8. Oktober 2012

Fahrbericht Neue Wege mit der Batterie Kia Optima Hybrid: Vorsichtiges Zeichen

Kia steigt mit dem Optima in die Hybrid-Welt ein. Fotos ▶
Kia steigt mit dem Optima in die Hybrid-Welt ein. © AG/Flehmer

Kia steigt in die Hybrid-Welt ein. Wie bei anderen Herstellern fangen auch die Koreaner beim Flaggschiff an, ehe auch die anderen Modellreihen mit dem alternativen Antrieb ausgestattet werden.




Von Thomas Flehmer

Es ist ein zarter Anfang. Kia hat dem Optima einen zusätzlichen Elektromotor spendiert, sodass die Mittelklasse-Limousine nun auch als Hybridversion angeboten wird. "Wir wollen ein vorsichtiges Zeichen setzen", sagt Martin van Vugt, Geschäftsführer von Kia Deutschland, "auch um der Marke einen Schub mehr Ausstrahlung zu verleihen."


Kia Optima Hybrid segelt in hohen Bereichen

Der Schub mehr an Ausstrahlung befindet sich dabei im technischen Bereich. Die Koreaner setzen beim Optima weder auf eine Lithium-Ionen-, noch auf eine Nickel-Metallhydrid-Batterie, sondern gehen einen eigenen Weg mit einer Lithium-Polymer-Batterie. Laut Benny Oyen, Vertriebschef Europa vom Kia, ist diese Batterie schmaler und leichter, verfügt über mehr Energie und Stabilität und strahlt weniger Hitze aus als die Systeme der Mitbewerber.

Im reinen Fahrbetrieb ist der Unterschied zu anderen Systemen kaum bemerkbar. Beim Anfahren und in niedrigen Geschwindigkeiten werkelt der 40 PS starke Elektromotor, theoretisch sind bis zu 1,5 Kilometer rein elektrisch möglich, ehe sich der zwei Liter große Benziner mit 150 PS dazugesellt. Der Elektromotor fungiert dann als Unterstützung bei Steigungen und lädt die Batterie wieder auf. Aber auch in hohen Geschwindigkeitsbereichen verdrängt der Elektro- den Ottomotor und zwar dann, wenn der Fuß vom Gaspedal und der Elektromotor das so genannte Segeln übernimmt.

Entspannte Fahrweise im Kia Optima Hybrid

Dabei fährt sich das 4,85 Meter lange Flaggschiff recht sportlich. In 9,5 Sekunden sind die 100 km/h erreicht, bis zu einer Geschwindigkeit von 192 km/h zieht der Optima. Allerdings liegen diese Werte nicht im Charakter des rund 1,7 Tonnen schweren Koreaners, dessen Beschleunigung ab 120 km/h auch schon recht zäh ist.

Bei dem Hybriden geht es darum, die angegebenen Werte von 5,4 Litern auf 100 Kilometern zu erreichen, was einem CO2-Ausstoß von 125 Gramm pro Kilometer entspricht. Unterstützend wirkt dabei das leise Vorankommen sowie der hohe Komfort im Innenraum der gut ausgestatteten Limousine – beide Aspekte tragen zu einer ruhigen und entspannten Fahrweise bei.

Bescheidene Ziele für den Kia Optima Hybrid

Das auffällige Design sowie die Außenmaße des Hybriden sind dabei identisch mit den Modellen ohne Hybridantrieb. Der cW-Wert wurde durch diverse Veränderungen an Karosserie und Unterboden bei der Hybridversion von 0,29 auf 0,26 gesenkt. Die Batterie lässt das Kofferraumvolumen von 505 auf 369 Liter schrumpfen. Ansonsten präsentiert sich der Optima Hybrid unverändert und – man muss es neidlos anerkennen – unverändert schön.

Der Aufpreis für die Hybridversion hält sich auch im Rahmen. Ab 29.990 Euro startet der 2.0 CVVT Hybrid, die höchste Ausstattungsversion Spirit beginnt 6000 Euro später – unschlagbar für diese Klasse. Hinzu kommen die ebenso unschlagbaren sieben Jahre Garantie, auch auf die Batterie.

Im Laufe der Zeit sollen alle anderen Kia-Modelle auch den Hybridantrieb erhalten. Der Optima bildet den Anfang. Zwischen 200 bis 250 Einheiten sollen Deutschland in diesem Jahr noch verkauft werden – bescheidene Ziele. Denn die Käuferschichten für ein solches Modell sind rar gesät. Der Privatkunde müsste technisch affin sein, der Flottenkunde sein jahrelanges Verhältnis mit den deutschen Premiumkunden beenden. Es ist ein zarter Anfang.






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