4. September 2009

Fahrbericht Kia Sorento Der Angepasste

Der neue Kia Sorento
Der neue Kia Sorento © Foto: Kia

Die neue Generation des Kia Sorento wurde gleich in mehrfacher Hinsicht den gegebenen Umständen des Alltags angepasst. Neben der Eingliederung in das hauseigene Designschema soll das SUV den Stigmatisierungen des Segmentes entgegen wirken.




Von Thomas Flehmer

Es ist ein Kuriosum auf dem Markt. Das Segment der SUV wird aufgrund des hohen CO2-Ausstoßes öffentlich immer häufiger angeprangert. Doch selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres sechs Prozent mehr große Geländewagen verkauft als im Vorjahreszeitraum. Dabei ging die Abwrackprämie - bis auf den den Lada Niva oder den Suzuki Jimny - an diesem Segment mehr oder weniger vorbei. Selbst der mittlerweile betagte Kia Sorento konnte immer noch ein Plus von knapp 32 Prozent verbuchen. Somit wäre der Zeitpunkt für eine Ablösung aus unternehmerischer Sicht noch gar nicht fällig, doch der Zeitpunkt kommt im November früher als erwartet.


Neun Zentimeter länger

Zum einen wollen die Südkoreaner ihren Modellen seit der Einführung des Soul im vergangenen Jahr ein einheitliches Gesicht verpassen und den Kuddelmuddel mit verschiedenen Kühlergrill-Formen beenden. So hat nun auch der Sorento einen neuen Gitter-Grill erhalten, der von zwei lang gezogenen Scheinwerfern eingerahmt wird. Hinzu kommt eine lange Motorhaube mit ausgestellten Radhäusern, in denen von Beginn an je nach Ausstattung 17 oder 18 Zöller beherbergt sind.

Die mittlerweile 4,69 Meter lange Karosserie wurde um neun Zentimeter gegenüber dem Vorgänger verlängert. Zwei in den Ladeboden eingelassene Klappsitze ermöglichen den Transport von bis zu sieben Personen. Werden die Sitze nicht benötigt, steht das Kofferraumvolumen von 531 bis 1546 Liter zur Verfügung. Sehr pfiffig ist die Verstellbarkeit der Rückenlehnen in der zweiten Sitzreihe. Gepaart mit einer guten Beinfreiheit schwindet der Wunsch, unbedingt vorne sitzen zu müssen. Hier sorgt eine neu gestaltete Mittelkonsole mit zahlreichen Ablagemöglichkeiten trotzdem für Behaglichkeit, da zahlreiche Gadgets wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber oder Audiosystem schon von Beginn an Bord sind.

Erstmals auch als Fronttriebler

Zumeist nur auf Straßen unterwegs
Zumeist nur auf Straßen unterwegs © Foto: Kia

Und auch fahrtechnisch gibt der Sorento einen guten Part ab. Die Gänge lassen sich gut einlegen, das Fahrwerk bietet auf der Straße einen hohen Standard, ist dank einer Bodenfreiheit von 18,4 Zentimetern auch geländetauglich. Dank dem zweigeteilten Panoramaglasdach, dessen vorderer Teil geöffnet werden kann, sowie der Rückfahrkamera, deren Bild auf der linken Seite des Innenspiegels erscheint, lässt sich der Sorento gut an unübersichtlichen Stellen vorbeichauffieren.

Doch offroad gehen die Offroader selten, auch wenn ein Bergabfahrassistent ebenso an Bord ist wie der optionale Allradantrieb. Denn erstmals bietet Kia den Sorento auch als Fronttriebler an, was ungefähr so anmutet, als würde ein Fußballer ohne Schuhe auf dem Platz dem Ball hinterherrennen - auch wenn der Gang ins Gelände eher selten bis gar nicht vorkommen wird.

Hauseignes Downsizing

Gefälliges Cockpit mit zahlreichen Ablagemöglichkeiten
Gefälliges Cockpit mit zahlreichen Ablagemöglichkeiten © Foto: Kia

Und damit kommen wir zum anderen Punkt. Mit zwei Vierzylindern betreibt Kia das hauseigne Downsizing, um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Sechszylinder-Benziner wurde aus dem Programm genommen, an seine Stelle tritt ein neu entwickelter 2.2 Commonrail-Diesel mit 145 kW /197 PS. Recht durchzugskräftig präsentiert sich der Turbo-Diesel, auch wenn der mit einem Drehmoment von 421 Newtonmetern ausgestattete Motor noch etwas leiser hätte ausfallen können.

Innerhalb von 9,4 Sekunden hat der knapp zwei Tonnen schwere Sorento die 100 km/h erreicht und bietet dank seiner Durchzugskraft viel Fahrspaß. 7,4 Liter gibt Kia für den Gesamtverbrauch des Allradlers mit sieben Sitzen an, nach 100 Kilometern gemütlichen Cruisen über Stadt und Land konnte der Wert sogar noch um 0,1 Liter gedrückt werden. 194 Gramm CO2 werden dann pro Kilometer in die Luft gedrückt. Beim Vorgänger waren es bis zu 80 Gramm pro Kilometer mehr. Anders sieht es natürlich aus, wenn ständig die Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h erreicht wird.

Schlapper Benziner

Der Diesel wird bevorzugt
Der Diesel wird bevorzugt © Foto: Kia

Während der Diesel seine Arbeit vorzüglich verrichtete, agierte der 2,4 Liter große Benziner mit seinen 129 kW / 174 PS doch deutlich sämiger. Erst bei 3750 U/min liegt das maximale Drehmoment von 225 Nm an, der Wagen muss also häufiger getreten werden, um die Touren zu erreichen, was sich natürlich auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt.

So sollten die knapp 4000 Euro Mehrpreis für den Diesel investiert werden, um der Umwelt und sich selbst in Sachen Fahrspaß etwas Besseres zu gönnen. Ob angesichts des Einstiegs von 28.505 Euro für den Benziner noch der Sprung auf mindestens 32.280 Euro für den Selbstzünder geschafft werden, sei dahingestellt. Weitere 4500 Euro sind nötig, um die Topversion «Spirit» zu erhalten und dann ein rundum sehr gut ausgestattetes Fahrzeug fahren zu können. Und natürlich das Kuriosum in der SUV-Klasse zu verlängern.






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