19. November 2008

Fahrbericht Jeep Commander 5.7 HEMI Kantiger Charismatiker

Der Jeep Commander
Der Jeep Commander © Foto: Jeep

Neben dem charismatischen Wrangler präsentiert sich kein anderer Jeep derart rustikal und kantig wie der Commander. Drei Jahre nach seiner Premiere gibt es eine dezente Modellpflege.




Von Stefan Grundhoff

Viel getan hat sich nicht. Das kantig-kernige Styling des Commander unterscheidet ihn deutlich von seinen zahlreichen Konkurrenten und selbst den kleineren Stammes-Mitgliedern der Jeep-Familie. Die wichtigste Neuerung zum Modelljahr 2009 dürften die Xenon-Scheinwerfer sein, auf die die Jeep-Kunden viel zu lange warten mussten. Nachdem der überarbeitete Jeep Grand Cherokee im vergangenen Jahr den lichtstarken Anfang machte, zieht zum Jahresbeginn 2009 der aufgefrischte Commander nach. «Wir sind beim Xenonlicht spät dran», so Jeep-Entwickler Martin G. Morse, «umso wichtiger, dass wir es jetzt anbieten können.» Im Gegensatz zu den US-Modellen wird der europäische Jeep Commander im Grazer Magna-Steyr-Werk produziert.


Innenraum wie immer

Konnten sich bislang fast nur die Kunden in Deutschland über die hochwertige Komplettlederausstattung des Commander freuen, so ist diese zukünftig auch in den USA verfügbar und soll den Geländewagen konkurrenzfähiger gegenüber der Luxus- und Premiumkonkurrenz machen.

Spurlos vorbei ging die Modellpflege leider am aufgeräumten Innenraum. So wirken die runden Lüftungsdüsen im Armaturenbrett nach wie vor überaus preiswert, beim Beifahrersitz fehlt die längst etablierte Sitzhöhenverstellung und das Lenkrad lässt sich nicht ausreichend in der Höhe verstellen. Das stört gerade groß gewachsene Fahrer. Nach wie vor warten die Kunden auf eine elektrisch zu betätigende Heckklappe, die in dieser Klasse längst zu einem der beliebtesten Extras geworden ist.

Ordentliches Platzangebot

Die Materialien wirken weiter billig
Die Materialien wirken weiter billig © Foto: Jeep

Das Platzangebot des 4,79 Meter langen Jeep Commander ist dagegen sehr ordentlich. Obwohl der US-Allradler nicht einmal vier Zentimeter länger als der kleinere Bruder Grand Cherokee ist, bietet er drei Sitzreihen mit Platz für sieben Personen. Auch wenn etwas mehr Seitenhalt und Beinauflage fehlen, sitzt man im Volant bequem. Die Sitze in der dritten Reihe lassen sich einzeln mit einem Handgriff ausklappen oder im Laderaum versenken. Hier gibt es jedoch allenfalls Platz für Kinder bis 1,50 Metern. Größer sollte auf den Notsitzen beim besten Willen niemand sein.

Die Sitze der zweiten Reihe sind im Verhältnis 40:20:40 teil- und umklappbar. Wer alle fünf Fondsitze umlegt, kann das Laderaumvolumen von 212 auf 1.950 Liter vergrößern. Praktisch sind der ebene Ladeboden, die getrennte Belüftung für die dritte Reihe und die zahlreichen Ablagen.

Keine neuen Motoren

Kantig, einfach nur kantig
Kantig, einfach nur kantig © Foto: Jeep

Das Motorenangebot des Commander bleibt unverändert. Volumentriebwerk wird in Europa der drei Liter große Commonrail-Diesel aus dem Hause Mercedes-Benz bleiben, der mit der bekannten Fünfgang-Automatik gekoppelt ist. Obwohl die Konkurrenz in Sachen Leistung, Fahrstufen und Energieeffizienz zuletzt deutlich zugelegt hat, muss sich der Commander-Fahrer mit den bekannt soliden Leistungsdaten begnügen.

160 kW/218 PS und 510 Nm reichen jedoch allemal aus, um bis zur Spitzengeschwindigkeit von 191 km/h standesgemäß unterwegs zu sein. Den Durchschnittsverbrauch gibt Jeep mit 10,8 Litern Diesel auf 100 Kilometer an. Die Anhängelast liegt bei 3,5 Tonnen. In Europa hat der 5,7 Liter große HEMI-Achtzylinderbenziner eine unbedeutende Nebenrolle. Durch leichte Überarbeitungen stieg sein Leistungsvermögen auf nunmehr 259 kW/352 PS und ein maximales Drehmoment von 520 Nm. Das sind 20 Nm und 26 PS mehr als bisher. 90 Prozent des maximalen Drehmoments stehen ab 2400 Touren zur Verfügung. Sein Durchschnittsverbrauch: 15,6 Liter.

Auf härtesten Strecken souverän

Damit fährt sich der über 2,4 Tonnen schwere HEMI-Allradler besonders im Gelände ähnlich souverän wie der drehmomentstarke Selbstzünder. Das Allradsystem Quadra-Drive II verteilt die Motorleistung nicht nur variabel zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern wirkt auch elektronisch auf die Differenziale, vorn, hinten und in der Mitte ein, um maximale Traktion zu gewährleisten. Im harten Gelände gehört der Commander daher zu den besten seiner Klasse. Auf härtesten Allradstrecken wie dem Rubicon Trail, dem Schöckl oder bei Offroad-Pisten in der Wüste von Moab klettert er souveräner als eine Gämse. Auf der Straße stören die lauten Wind- und Abrollgeräusche.

Für Sicherheit sorgen beim Jeep Commander unter anderem ESP, ABS, Reifendruckkontrolle, Airbags rundum und Regensensor. Die Preise für den neuen Jeep Commander stehen noch nicht fest; dürften sich jedoch an denen des aktuellen Vorgängermodells orientieren. Hier startet der Commander 3.0 CRD bei 49.590 Euro. Das Topmodell Overland kostet mit identischer Motorisierung 55.890 Euro. Die Serienausstattung des Commander Overland lässt mit elektrischen Ledersitzen, Xenonlicht, Festplattennavigation, Sitzheizung vorne und hinten, Schiebedach und Soundsystem keine größeren Wünsche offen. Hightech-Extras wie Überholassistent, Keyless Go oder Abstandstempomat bleiben jedoch bis auf weiteres außen vor.






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