14. Mai 2008

Fahrbericht Kia Cee’d 1.6 SW Auf Augenhöhe

Der Kia Ceed SW
Der Kia Ceed SW © Foto: Kia

Nachdem der Golf-Konkurrent «Ceed» Kias erfolgreichstes Modell geworden ist, hat der koreanische Hersteller mit einem Kombi selbstbewusst nachgelegt.




Von Stefan Zaumseil

Langweilig sind die Kia schon lange nicht mehr. Das gilt ganz besonders für den im slowakischen Zilina gebauten Ceed Sporty Wagon. Seitenlinie und Heck zeigen Elemente, wie man sie von der europäischen Konkurrenz kennt, die großen Heckleuchten sind bis zur Dachkante hochgezogen. Die Front zeigt das Schritt für Schritt eingeführte Markengesicht mit Chromleisten im Grill, großen Klarglasscheinwerfern und der weit heruntergezogenen Motorhaube. Im Innenraum erwartet die Insassen mehr Funktionalität als Lifestyle. Das Cockpit ist übersichtlich und klar gegliedert, die drei Rundinstrumente mit den hellgrauen Einlagen sind gut ablesbar. Die gute Verarbeitung des Innenraums entspricht dem Klassendurchschnitt - obwohl das Armaturenbrett weich ausgeschäumt ist, könnten sich die verwendeten Materialien etwas besser anfühlen.


Ebener Ladeboden

Unverändert gegenüber dem Fünftürer ist der Radstand von 2,65 Meter. Die 23,5 Zentimeter mehr des 4,47 Meter langen Kombis sind ausschließlich dem Gepäckabteil zu gute gekommen. Vier Personen haben mehr als ausreichend Platz, die gute Kopf- und Schulterfreiheit fällt besonders in der zweiten Reihe angenehm auf. Auf den Vordersitzen finden dank des höhen- und längsverstellbaren Lenkrades auch groß gewachsene Fahrer Platz. Der Kofferraum mit 534 Liter Volumen lässt sich durch Umlegen der 60:40 geteilten Rücksitze auf 1.664 Liter vergrößern. Das könnte jedoch leichter gehen: Zuerst müssen die Sitzflächen nach vorn geklappt, anschließend können die Lehnen umgeklappt werden. Lohn der Mühe ist ein ebener Ladeboden von fast 2 Metern Länge. Das Ersatzrad ist unter dem Kofferraumboden verstaut, eine 12-V-Steckdose etwa für Kühlboxen ist ebenfalls vorhanden. Ausreichend Ablagen und Getränkehalter vorn und hinten erleichtern das Familienleben auch auf längeren Touren, in der serienmäßigen Mittelarmlehne ist ebenfalls Platz.

Neutrales Fahrwerk

Der Kia Ceed SW
Der Kia Ceed SW © Foto: Kia

Ebenso wie bei seinem fünftürigen Bruder ist das Fahrverhalten des Cee'd Sporty Wagon überzeugend dynamisch, auch der Kombi hat eine straffe Fahrwerkabstimmung. Das Fahrwerk selbst ist neutral, der Sportkombi macht seinem Namen Ehre und lässt sich flott durch alle Kurven dirigieren. Dabei bleibt er leicht beherrschbar, die elektronischen Fahrhelfer bügeln auch provokante Fahrmanöver aus. Trotz der sportlichen Abstimmung des Fahrwerkes bleibt der Komfort nicht auf der Strecke, leise und vergleichsweise souverän werden auch gröbere Unebenheiten ausgeglichen. Kanaldeckel, Autobahnfugen und Kopfsteinpflaster sind von den Insassen jedoch deutlich zu spüren.

Eingeschränkter Rückblick

Große Heckklappe
Große Heckklappe © Foto: Kia

Die Schaltbox des Fünfganggetriebes überrascht mit kurzen Schaltwegen. Die Lenkung ist recht direkt und vermittelt ein gutes Straßengefühl, könnte jedoch um die Mittellage etwas präziser und bei höheren Geschwindigkeiten etwas straffer sein. Die leichtgängige elektrische Servolenkung erfreut dann auch - zusammen mit dem Wendekreis von 10,3 Metern - bei alltäglichen Parkmanövern. Leider ist die Sicht nach hinten auf der Strecke geblieben - schmalere Hecksäulen würden ihr sicher zugute kommen.

Mehr Fahrdynamik durch häufiges Schalten

Der 1,6-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit variabler Ventilsteuerung leistet 122 PS bei 6.200 Touren - das ist nicht eben üppig für den immerhin 1,4 Tonnen schweren Kombi. Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Sportkombi 11,1 Sekunden. Bei 192 Kilometern pro Stunde ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Im Berufsverkehr zwingen die maximal 154 Newtonmeter (bei 5.200 U/min) häufiger in einen niedrigeren Gang zurückzuschalten - die erhoffte Fahrdynamik ist nur mit betonter Gas- und Schaltfreude zu erreichen. So lag der durchschnittliche Testverbrauch mit 8,3 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer deutlich über der Herstellerangabe. Lediglich die Landstraßentouren waren mit gerade 5,5 Litern auf dem Niveau des Datenblattes.

Gute Serienausstattung

Zahlreiche Ablagen
Zahlreiche Ablagen © Foto: Kia

Positiv sind dagegen die Garantiezeit von 7 Jahren (oder 150.000 Kilometer), die Serienausstattung und die Anschaffungspreise: Fahrer- und Beifahrerairbags, Seitenairbags und aktive Kopfstützen vorn, ESP, ABS mit Bremsassistent sowie elektrische Außenspiegel, Dachreling und CD-Radion mit Lenkradfernbedienung gibt es ab 16.880 Euro für den Kia Cee'd Sporty Wagon 1.6 CVVT LX serienmäßig. Das Cee’d EX ist zusätzlich mit Nebelscheinwerfern, Klimaanlage, Regen- und Lichtsensor, Tempomat sowie Leder-Stoff-Kombination ausgestattet und kostet 19.190 Euro. Ein faires Angebot.






Mehr zur Marke Kia

Kleines SUV kommt im HerbstKia preist Stonic ein

Kia hat die Preise für den Stonic bekannt gegeben. Das kleine SUV der Koreaner kommt Ende September nach Deutschland.


Schwestermodell des Hyundai KonaKia Stonic: Das nächste SUV

Der Trend ist klar vorgegeben: Das Segment der SUV wird sich in den kommenden drei Jahren verdoppeln. Kia will mit einem weiteren Vertreter mit Geländeoptik ein weiteres großes Stück vom Kuchen abhaben.


Plug-in-Hybrid kostet 38.940 EuroKia gibt Preis für Optima Sportswagon PHEV bekannt

Kia hat den Preis der Plug-in-Hybrid-Variante des Optima Sportswagon bekannt gegeben. Nach Abzug der Kaufprämie kostet er unter 39.000 Euro



Mehr aus dem Ressort

Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.


Der Suzuki Ignis sticht aus der Menge heraus
Kleinwagen mit AllradantriebSuzuki Ignis: Feuer und Flamme in Kistenformat

Suzuki beweist Mut. Die Neuauflage des Ignis polarisiert durch ihr Erscheinungsbild, erzeugt aber im realen Alltag als praktischer Kleinwagen mit eigenem Outfit eine gewisse Wärme.


Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände
Erster Pickup der MarkeMercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.