26. April 2010

Fahrbericht Kia Sorento 2.2 CRDi Gelungene Eingliederung

Der Kia Sorento
Der Kia Sorento © Foto: Kia

Der neue Kia Sorento hat an Länge zugelegt. Mit der Einführung des neuen Turbodiesels wird selbst eingefleischten SUV-Gegnern der Wind aus den Segeln genommen.




Von Thomas Flehmer


Die Front der SUV-Gegner steigt angesichts der schwindenden Kraftstoffresourcen kontinuierlich an. Selbst teure Hybridlösungen à la VW oder Porsche können die Kritiker nicht besänftigen. Sicher muss es kein SUV sein, der kleine Kinder morgens zur Schule oder Kindergarten bringt. Doch ebenso kontinuierlich wie die Zahl der Kritiker wächst auch noch die Zahl der Anhänger der großen Gelände wagen, die letztendlich nie den Sprung in das Gelände wagen.


Besondere Werbung für Geländewagensegment

Zur Gemüterbesänftigung trägt nun der neue Kia Sorento bei. War die erste Generation Vorreiter für die südkoreanische Marke, auch außerhalb Asiens Klientel heranzuschaffen, so kann nun die zweite Generation Werbung für das gesamte Segment betreiben.

Sieben Liter benötigte der 1,8 Tonner bei den Verbrauchsfahrten in der Stadt, 0,7 Liter mehr waren es auf den Fahrten über Land, die anerkennend die Augenbrauen hochschnellen ließen. Auch wenn damit der angegebene Verbrauch für die Autobahn über 5,4 Liter und der kombinierte Verbrauch von 6,7 Litern knapp verfehlt wurde, zeigen die Werte deutlich auf, dass ein Hybridantrieb in diesem Segment eigentlich nicht benötigt wird.

Trotz 1,8 Tonnen sportlich

Dabei agiert der 145 kW/197 PS starke Sorento für seine 4,69 Meter Länge und 1,89 Meter Breite sogar recht behende. 9,4 Sekunden benötigt das sportliche Dickschiff aus dem Stand bis Tempo 100. 190 km/h sind die absolute Spitze für den als Fünf- oder Siebensitzer erhältlichen Geländewagen für die Stadt. Die sechs Gänge lassen sich gut einlegen und auch das Fahrwerk verrichtet die Arbeit ordentlich - sprich, man fühlt sich im Innenraum wohl.

Dieser wurde nochmals aufpoliert und hat seinen asiatischen Charme vollends aufgegeben, was auch kein Wunder ist, da der Sorento in Rüsselsheim kreiert und hauptsächlich für Europa gefertigt wurde. Die Sitze sind gut konturiert mit dem nötigen Seitenhalt, Platzangst wird niemand bekommen, es sei denn in der dritten Sitzreihe nimmt jemand mit einer Körpergröße über 1,20 Meter Platz. Wird auf die beiden Notsitze verzichtet, stehen zwischen 528 und 1582 Liter zur Verfügung.

Mitgewachsene Preise

Ohne zwei weitere Köpfe ist auch die Sicht nach hinten besser, die ansonsten eingeschränkt ist. Beim Einparken hilft eine Rückfahrkamera, die das Bild im linken Rand des Innenspiegels überträgt - also dort, wo der Fahrer auch eher hinschaut als in die untere Mitte-Region, wo ansonsten die Bilder im Display des Navis übertragen werden. Nervig dagegen ist der automatische Schließmechanismus. Erst wenn der Schlüssel abgezogen ist, werden auch die Türen frei gegeben, ansonsten bleiben sie verschlossen. Und in den zwei Wochen Testzeitraum musste nicht nur der Fahrer öfters mal etwas von hinten herausholen und stand vor verschlossenen Türen.

Ansonsten ist das Heranwachsen an europäische Standards vollauf gelungen, fünf Punkte gibt es beim EuroNCAP-Crashtest. Aber ebenso wie die Standards gewachsen sind, ist auch konstant der Preis mitgewachsen. Absolute Schnäppchen sind die Koreaner nicht mehr, doch die gehobene Qualität hat natürlich ihren Preis. So kostet der gut ausgestattete Sorento 2.2 CRDi mit der Serienausstattung "Spirit" stolze 40.090 Euro. Bei 36.750 Euro beginnt diese Variante. Doch Rückfahrkamera (300 Euro), Panorama-Glas-Schiebedach (900), Metallic-Lackierung (440), die dritte Sitzreihe (900) und Teilledersitze (750 Euro) trieben den Preis weiter in die Höhe. Aber die meisten Anhänger großer Geländewagen haben auch größere Geldbörsen als die Kritiker.






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