30. April 2009

Fahrbericht Kia Picanto Kleiner mit viel Würze

Der Kia Picanto
Der Kia Picanto © Foto: Kia

Der Kia Picanto ist nicht nur wegen der derzeit aktuellen Abwrackprämie sehr beliebt. Vor allem in der Stadt spielt der Flitzer seine Stärken aus.




Von Sabine Stahl

Als kleines Raumwunder punktet der Kia Picanto in zweierlei Hinsicht: Einerseits bietet der koreanische Flitzer trotz seiner überschaubaren Außenlänge im Innenraum vier Erwachsenen ausreichend Platz. Andererseits passt das kleine City-Fahrzeug gerade wegen seines kompakten Formats und dem Wendekreis von unter zehn Metern in jede Parklücke. Ebenfalls recht überschaubar fällt der Einstiegspreis mit 8690 Euro aus.


Günstig, aber nicht billig

Doch auch wenn der Picanto günstig ist, billig ist er deswegen noch lange nicht. Vor allem im Innenraum überrascht der Kleinstwagen mit passgenau eingesetzten Materialien, einem schönen und übersichtlichen Armaturenbrett und einer guten Geräuschdämmung. Dadurch wird vermieden, dass man während der Fahrt ständig das Gefühl hat, in einem Billigauto zu sitzen.

Ablagemöglichkeiten gibt es in den Türverkleidungen sowie in Form eines Getränkehalters in der Mittelkonsole. In den höheren Ausstattungen sind zudem noch ein Brillenfach, eine Ablage im Gepäckraumboden und sowie Taschen in den Rückenlehnen der Vordersitze integriert. Bei seinem Äußeren setzt der Kleine mit den großen Augen vor allem auf den Knuddel-Look, der durch einen trapezförmigen Lufteinlass unter dem schmalen Kühlergrill und seitlichen Sicken etwas aufgepeppt wird.

Fehlender Seitenhalt

Nett gestalteter Innenraum
Nett gestalteter Innenraum © Foto: Kia

Fahrer und Beifahrer haben im Picanto genügend Platz, nur der fehlende Seitenhalt der Vordersitze trübt den guten Eindruck. Auf den Fondsitzen ist es wie in allen Kleinwagen naturgemäß etwas eng, doch reichen die Platzverhältnisse aus, um zumindest auf mittellangen Strecken bequem sitzen zu können. Kindersicherung für die hinteren Türen sowie Isofix-Halterungen sind stets an Bord.

Der Kofferraum hat zwar seinen Namen kaum verdient, doch wenn die Rücksitzbank umgelegt wird, wächst das Gepäckvolumen von 127 Litern auf bis zu 882 Liter. Da die Rückenlehnen der Fondsitze jedoch nur mäßig nach vorn schwingen, entsteht keine ebene Ladefläche und so wird man beim Transport mehrere Getränkekisten schnell Probleme bekommen. So lassen sich Einkaufstaschen und größere Kisten meist besser auf dem Rücksitz selbst unterbringen, denn der Picanto ist immer ein Fünftürer. Statt einem Reserverad ist serienmäßig ein Reifenreparaturset an Bord.

Lediglich ein Antrieb

Ein Motor mit 65 PS steht zur Verfügung
Ein Motor mit 65 PS steht zur Verfügung © Foto: Kia

Die Wahl des Motors fällt leicht, denn Kia bietet ausschließlich einen 1,1-Liter-Ottomotor mit 48 kW/65 PS an. Der kleine Antrieb ist trotz geringer PS-Zahl durchaus spritzig und macht die Fahrt zusammen mit dem recht komfortablen Fahrwerk zum Vergnügen. Lediglich bei Steigungen und auf der Autobahn hat der Motor etwas Mühe, die gewünschte Geschwindigkeit zu halten beziehungsweise zu erreichen. Der Spurt auf Tempo 100 ist nach 15,1 Sekunden erledigt. Bei 154 km/h ist dann jedoch Schluss. Dafür entschädigt der Vierzylinder mit seinem vergleichsweise ruhigen Lauf, der den in dieser Klasse häufig eingebauten Dreizylinder-Motoren überlegen ist.

Gekoppelt ist das Triebwerk an ein gut gängiges Fünfgang-Schaltgetriebe, das sich lediglich beim Einlegen des Rückwärtsganges manchmal sperrig zeigt. Optional steht auch eine Vierstufen-Automatik bereit. Die Lenkung des Picanto ist etwas zu unpräzise, dafür hält sich der Kraftstoffverbrauch des Kleinen mit rund 5,5 Litern je 100 Kilometer angenehm in Grenzen.

Lockangebot ohne Sicherheit

Der günstige Einstiegspreis des Koreaners von unter 9000 Euro hat jedoch auch einen Haken. In der Basis-Version sind nur zwei Airbags an Bord und ESP ist erst ab einer höheren Ausstattung überhaupt bestellbar. So ist die nächst höhere Ausstattung «Start» für 9290 Euro beinahe Pflicht. Denn hier sind nicht nur vier Airbags mit dabei, auch Komfort-Elemente wie Zentralverriegelung und ein schönes Lederlenkrad sind enthalten.

Gemeinsam mit den aufpreispflichtigen Extras wie ESP, Klimaanlage und Radio kommt man jedoch auf rund 10.700 Euro. Dann ist das schon ein ganz schön gesalzener Preis für den Kleinwagen Picanto, doch dafür hat er ja auch einiges an Würze zu bieten. (mid)






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