8. März 2006

Fahrbericht Jeep Commander 5.7 HEMI: Ein echter Kerl

Der Jeep Commander
Der Jeep Commander © Foto: Werk

Er will auffallen - und das um jeden Preis. Dabei bietet der Jeep Commander nicht nur einen bärenstarken Motor, sondern auch viel Platz.




Von Stefan Grundhoff

Der beste Hummer kommt von Jeep. Kantig, knackig und verdammt viel Platz - das ist der neue Commander. So charakterstark hat man schon lange keinen Jeep mehr erlebt. Genau das richtige für alle, die einen echten Kerl in der Einfahrt wollen.


Gesamtlänge von 4,97 Meter

Kleiner Aufwand - große Wirkung. Keiner würde unter dem Blechkleid des neuen Jeep Commander einen Grand Cherokee vermuten. Der Commander zeigt sich äußerlich eigenständiger wie man kaum sein kann. Nahezu senkrecht recken sich Chrom-Frontgrill und Windschutzscheibe in den Wind. Nein, dieser Bursche ist kein Weichspüler - er will polarisieren und die blassen Modelle einfach von der Straße fegen. Eine kraftvolle Schulter, bullig ausgestellte Radhäuser und nahezu rechtwinklige Formen. Dieser Commander wird bei Hummer-Kunden wildern. Dabei ist er mit 4,79 Metern Gesamtlänge kaum größer als der normale Grand Cherokee.

Der Motor im Jeep Commander 5.7 Hemi
Der Motor im Jeep Commander 5.7 Hemi © Foto: Werk

Der Clou: Im Innenraum gibt es Platz für bis zu sieben Personen. Die drei Sitzreihen sind wie in einem Konzertsaal ansteigend angeordnet. Damit auch die Köpfe der hinteren Passagiere genug Platz haben, wurde das Dach durch eine versteckte Stufe erhöht. Und tatsächlich: In der zweiten Sitzreihen haben auch hünenhaft gewachsene Personen genügend Platz für Schultern, Kopf und Knie. Mit zwei Handgriffen klappen die äußeren Sitze nach vorn und geben den engen Einstieg in die dritte Reihe frei. Hier können zumindest Personen bis 1,70 Meter sitzen. Die maximal fünf Fondpassagiere genießen die Fahrt durch ordentliche Sitze, eigene Becherhalter, Klimatisierung und ein DVD-Entertainmentsystem.

Bekannter Jeep-Look

Das Cockpit im Jeep Commander
Das Cockpit im Jeep Commander © Foto: Werk

Der Innenraum zeigt sich im bekannten Jeep-Look. Das Platzangebot ist mehr als ordentlich, doch Premium-Charme wird durch die preiswerten Kunststoffe nicht gerade verbreitet. Immerhin hat der Jeep Commander Annehmlichkeiten wie beheizbare Ledersitze, elektrische Sitzverstellung, Klimaautomatik, diverse Airbags, ESP und eine sauber abgestimmte Fünfstufen-Automatik serienmäßig zu bieten.

Wer den Passagieren im Fond etwas Gutes tun möchte, belässt es nicht bei dem optionalen DVD-System, sondern bestellt die beiden Dachluken, die für mehr Licht im Innenraum sorgen. Auch in Deutschland erfreuen sich Fahrzeuge mit sieben Sitzplätzen einer steigenden Nachfrage. Deutlich interessanter dürfte für viele jedoch die Variabilität des Innenraums sein. Das Kofferraumvolumen variiert je nach Sitzkonfiguration zwischen 170 und 1950 Litern. Das ist Van-Niveau. Überaus angenehm dabei: der flache Ladeboden. U

Unter dem Blech unterscheidet sich der Jeep Commander kaum von der bekannten Grand-Cherokee-Technik. Der Allradsystem Quadra-Drive-II gehört mit seiner anpassungsfähigen Kraftverteilung zu den besten auf dem Markt. Dank Sperren und Untersetzung gibt es auch abseits befestigter Straßen kaum ein Halten. Wir vermissen allein eine Luftfederung. Besonders kraftvoll präsentiert sich der Jeep Commander mit dem bulligen 5,7-V8-Triebwerk.

