14. Oktober 2010

Fahrbericht Hyundai ix20 Hyundai ix20: Kompakte Familienkutsche

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Hyundai hat seine ix-Reihe nach unten abgerundet. Das Schwestermodell des Kia Venga bietet Platz für eine Familie, avanciert aber nicht gerade zum Schnäppchen.




Von Benjamin Palm

Mit Kindern in der Familie wächst der automobile Platzbedarf. Aber in der Stadt ist die Verwendung großer Fahrzeuge mühsam. Die optimale Lösung bieten hier kleine Vans wie der neue Hyundai ix20, der bei kompakten Abmessungen viel Variabilität bietet. Das Schwestermodell des Kia Venga rollt Ende November mit drei Motoren zu den deutschen Händlern. Die Preise sind noch nicht bekannt, werden wohl aber zwischen 15.000 und 16.000 Euro beginnen.


Markant ausgestellte Radkästen

Freundlich lacht der 4,10 Meter lange Mini-Van seine Betrachter an. Das bekannte Markengesicht mit dem zweigeteilten, in Fragmentsplitter unterteilten (Hexagonal-)Kühlergrill und den langgezogenen Scheinwerfern ziert die Front. Entlang der kurzen Motorhaube wirken die Sicken wie durchtrainierte Muskeln, die bis in die A-Säule reichen.

Markant sind auch die breit ausgestellten Radkästen und der kleine Dachspoiler am breiten Heck, die zusammen mit der leicht gewölbten Dachlinie für sportives Aussehen sorgen. Dass er aber mehr ein Transport- und Lasttier als ein kleiner Sportler ist, zeigt sich in der Fahrzeughöhe von 1,60 Meter und bei Kurvenfahrten, wo sich der Flitzer deutlich zur Seite neigt, was für ein Familienauto jedoch keine Schwäche ist.

Funktioneller Innenraum

Entscheidend ist hier vielmehr der funktionelle Innenraum. Durch weit öffnende Türen geht es hinein. Die Passagiere vorn wie hinten nehmen bequem auf den für Kurzstreckenbetrieb optimierten Sitzen Platz. Der Fahrer hat alle wichtigen Instrumente problemlos im Blick und sie lassen sich auch ohne lange Erklärungen direkt bedienen. Ablagefächer in der Mittelkonsole oder hinter den Vordersitzen helfen, Kartenmaterial, Spielzeug und andere während der Fahrt benötigten Utensilien zu verstauen. Ein Dreiecksfenster in der A-Säule erhöht die Übersicht im Straßenverkehr, an Kreuzungen werden beispielsweise von schräg vorn kommende Radfahrer sofort erkannt.

Ein Engegefühl kommt dank hoher Kopf- und Beinfreiheit weder vorn noch auf der verschiebbaren Rückbank auf. Selbst großgewachsene Personen nehmen keinen Anstoß an einem zu niedrigen Dach. Nur zu dritt nebeneinander in Reihe zwei wird es für Erwachsene knapp. Schmale Personen, aber vor allem Kinder haben jedoch ausreichend Freiraum, Isofix-Befestigungen auf den äußeren Plätzen geben sicheren Rückhalt.

Zwei Benziner und ein Diesel

Der 440 Liter fassende Kofferraum reicht für Schulranzen und drei Sporttaschen, selbst größere Gepäckstücke kommen problemlos unter - ein deutliches Plus gegenüber dem Schwestermodell von Kia. Der Laderaum verfügt über einen "doppelten Boden", der sich bündig mit der Ladekante abschließen lässt oder für mehr Raum sorgt. Durch das Umklappen der zweigeteilten Rückbank steigt das Gepäckvolumen auf 1486 Liter, Kinderwagen und Regale werden dadurch transportabel.

Für den Vortrieb stehen zwei Benziner und ein Dieselmotor mit jeweils vier Zylindern und einem Leistungsspektrum von 66 kW/90 PS bis 92 kW/125 PS zur Auswahl. Bereits der 1,4-Liter-Einstiegsbenziner reicht für den Stadtverkehr aus. Mit seinen 90 PS können Autofahrer bequem im Verkehr mitschwimmen, der Zwischensprint an Kreuzungen und auf Landstraßen gelingt. Nur unter Last beispielsweise bergauf oder bei der möglichen Höchstgeschwindigkeit von 168 km/h wirkt das Aggregat angestrengt und schwergängig.

Stärkerer Diesel fehlt

Der Normverbrauch von 6,0 Litern Super auf 100 Kilometern wird im Alltag schnell überschritten. Zügiger agiert der größere Benziner, der aus 1,6 Liter Hubraum 92 kW/125 PS schöpft. Eine Alternative für Vielfahrer ist der 1,4-Liter-Common-Rail-Diesel, der genauso leistungsstark ist wie der Einstiegsottomotor, aber unangestrengter wirkt und besser arbeitet. Laut Hersteller soll das Aggregat 4,5 Liter Diesel benötigen, in der Praxis zeigt der Bordcomputer aber einen Verbrauch von 7,0 Litern. Ein stärkerer Selbstzünder, wie er im Venga verfügbar ist, wird nicht angeboten.

Die Kraftübertragung übernimmt im Einstiegsbenziner eine Fünfgang-Handschaltung, bei den anderen Motorisierungen kommt ein flutschiges Sechsgang-Getriebe zum Einsatz. Eine serienmäßige Schaltpunktanzeige nennt den optimalen Zeitpunkt für den Gangwechsel. Die Federung ist für die Fahrzeugklasse sehr komfortabel, Unebenheiten werden nur deutlich abgeschwächt an die Passagiere weitergegeben. Die Lenkung folgt direkt jedem Befehl des Fahrers.

Kein Schnäppchen

Für die Sicherheit sind unter anderem Airbags, der Schleuderschutz ESP und ein Bremsassistent an Bord. Familien benötigen Freiräume, und im Hyundai ix20 finden sie einen Gefährten, der sich variabel gibt und für Kind und Kegel Platz bietet. Die genauen Preise sind noch nicht bekannt. Mit einem voraussichtlichen Startpreis von rund 15.000 Euro wäre der Koreaner kein Schnäppchen, zumal die eigene Schwestermarke ihr Modell rund 1000 Euro günstiger anbietet.

Wettmachen soll dies neben der Ausstattung ein besonderes Händlerangebot: Wer beim deutschen Partner kauft, erhält für fünf Jahre die jährlichen Wartungsarbeiten umsonst - laut Hersteller ein Preisvorteil von rund 1500 Euro. Dies könnte junge Familien, die auf's Geld achten müssen, tatsächlich überzeugen. (mid)






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