30. November 2007

Fahrbericht Meilenstein mit Erfolgscharakter

Der Kia Cee'd
Der Kia Cee'd © Foto: Kia

Kia hat sich mit dem Cee'd endgültig in Europa etabliert. Der Golf-Konkurrent kann selbst mit dem kleinsten Motor überzeugen. Als großer Trumpf erweist sich die extrem lange Garantiezeit.




Von Thomas Flehmer

Die Zeiten, in denen Kia als Exot in deutschen Landen betrachtet wurde, gehören der Vergangenheit an. Mit dem Cee'd, der ersten Modellfamilie des südkoreanischen Autoherstellers hat das Unternehmen endgültig den Weg zur skeptischen Basis gefunden. Nicht nur, dass der Kompaktwagen in Europa und nur für europäische Kunden gefertigt wird, lässt Vorurteile schmelzen. Im Praxistest konnte der Golf-Konkurrent selbst mit seiner kleinsten Maschine etwaige Vorbehalte zur Seite schieben.


Solide Basis

Der 80 kW/109 PS-starke Einstiegs-Benziner präsentiert sich als solide Basis für den Weg von A nach B. Mit 137 Nm, die bei 5000 U/min anliegen, ragt er nicht gerade als Sprinter heraus, aber das wird von dem kleinen 1,4 Liter-Triebwerk auch nicht verlangt. Das je nach Ausstattung um die 1,3 Tonnen schwere Fahrzeug wird trotzdem gut bewegt und ist wahrlich kein Hindernis im Verkehr, sondern reiht sich gut ein. Das Fahrwerk ist straff, aber genügend komfortabel, das Zusammenspiel zwischen Lenkung und Straße ist sehr gut.

Auch auf der Autobahn agiert der Cee'd solide, wird aber selten längere Zeit die linke Spur blockieren. Schließlich ist bei 187 km/h die Höchstgrenze erreicht. Angenehmer fährt es sich mit dem lediglich mit einem Fünfgang-Getriebe ausgestatteten Cee'd aber rund 25 km/h langsamer - und das reicht ja auch aus. Schließlich soll der CO2-Ausstoß von 145 Gramm pro Kilometer nicht noch weiter in die Höhe getrieben werden. 6,1 Liter Super gibt Kia als Verbrauch im Mix an, im Testzeitraum zeigte der Bordcomputer knappe sieben Liter an. Damit lässt es sich als Ottomotor noch leben.

Europäisches Design

Das Cockpit des Kia Cee´d
Das Cockpit des Kia Cee´d © Foto: Kia

Sehr gut leben lässt es sich auch mit dem Outfit. Hier wird am deutlichsten sichtbar, dass der Südkoreaner eigentlich ein Europäer ist. Kia hat den Cee'd deutlich eingenordet und nennt den Stil ED - European Design. Wo früher runde Heckleuchten den asiatischen Stil kennzeichneten, könnte der 4,24 Meter lange Kia - wenn man ihn seiner Embleme berauben würde - glatt als Golf durchgehen.

Natürlich sind Unterschiede erkennbar. Der Kia ist mit einer Höhe von 1,48 Metern ein wenig größer als der Segment-Leader. Auch die Motorhaube ist etwas höher angesetzt, der Kühlergrill nimmt mehr Platz ein. Dem europäischen Trend geschuldet sind die lang nach hinten gezogenen Scheinwerfer. Dagegen weist die Seitenlinie sehr starke Ähnlichkeit mit dem Golf auf. Unterschiede gibt es bei den Heckleuchten. Während diese beim Golf in die Mitte streben, umranden die Rücklichter die Heckklappe des Cee'd.

Viel Platz im Innenraum

Gut ausgestatteter Innenraum
Gut ausgestatteter Innenraum © Foto: Kia

Auch im Innenraum sind asiatische Design-Formate nicht erkennbar. Alles ist hier gut an seinem Platz und sehr gut erreichbar. Die Instrumente sind dem Fahrer zugewandt und gut ablesbar. Sehr praktisch gelöst ist der USB-Anschluss für den iPod, der zwischen Mittelkonsole und Mitteltunnel angebracht ist.

Die Sitze geben allen Insassen genügend Sitzfreiheit und Seitenhalt. Dank 2,65 Meter Radstand können sich auch die Personen der zweiten Sitzreihe wohlfühlen. Eine europäische Lösung wurde auch beim Kofferraum gefunden, der 340 Liter aufweist, die auf 1300 Liter bei umgeklappten Rücksitzen erweitert werden können. Anstatt nur eine kleine Luke mit hoher Ladekante zu präsentieren, erweist sich das Beladen als sehr einfach.

Attraktive Garantie

Attraktive Seitenlinie
Attraktive Seitenlinie © Foto: Kia

Zwar hat Kia im vergangenen Jahr angefangen, den Weg weg vom Billig-Image zu beschreiten, doch bleibt der Preis für den Cee'd äußerst angenehm. Bei 14.300 Euro beginnt der Einstieg in die Basisversion. Die von uns gefahrene Ausstattungslinie EX ist für mindestens 16.870 Euro zu haben. Hinzu kommen optional das «Sicht und Sitz»-Paket für 1200 Euro unter anderem mit vier Einparksensoren hinten, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, Regensensor, Sitzheizung und Glasschiebedach.

Weitere 1210 Euro kostet das Travel-Paket mit Klimaautomatik und Navigationssystem. Damit bleibt man unter 20.000 Euro. Das Schmuckstück beim Preis ist jedoch die Garantie über sieben Jahre oder 150.000 Kilometer. Fünf Jahre gilt die Garantie für das gesamte Fahrzeug und den Lack, zwei weitere Jahre für den Antriebsstrang samt Motor und Getriebe. Diese ist zudem beim Wiederverkauf übertragbar, soweit alle Wartungsintervalle eingehalten wurden.

Erfolgsgeschichte oder Zuschussgeschäft

Das Heck des Cee'd
Das Heck des Cee'd © Foto: Kia

Für Kia avancieren deshalb die nächsten Jahre zur Nagelprobe. Sollten die Fahrzeuge den den langen Zeitraum ohne Probleme überbrücken, wird der Cee'd wahrlich zum zweiten Meilenstein des Unternehmens nach dem Sorento, wie Kia-Geschäftsführer Haydan Leshel den Kompakten tituliert.

Sollte der Golf-Konkurrent jedoch häufiger in den Werkstätten auftauchen, käme er einem Zuschussgeschäft gleich. Die Eindrücke selbst mit dem kleinsten Motor scheinen eher auf eine Erfolgsgeschichte hinzudeuten.









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