2,1 Tonnen schwer

Wuchtig - die Rückseite des Commander
Wuchtig - die Rückseite des Commander © Foto: Werk

326 PS und 500 Nm (bei 4.000 Umdrehungen) machen den 2,1 Tonnen schweren Amerikaner mit Produktionsstandort Graz zu einem Kraftpaket. Die Fahrleistungen sind beeindruckend - der Durst allerdings auch. Mit 17 Litern pro 100 Kilometern sollte man kalkulieren. Die Höchstgeschwindigkeit liegt trotz einer Schrankwand-Aerodynamik bei 208 km/h. Kaum zu glauben, dass der eindrucksvolle Amerikaner den Spurt bis zur Tempo-100-Marke in 7,4 Sekunden absolviert. In Europa dürften sich die meisten Kunden jedoch für den prächtigen Dreiliter-Diesel mit 218 PS und 510 Nm entscheiden. Endlich bietet Jeep das Triebwerk auch mit einem serienmäßigen Partikelfilter an. Die Fahrleistungen sind ebenfalls sehr ordentlich, der Durst ist mit knapp elf Litern Diesel pro 100 Kilometer deutlich moderater.

Die Preise für den neuen Jeep Commander stehen noch nicht fest, sollen nach Angaben von Jeep-Sprecher Markus Hauf, jedoch nur ein paar hundert Euro über denen des Grand Cherokee liegen. Ein gut ausgestatteter Jeep Commander Limited 3.0 CRD mit elektrischen Ledersitzen, Klimaautomatik, drei Sitzreihen und Partikelfilter sollte bei rund 48.000 Euro beginnen. Der HEMI sollte bei rund 55.000 Euro liegen. Zu haben ist der neue Jeep Commander ab Mitte des Jahres.






Mehr zur Marke Jeep

Mini-SUV mit Ski-DachträgerJeep Renegade fährt Snowboard mit Nitro

Jeep legt den Renegade als Sondermodell Nitro auf. Der Name des Sondermodells ist keine Wiederbelebung eines früheren Dodge, sondern soll in den Schnee locken.


Marktstart in Deutschland im Herbst 2017Jeep wagt neuen Anlauf mit dem Compass

Mit dem ersten Compass erlitt Jeep in unseren Landen Schiffbruch. Auf der Neuauflage des kompakten SUV liegen die Erwartungen der Fiat-Tochter umso höher.


Ausstattungspakete von MoparJeep fährt auffällig ins Gelände

Vor 75 Jahren durfte der erste Jeep überhaupt im Gelände nicht auffallen, um seine Passagiere nicht in Lebensgefahr zu bringen. In Friedenszeiten werden ab dem kommenden Jahr besonders der Wrangler und der Renegade zwischen Baum und Busch hervorstechen.



Mehr aus dem Ressort

Der Kia Sorento Masterpiece kostet über 60.000 Euro
Auf 200 Exemplare limitiertes SUVKia Sorento Masterpiece: Das Meisterstück als Krönung

Mit dem Sorento nahm Kia in Europa Fahrt auf. Ganz klar, dass die Koreaner dem zum Imageträger avancierten Geländegänger ein besonderes Meisterstück widmen.


Mazda hat den CX-5 nur äußerlich scheinbar unverändert gelassen
Erstmals Zylinderabschaltung beim SUVMazda CX-5: Bestseller auf Golf-Wegen

Die zweite Generation des Mazda CX-5 hat sich auf den ersten Blick im Vergleich zur ersten Auflage nicht großartig verändert. Doch der unternehmenseigene Bestseller hat sich grundlegend gewandelt.


Suzuki schickt den Swift in die sechste Generation
Sechste Generation des KleinwagensSuzuki Swift: Beschwingt in Richtung Vierziger

Suzuki offeriert ab dem 13. Mai die sechste Generation des Swift. Dank einer Plattformdiät lässt sich der Kleinwagen nun viel agiler und sicherer über die Straßen bewegen.