26. Oktober 2012

Fahrbericht Limitierte Sonderserie Infiniti FX Vettel Edition: Weltmeister auf Augenhöhe

Der neue Dienstwagen des Formel 1-Weltmeisters: Infiniti FX Edition Vettel.
Der neue Dienstwagen des Formel 1-Weltmeisters: Infiniti FX Edition Vettel. © Infiniti

Infiniti huldigt Sebastien Vettel. Die Nissan-Edeltochter stellt dem aktuellen Formel 1-Weltmeister einen Dienstwagen zur Verfügung, den sich auch 199 weitere Fahrer spendieren können – vorausgesetzt das Geld sitzt etwas lockerer.




Den gleichen exklusiven Dienstwagen zu fahren, wie der zweifache Formel-1-Weltmeister: Falls jemand diesen Wunsch hegen sollte, kann Infiniti ihn demnächst erfüllen. Als Sponsor des Red-Bull-Teams erhielt die Edelmarke aus dem Nissan-Konzern die Möglichkeit, eine Sonderedition ihres großen SUV FX aufzulegen.


Erster Infiniti FX geht an Vettel selbst

Mit mehr Leistung, mehr Drehmoment und eigener Optik. Maximal 200 Fahrer weltweit, davon 50 aus Westeuropa werden in den Genuss der FX Vettel Edition kommen; wenn sie bereit sind, einen erheblichen Aufschlag zum Serienmodell in Kauf zu nehmen. Kostet der FX mit dem großen 5,0-Liter-Achtzylinder normalerweise ab rund 75.600 Euro, müssen Vettel-Fans 125.000 Euro hinlegen. Ab März 2013 werden die ersten Exemplare ausgeliefert. Und das allererste Fahrzeug geht als Dienstwagen tatsächlich an jenen Mann, der zu diesem Zeitpunkt dann vielleicht schon dreifacher Formel-1-Weltmeister ist.

Auf den ersten Blick scheint der Aufpreis von fast 50.000 Euro für ein wenig Exklusivität und die gebotene Mehrleistung stark übertrieben. Der Achtzylinder des FX leistet 308 kW/420 PS und damit 30 Pferdestärken mehr als in der zivilen Version des SUV. Auch die Drehmomentsteigerung von 500 auf 520 Newtonmeter mutet nicht gerade wie ein großer Schritt an.

Mehrleistung beim Infiniti FX Edition Vettel ohne Motoreingriff

Viel Karbon verwendet beim Infiniti FX Edition Vettel
Viel Karbon verwendet beim Infiniti FX Edition Vettel © Infiniti

Der Teufel, in diesem Fall der Aufwand, steckt jedoch auch diesmal im Detail. "Auch für eine kleine Auflage müssen zum Beispiel neue Werkzeuge entwickelt werden und die Homologation ist genauso aufwendig wie bei einem Massenauto", erläutert Peter Strasburger von der Brabus-Tochter CRD, die in Bottrop aus einem normalen FX 50 in 320 Arbeitsstunden einen FX Edition Vettel macht.

Ins Geld gehen auch die vielen Karbon-Teile, alleine 13 sind außen an der Karosserie, zum Beispiel die Frontstoßstange oder die Gehäuse der Außenspiegel im Rennradhelm-Design, mit denen Infiniti Formel-1-Technologie in die Serie bringt. Dagegen muten die Veränderungen im Antriebsbereich vergleichsweise simpel an. Die Ingenieure entdeckten in der Abgasanlage des FX 50 so viel Potenzial, dass sie die Mehrleistung ohne Motoreingriff realisieren konnten.

Infiniti FX Vettel Ediiton optisch der gelungenste FX

Hier nimmt Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel Platz
Hier nimmt Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel Platz © Infinti

Ein hochgepimptes, aber um zwei Zentimeter abgesenktes großes SUV mit neuen Anbauteilen einer Brabus-Tochter? Das riecht nach Tuning alter Schule und könnte dem Fahrzeug einen gewissen Proll-Faktor verschaffen. Doch haben die Designer im Gegenteil hervorragende Arbeit geleistet. Vettels Traum sieht zwar deutlich anders und wesentlich dynamischer aus als das Serienmodell, aber die Veränderungen sind stimmig und geben dem Fahrzeug einen eigenen Stil. Kaum zu glauben: Genau dieser FX ist der optisch gelungenste.

Das wird akustisch untermalt von einem passenden Motorsound. Zu verdanken ist dies allein der neuen Abgasanlage mit pneumatisch gesteuerten Auspuffklappen, die den Achtzylinder so heiser brüllen lassen, wie man es von einem Saug-Benziner dieses Kalibers erwarten darf. Spaß macht es vor allem, das Siebengang-Automatikgetriebe im manuellen Modus zu bedienen, denn hier gibt der Motor beim Herunterschalten selbsttätig Zwischengas.

Ansonsten verfügt der FX in der Vettel-Edition noch genügend Komfort, um auch im Alltag nicht aufdringlich zu werden. Trotz oder gerade auch wegen der speziell entwickelten, besonders leichten Felgen, auf die 21-Zoll-Reifen aufgezogen sind. Wenn es mal etwas zügiger um Kurven gehen soll, macht sich nicht nur die tiefer gelegte Karosserie positiv bemerkbar. Auch die verstellbaren Stoßdämpfer und die aktive Hinterachslenkung tragen dann zu einem tatsächlich sportlichen Fahrgefühl bei, wie man es sonst vielleicht nur von einem Porsche Cayenne GTS gewohnt ist.

Hohe Nachfrage für Infiniti FX Vettel Edition in Russland

Infiniti FX Edition Vettel mit hohem Aufmerksamkeitsfaktor
Infiniti FX Edition Vettel mit hohem Aufmerksamkeitsfaktor © Infiniti

Ob es genügend potente Käufer für diesen tatsächlich außergewöhnlichen Infiniti geben wird, daran haben die Japaner aber wohl selbst leichte Zweifel. So ist von einer Gesamtauflage von 150 Stück die Rede, die man bei Bedarf und einer jetzt offensichtlich noch fehlenden Nachfrage aber auch auf 200 Stück erhöhen würde. Von den 50 für Europa vorgesehenen Exemplaren sollen immerhin schon 20 vorbestellt sein, allein weitere 50 sind für den russischen Markt vorgesehen, wo ein neureiches Klientel sich gerne mit extra-starken SUV umgibt.

Der Aufmerksamkeitsfaktor spielt bei solchen Fahrzeugen ebenfalls eine große Rolle. Wer beim Kauf des Vettel-FX darauf setzt, wird vermutlich nicht enttäuscht werden. Während unserer Testfahrt gab es kaum einen Passanten, dessen Blick nicht zumindest flüchtig auf die ausschließlich in weiß angebotene Karosserie mit den dazu in schönem Kontrast stehenden Karbon-Teilen fiel. (SP-X)






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