7. März 2006

Fahrbericht Kia Carens 2.0: Günstige Van-Alternative

Kia Carens
Kia Carens © Foto: Werk

Der Kia Carens fristet ein Außenseiterdasein. Dabei ist der Kompaktvan eine günstige Alternative zu den Klassenbesten - Abstriche müssen aber in Kauf genommen werden.




Von Thomas Flehmer

Seit knapp vier Jahren versucht Kia, mit dem Carens der zweiten Generation in der Kompaktvan-Klasse Fuß zu fassen. Gegen einen Ford Focus C-Max oder einen VW Touran haben die Südkoreaner aber kaum eine Chance. Wer allerdings eine billige Alternative in dieser Klasse sucht, wird zwangsläufig beim kleineren Bruder des Carnival landen.


Schnittiges Design

Genügend Platz vorhanden
Genügend Platz vorhanden © Foto: Werk

Von außen betrachtet kann der Carens gut mithalten. Das Design ist recht schnittig und mit einer Länge von 4,49 Meter, einer Breite von 1,75 Meter und einer Höhe von 1,61 Meter fügt sich der Van gut in das Straßenbild ein. Auch im Innenraum ist genügend Platz vorhanden.

Der Einstieg und die gehobene Sitzhöhe versprechen viel Sicht und eine gewisse Sicherheit Trotzdem bleibt besonders beim Einparken eine gewisse Unübersichtlichkeit. Hier wären Sensoren angebracht, um den Wagen sicher in die Parklücke zu kutschieren. Vorne wie hinten gibt es viel Platzfreiheit. Sind allerdings fünf Personen untergebracht, sitzen die Beifahrer auf den hinteren Plätzen recht beengt.

Großzügiges Kofferraumvolumen

Viel Platz im Kofferraum
Viel Platz im Kofferraum © Foto: Werk

Sehr gut schneidet das Volumen des Kofferraumes ab. Die niedrige Ladekante schont die Rückenwirbel beim Beladen des von 422 bis auf enorme 1632 Liter vergrößernden Kofferraums. Dank des Klappsystems der Rücksitze entsteht dort eine ebene Ladefläche mit einer Länge von 1,58 Meter.

Abstriche müssen jedoch bei den Fahreigenschaften gemacht werden. Besonders die Lenkung wirkt schwammig und gibt einem das Gefühl, nicht so recht den Kontakt zum Asphalt zu besitzen. Allerdings nimmt dieses Gefühl im Laufe der Zeit kontinuierlich ab. Ähnlich verhält es sich mit dem Getriebe. Der Carens lässt schalten wie ein Toyota aus den achtziger Jahren. Nick- und Wankbewegungen gehören bei der Fahrt einfach dazu.

Motor sehr laut auf Autobahn

Wesentlich besser manövriert der Kompaktvan durch im Winter aufgerissene Straßen. Kleine Schlaglöcher steckt er weg, und selbst größere Hindernisse meistert der Carens souverän. Größere Sportlichkeit darf allerdings nicht erwartet werden. 102 kW/139 PS und ein Drehmoment von 162 Nm, die bei 4900 Umdrehungen pro Minuten anlegen sind für den 1,5 Tonner aber ausreichend für den Stadtverkehr.

Auf der Autobahn hingegen werden die 185 km/h zwar von der Motorleistung erreicht, sind aber aufgrund der Lautstärke des Motors schon bei spätestens 160 km/h ein Argument, nicht zu schnell zu fahren. Auch fehlen kleine Spoiler auf den Scheibenwischern, sodass Tempo 160 bei Regen nicht möglich ist, da die Scheibenwischer nicht den Kontakt zur Scheibe halten und so den Regen nicht beseitigen können.

Heckscheibenwischerschalter versteckt

Der Carens von hinten
Der Carens von hinten © Foto: Werk

Auch die Betätigung des Heckscheibenwischers ist nicht unkompliziert. Anstatt den Schalter am Lenkradhebel zu platzieren, befindet sich das Instrument links neben dem Lenkrad neben dem Schalter der Traktionskontrolle, die gerade auf rutschigem Untergrund ihrer Arbeit nicht immer gerecht werden konnte.

Aber schnell fahren lohnt sich beim Kia aufgrund des Verbrauchs nicht. Während Kia im Mix 8,1 Liter Normal als Verbrauch angibt, mussten im Praxistest doch bis zu zwei Liter auf 100 Kilometer mehr eingerechnet werden.

Trotz der Schwächen bleibt der Kia - besonders für besonnene Fahrer - eine lohnenswerte Alternative. 18.945 Euro für die Luxusausstattung EX ist ein zugkräftiges Argument. Die Aufpreisliste ist kurz und die Ausstattung gegenüber den deutschen Konkurrenten um ein Vielfaches länger. Und der Preis wird in den kommenden noch weiter sinken. Bis Ende 2006 soll die dritte Generation in Deutschland eingefügt werden. Dann wohl auch mit der Abgasnorm 4, die die zweite Generation (Euro 3) noch nicht erreicht.







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