7. September 2012

Fahrbericht Gutes Raumangebot Hyundai ix20: Einer mit Wohlfühlfaktor

Der Hyundai ix20 sieht gut aus.
Der Hyundai ix20 sieht gut aus. © Hyundai

Der Hyundai ix20 bietet trotz seiner kompakten Maße ausreichend Platz im Innenraum. Der Van offenbart auf der Autobahn aber kleine Schwächen, sei es nun bei der Fahrdynamik oder bei der Leistung.




Kleinwagen sind wendig und sparsam – aber eben klein. Wollen sie wachsen, ohne ihr citytaugliches Maß zu verlieren, können sie das nur in eine Richtung tun: nach oben. Auch der Hyundai ix20 wählt diesen Weg. Den Effekt der 11 Zentimeter Aufschlag gegenüber dem konventionellen Hyundai-Kleinwagen i20 merkt man direkt beim Einstieg durch die weit öffnenden Türen: Statt auf das Gestühl zu fallen, schwenkt man einfach den Hintern herum - fertig. Die Füße werden über den niedrigen und schmalen Schweller locker nachgezogen. Rückenschonender geht es kaum.

Einmal Platz genommen können die ergonomische Bedienung und das luftige Raumangebot weiter überzeugen. Auch im Fond haben zwei Erwachsene Platz, vor allem, wenn die verschiebbare Rückbank Richtung Heck gerückt wird. Dann schrumpft das Kofferraumvolumen allerdings auf mittleres Kleinwagenmaß. Verzichten die hinteren Passagiere allerdings auf Kniefreiheit, stehen gut beladbare 440 Liter zur Verfügung. Für die große Urlaubstour zu viert oder den Einkauf beim schwedischen Möbelhaus reicht das zwar nicht, für alltägliche Aufgaben ist das aber mehr als etwa ein VW Golf zu bieten hätte.


Hyundai überzeugt mit Kompaktheit

Mit 4,10 Metern Länge bleibt der Hyundai dabei kompakt genug, um auch in überfüllten Innenstädten keine Probleme mit der Parkplatzsuche zu bekommen. Schwierig wird es jedoch beim Rangieren, denn beim Blick nach hinten sieht man zwar die architektonischen Höhepunkte des regionalen Hochbaus, ob auch die Straßen sehenswert sind, lässt sich jedoch höchstens erahnen. Eine weitere Innenraum-Schwäche fällt nur im Hochsommer auf: Die viel zu schwach ausgelegte Klimaanlage kommt bei hohen Temperaturen mit der Kühlung kaum nach. Auf langen Etappen wird der Koreaner so zur Sauna.

Das Cockpit des Hyundai ix20
Das Cockpit des Hyundai ix20 © Hyundai

Lange Reisen sind allerdings auch nicht unbedingt die Paradedisziplin des kleinen Vans. Auf der Autobahn stört die starke Seitenwindanfälligkeit, auf schlechten Straßen das zu steifbeinige Fahrwerk und in der Kurve die deutliche Seitenneigung. Was an Fahrspaß noch übrig ist, schluckt die ausgeprägte Anfahrschwäche des kleinen Diesels im Testwagen. Der 66 kW/90 PS starke 1,4-Liter-Vierzylinder mag nicht so recht aus dem Quark kommen und entwickelt erst im gehobenen Drehzahlbereich so etwas wie Temperament.

Das muss dann allerdings mit erhöhtem Verbrauch bezahlt werden, rund sieben Liter genehmigt sich der Selbstzünder bei flotter Fahrweise. Wer es gemütlich angehen lässt, kommt auch mit etwas weniger als sechs Litern aus. Die Normwerte von 4,5 Litern bleiben aber trotz Start-Stopp-Automatik in weiter Ferne. Für die meisten Einsatzzwecke dürften daher die preiswerteren Benziner die bessere Wahl sein.

Weit entfernt von Opel Meriva

Das Heck des Hyundai ix20
Das Heck des Hyundai ix20 © Hyundai

Auch wenn Hyundai der deutschen Konkurrenz mit Riesenschritten näher kommt, kann sich der ix20 in Sachen Fahrverhalten und Antrieb noch nicht vor Opel Meriva, Ford B-Max und den Polo-Ableger Skoda Roomster schieben. Mit einem Startpreis von 14.690 Euro (für die Version mit dem 66 kW/90 PS-Benziner) und dem ab 16.490 Euro teuren Diesel bleibt er aber auch preislich eine Handbreit hinter den Wettbewerbern zurück.

Und beim Einsatz im Kurzstrecken- und Stadtverkehr – dem üblichen Biotop für Kleinwagen – fallen die Mankos weit weniger ins Gewicht als die positiven Aspekte wie das gute Raumgefühl, die hohe Sitzposition und die ordentliche Variabilität. (SP-X)






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