungsvariante EX steigt bei 32.940 Euro ein. Die Preise für den erst Ende des Jahres kommenden Benziner mit einem 3,3 V6-Motor mit 241 PS stehen noch nicht fest.

Somit muss sich der Kunde mit dem Diesel begnügen, der aber auch das Volumenmodell sein wird. Und die Leistungssteigerung von 140 PS auf 125 kW/170 PS sowie von 343 Nm auf 392 Nm bei 2000 U/min hat dem Sorento gut getan. Während der Vorgänger hauptsächlich zum Cruisen einlud, stehen dem Zweitonner nun auch andere Möglichkeiten offen. In zwölf Sekunden - und somit beachtliche zweieinhalb Sekunden schneller als die erste Generation - hat der Diesel die 100 Stundenkilometer erreicht und die Tachonadel stoppt erst bei 182 Stundenkilometern. So überzeugt der Geländewagen auch auf der Autobahn und lässt den Überholvorgang nicht in einem Elefantenrennen enden.

Rucklige Schaltung

Bisher nur als Diesel erhältlich
Bisher nur als Diesel erhältlich © Foto: Werk

Dabei begnügt sich der Sorento laut Kia mit 7,9 Litern Diesel, für die Automatik werden 8,6 Liter angegeben. Apropos Automatik: Diese Variante ist bei dem Zweitonner angebrachter. Das Fünfgang-Schaltgetriebe agierte bei den Testfahrten rund um Kopenhagen sehr ruckhaft und lädt so zu Nick- und Wankbewegungen ein. Bedauerlich ist bei beiden Getriebearten, dass mit der Leistungssteigerung nicht auch eine Getriebeerweiterung auf sechs Gänge vorgenommen wurde.

Erfreulich dagegen ist, dass mittlerweile das ESP serienmäßig in allen Varianten vorhanden ist. ABS und die elektronische Bremskraftverteilung EBD gehören ebenfalls serienmäßig dazu. Dagegen sind die aktiven Kopfstützen, die bei einem Unfall die Köpfe von Fahrer und Beifahrer sicherer auffangen, sowie die Projektionsscheinwerfer und Einparksensoren am Heck nur in der EX-Variante erhältlich.

Optisch kaum etwas Neues

Der Stoßfänger ist in der Mitte ausgeschnitten
Der Stoßfänger ist in der Mitte ausgeschnitten © Foto: Werk

In der Topversion lässt der Fahrer auch das elektronisch gesteuerte Allrad-System alleinverantwortlich die Motorkraft auf Vorder- und Hinterräder verteilen, um so für eine optimale Traktion zu sorgen. Die Basisausstattung verfügt lediglich über einen Heckantrieb. Im Gelände, in dem der Sorento bei den Testfahrten eine gute Figur abgab, kommt dann der zuschaltbare Allradantrieb hinzu.

Während beim Motor die stärksten Veränderungen vorgenommen wurden, hielten sich die Designer bei der Auffrischung eher zurück. Auf den ersten Blick kommt der Sorento daher wie das Modell der ersten Generation. Dank neuer Stoßfänger wuchs der SUV um nicht bemerkbare zwei Zentimeter auf 4,60 Meter an. Scheinwerfer und Rückleuchten wurden auch erneuert und fügen sich in die Kia-Modellpalette ein.

Praktisch ist die seperat zu öffnende Heckklappe
Praktisch ist die seperat zu öffnende Heckklappe © Foto: Werk

Der Praxis geschuldet wurde der hintere Stoßfänger in der Mitte ausgeschnitten, um das Be- und Entladen zu erleichtern. Auch das Heckfenster kann separat geöffnet werden, um kleinere Dinge im Kofferraum unterzubringen ohne die Klappe öffnen zu müssen.

Hohe serienmäßige Ausstattung

Der Innenraum wurde wertiger
Der Innenraum wurde wertiger © Foto: Werk

Im Innenraum bleibt bis auf die wertigeren Sitzbezüge und diverse Veredelungen an der Mittelkonsole alles beim Alten. Dank neuer Lehnen der Vordersitze erhalten die Passagiere der zweiten Sitzreihe noch mehr Beinfreiheit, die bei einem Radstand von 2,71 Meter eh schon gegeben ist. Viele Ablagemöglichkeiten - gleich vier Cupholder auf den vorderen Sitzen (!) - steigern den Komfort für längere Strecken. Dann kann auch der Laderaum von 441 Liter bei einer umgeklappten Rückbank bis auf 1751 Liter ausgebaut werden.

Dank hoher serienmäßiger Ausstattung auch schon in der Basisversion bleibt der Sorento somit eine günstige und attraktive Alternative im SUV-Segment. Leider kann der Dieselpartikelfilter nur optional für 500 Euro geordert werden.

Zwei Pakete zur Auswahl

Voll Gelände tauglich
Voll Gelände tauglich © Foto: Werk

Wer die Topversion LX noch weiter toppen möchte, dem stehen zwei Pakete zwischen 1650 und 1715 Euro zur Verfügung. Paket 1 beinhaltet eine Leder-Teilausstattung, zwei Sitzheizungen für die Vordersitze sowie einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz. Im Paket 2 sind die empfohlene Automatik und eine Geschwindigkeitsregelanlage enthalten.






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