4. Dezember 2006

Fahrbericht Kia Cee'd: Saat für Europa

Der Kia Cee'd
Der Kia Cee'd © Foto: Werk

Der Cee'd soll das neue Gesicht von Kia werden. Die ambitionierten Ziele der Südkoreaner werden beim neuen Golf-Konkurrenten nicht nur durch eine geniale Garantiezeit gestützt.




Von Thomas Flehmer

Kia vollzieht den Wandel weg von der Billigmarke. Nachdem das Unternehmen aus Südkorea bereits beim Sorento, Carnival und Carens eine deutliche Aufbesserung herbeiführte, soll nun der Cee'd im hart umkämpften C-Segment für Furore sorgen. «Wir wollen weg von der Billig-Marke in Richtung Image», sagte Haydan Leshel, Geschäftsführer von Kia Deutschland, bei der Präsentation des Kompakten. Der Nachfolger des unauffälligen Cerato ist dabei ein wichtiger Meilenstein. «Er besitzt einen Stellenwert wie seinerzeit der Sorento», so Leshel.


Sieben Jahre Garantie

Dabei ist der Stellenwert des Cee'd besonders für Europa wichtig. Denn der Golf-Konkurrent ist das erste Auto von Kia, das in Europa und nur für Europa gebaut wird. So steht der Name zum einem für «Concept Europe - European Design», zum anderen steht das englische Seed, die Saat, Pate für den zu erwarteten Erfolg, der relativ schnell anwachsen soll. Im kommenden Jahr sollen 105.000 Cee'd auf den europäischen Straßen unterwegs sein, ab 2008 dann mindestens 150.000 Exemplare pro Jahr.

Locken soll dabei zunächst der Preis. Die von uns gefahrene Einstiegsversion, ein 1,4 Liter Benziner mit 81 kW/109 PS, steht in der Basisausstattung mit 14.300 Euro in der Liste - 19 Prozent Mehrwertsteuer schon eingerechnet. Der günstigste Golf mit 80 PS beginnt bei 16.157,33 Euro. Als Bonbon haben die Südkoreaner den Cee'd noch mit einer Garantiezeit von sage und schreibe sieben Jahren oder 150.000 Kilometer ausgestattet. «Die Garantie ist eine Restwertstabilisierung, die zudem Vertrauen schaffen soll», so Leshel.

Drei Benziner, zwei Diesel

In insgesamt zwölf verschiedenen Farben erhältlich
In insgesamt zwölf verschiedenen Farben erhältlich © Foto: Werk

Und das Vertrauen baut sich beim 4,24 Meter langen Cee'd schnell auf. Das «neue Gesicht von Kia», die Frontpartie, wirkt solide, fast bieder. Der Kia sieht aus wie ein Mix aus Audi A3 und Toyota Corolla. Die Plastik im Innenraum wirkt eher billig, aber das ist zu verschmerzen. Wichtiger sind das gute Platzangebot, auch hinten, 340 Liter Kofferraumvolumen, die auf 1300 Liter ausgeweitet werden können, sowie die zur Verfügung stehenden Motoren, drei Benziner und zwei Diesel.

Überraschend stark präsentiert sich dabei bereits der kleine Benziner. Zwar verfügt der 1.4 CVVT lediglich über ein maximales Drehmoment von 137 Nm, die erst bei 5000 U/min anliegen, doch genügte der Cee'd auf den ersten Testfahrten voll und ganz. Selbst Steigungen wurden gut genommen. Sicher, man muss den Kompakten im hohen Drehzahlbereich fahren, um voranzukommen, doch dabei gibt der Cee'd eine gute Figur ab. Die angegebenen 6,1 Liter Super sind aber deshalb nicht zu halten. Bei 7,8 Litern pendelte es sich ein.

Überzeugendes Fahrwerk

Solider Innenraum
Solider Innenraum © Foto: Werk

Auch beim Fahrwerk hat Kia zugelegt. Vorbei sind die Zeiten, in denen es schwammig voranging. Das 1263 Kilogramm schwere Mobil liegt gut auf der Straße und in den Kurven. ESP ist serienmäßig vorhanden und schafft wie die sechs Airbags weiteres Vertrauen in den Neuen. Die von Kia angegebene Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h ist aber nur bergab zu erreichen. Allerdings ist der ab dem 19. Januar erhältliche Cee'd auch nicht unbedingt für schnelle Geschwindigkeiten ausgelegt, 160 km/h reichen voll und ganz, dann kann auch noch die Unterhaltung fortgesetzt werden.

Wer es schneller möchte, sollte auf die Zweiliter-Motoren ausweichen, egal, ob Diesel oder Benziner. Hier sollte aber auf die Automatik verzichtet und die nur bei den Zweilitern erhältliche Sechsgang-Schaltung bevorzugt werden. Bei den Dieseln sollte man zudem den Mai abwarten, da dann der zur Serie gehörende Rußfilter in einem geschlossenen System arbeitet.

Finanziell attraktiv

Ausreichend Platz im Kofferraum
Ausreichend Platz im Kofferraum © Foto: Werk

Zu diesem Zeitpunkt kommt auch ein Kombi, der sportlichere Pro Cee'd als Dreitürer wird Ende des kommenden Jahres erwartet. Dann sollen bereits 8000 Stück des Cee'd in Deutschland unterwegs sein.

Eine ambitionierte Zahl, doch Kia hat mit dem Cee'd einen weiteren Vorstoß Richtung Westeuropa gemacht. Während bei den anderen Modellen zugleich eine deutliche Preiserhöhung mit einherging, bleibt der Cee'd, dessen preisliches Ende der Zweiliter-Benziner in der Topausstattung TX mit 21.425 Euro bildet, auch finanziell attraktiv und legt so die Saat für den Erfolg - mit Garantie.






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