18. März 2009

Fahrbericht Jeep Patriot 2.0 CRD Sparsamer City-Krieger

Der geliftete Jeep Patriot
Der geliftete Jeep Patriot © Foto: Jeep

Von außen hat sich beim überarbeiteten Jeep Patriot nichts getan. Doch sein Innenraum hat deutlich gewonnen. Und wer weiß schon, dass der weich gespülte US-Klettermaxe einer der sparsamsten SUV seiner Klasse ist?




Von Stefan Grundhoff

Es gibt spektakulärere Jeeps als den immer noch recht jung wirkenden Jeep Patriot. Der ist nichts für den harten Einsatz im Gelände und ein Schlag ins Gesicht der urwüchsigen Jeep-Fans, die seit Jahren ein Wrangler oder Grand Cherokee durch das Dickicht pilotieren. Die Amerikaner, neben Land Rover das Urgestein im Gelände, hatten den Trend zu soften Allradlern vor Jahren schlicht verschlafen und mussten sich von Toyota RAV4, BMW X3 und weiteren Asia-Modellen vorführen lassen. Spät, viel zu spät, kamen mit den Modellen Compass und Patriot neue Hoffnungsträger für den Innenstadtdschungel. Der kantigere und deutlich stimmigere Patriot kann sich im Modelljahr 2009 über eine Überarbeitung freuen.


Billigcharme fast gänzlich verschwunden

Hätte man sich gewünscht, dass es auch außen leichte Anpassungen und Überarbeitungen gegeben hätte, so beschränken sich diese allein auf den Innenraum. Das allzu preiswert anmutende Armaturenbrett des Vorgängers ist dabei ebenso verschwunden wie Türverkleidungen oder Abdeckungen, die mit ihrem Billigcharme nicht nur anspruchsvolle Augen beleidigten. Leider haben die Rahmenkopfstützen im Plastiklook die ansonsten stimmige Modellpflege überdauert.

Auch wer die edle Limited-Ausstattung mit beheizbaren Teilledersitzen ordert, muss sich mit den alles andere als schmuckenvollen Plastikungetümen am Hinterkopf arrangieren. Das neue Cockpit wirkt dagegen deutlich wertig und auch der nunmehr mit Teppich ausgeschlagene Laderaum verbreitet deutlich mehr Atmosphäre als bisher.

Neues Navi

Aufgefrischtes Cockpit
Aufgefrischtes Cockpit © Foto: Jeep

In die ewigen Jagdgründe der Chrysler Group eingegangen ist auch das alles andere als überzeugende Navigationssystem. Das aktuelle Modell kann zwar nicht mit den besten seiner Zunft mithalten, greift mit seiner Festplatte und entsprechenden Bluetooth- und iPod-Anschluss jedoch auf zeitgemäße Technik zurück. Der Kofferraum des 4,41 Meter langen Amerikaners schluckt maximal 1357 Liter.

6,4 Liter Diesel

Unverändert zeigt sich der Antrieb des Jeep Patriot. Der Volumenmotor bleibt bis auf weiteres das zwei Liter große Pumpe-Düse-Triebwerk mit Turboaufladung aus dem Hause Volkswagen. Die 103 kW / 140 PS und 310 Nm Drehmoment verrichten im Mittelklasse-Jeep ordentlich und aus niedrigen Drehzahlen ihre Arbeit. Der Motor ist bekannt durchzugsstark, aber nach wie vor recht rauh.

Von der verbesserten Geräuschdämmung, die der Jeep Patriot im Rahmen der Modellpflege bekommen haben soll, merkt am wenig. Immerhin hält sich sein Verbrauch in Grenzen. Mit 6,4 Litern Diesel auf 100 Kilometern gehört der Amerikaner zu den sparsamsten Autos seiner Klasse. Und das ganze ohne teure Effizienzmaßnahmen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp 190 km/h.

Ab 25.290 Euro

Auch im Gelände daheim
Auch im Gelände daheim © Foto: Jeep

Der 1,6 Tonnen schwere Amerikaner wird auf trockener Straße allein über die Vorderachse angetrieben. Dreht eines der beiden Räder jedoch durch, wird bis zu der Hälfte der Motorleistung per elektronischer Kupplung an die Hinterachse übertragen. Wer vorher weiß, dass der Untergrund rutschig ist, kann den 4x4-Antrieb auch manuell zuschalten und freut sich über 20 Zentimeter Bodenfreiheit.

Der Basispreis für den 170 PS starken Jeep Patriot 2.4 Sport liegt bei 25.290 Euro. Deutlich interessanter dürfte für die meisten Kunden jedoch der 2.0 CRD Limited sein, der bei 30.490 Euro startet. Das sinnvolle Navigationssystem kostet teure 2.320 Euro extra.






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