4. November 2010

Fahrbericht Infiniti M30d Infiniti M30d: Duftender Diesel

Der M30d ist auf Deutschlands Straßen noch ein Exot
Der M30d ist auf Deutschlands Straßen noch ein Exot © Foto: Infiniti

Infiniti schickt seine zweite Variante der M-Reihe ins Rennen. Walddüfte im Innenraum sollen für Entspannung sorgen, der kräftige Selbstzünder dagegen Sportlichkeit beim Edel-Ableger von Nissan erzeugen.




Von Silke Koppers

Mit einem potenten Dieselantrieb unter der Motorhaube und Waldduft im Innenraum will Infiniti mit dem M30d weiter im Premiumsegment der Autobranche auf Kundenfang gehen. Ab 51.250 Euro steht die bereits ansehnlich ausgestattete Basisversion der Limousine mit ihrem Selbstzünder ab sofort in den Schauräumen der Händler. Nach dem M37 mit V6-Benzinmotor folgt also nun mit dem M30d die zweite Variante der Reihe.


In 6,9 Sekunden auf 100 km/h

Für den Antrieb sorgt der im Laguna Coupé eingesetzte Renault-V6 mit 173 kW/238 PS. Der 3,0-Liter-Commonrail-Diesel wurde für die Infiniti-Zwecke erfolgreich überarbeitet. So haben die Ingenieure ihn auf Hinterradantrieb umfunktioniert, mit einer Siebengangautomatik ausgestattet und seinen Drehmomentverlauf verfeinert. Das leicht spürbare Turboloch bei unter 1500 U/min haben die Techniker damit jedoch nicht vollends behoben. Doch über dieser Drehzahl kann von einer Durchzugsschwäche des kernig klingenden Aggregates keine Rede mehr sein.

Die 550 Nm maximales Drehmoment schieben das mindestens 1900 Kilogramm schwere Luxusvehikel kultiviert und gleichmäßig kräftig voran. Der Edel-Nissan schafft den Standardsprint von Null auf 100 km/h in 6,9 Sekunden. Überholmanöver sind angesichts des breitgefächerten üppigen Drehmoments fast immer problemlos möglich. Allerdings könnte in solchen Situationen das harmonisch abgestimmte Automatikgetriebe einen Tick schneller herunterschalten. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt.

7,5 Liter auf 100 Kilometern

Der Durchschnittsverbrauch beträgt laut Hersteller 7,5 Liter Diesel auf 100 Kilometern, der CO2-Ausstoß liegt damit bei 199 g/km. Überraschenderweise ist diese Angabe auch problemlos einzuhalten. Zudem lässt sich der Antriebsstrang über den Drive-Modus sportlicher oder sparsamer trimmen, und damit auch der Verbrauch regeln.

Im "Eco"-Modus wird spritsparend geschaltet und das Gaspedal reagiert verhaltener, so dass der Verbrauch auf bis zu 7,2 Liter auf 100 Kilometern sinkt. Wird der Drehknopf in der Mittelkonsole auf "Sport" gedreht, spricht der Motor direkter an und hält ihn im höheren Drehzahlbereich. Dann ist der Durst allerdings mit weniger als acht Litern kaum zu stillen.

Sehr gut ausgestattete Basisversion

Von bis dato berichteten Komforteinbußen aufgrund der Dämpfung ist hingegen nichts zu spüren. Obwohl der Infiniti insgesamt auf Komfort ausgelegt ist, verleihen ihm die recht präzise Lenkung und das agile Handling eine sportliche Note.

In Sachen Ausstattung fehlt es der 4,95 Meter langen Limousine an nichts. Das geräumige Fahrzeug ist mit Vielem ausstaffiert, was bei Mercedes, BMW und Audi nur in der Aufpreisliste zu finden ist. Bereits die Basisversion verfügt über mindestens sechs Airbags und ESP, ein Abstandsregelungssystem mit Auffahrwarnung und eine Rückfahrkamera. Komfortseitig sind unter anderem Bi-Xenon-Scheinwerfer, zehnfach elektrisch verstellbare Vordersitze, Einparksensoren vorn und hinten sowie ein beheiztes Lenkrad an Bord.

Exklusiver Auftritt in Deutschland

Zur aufpreispflichtigen Luxusausstattung gehört unter anderem das Geräuschunterdrückungssystem Active Noise Control, das exzellent funktioniert - der Motor ist nur beim Start und an Steigungen zu hören. Weiteres Element der Ausstattungslinie GT Premium ist die Forest-Air-Klimaautomatik, die Waldduft verströmt und laut Hersteller für ein stressreduzierendes und konzentrationsförderndes Innenraumklima sorgt. Allerdings muss man ein feines Näschen haben, um diese Duftnote wahrnehmen zu können.

Das im Innenraum verarbeitete Leder und die schicken japanischen Esche-Applikationen machen schon was her. Lediglich die vordere Kante am Dachhimmel könnte besser befestigt sein. Wer den Willen zur Zerstörung hat, kann darunter greifen und mit einem Ruck den edlen Eindruck ruinieren. Der Kofferraum fällt mit 500 Litern klassengerecht aus, ist aber um 50 Liter kleiner als bei der Benzinvariante. Grund: die größere Autobatterie, die aufgrund ihrer Maße hinter den Rücksitz verbaut werden musste. Doch das verzeiht der Käufer gern, denn mit dem Infiniti M30d legt er sich zu einem günstigen Kurs eine echte Luxuslimousine zu, die bislang nur selten auf Deutschlands Straßen zu sehen ist. (mid)






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