23. April 2006

Fahrbericht Honda VFR: High-Tech-Express

Die neue Honda VFR
Die neue Honda VFR © Foto: Werk

Die Modellpflege der Honda VFR ist behutsam ausgefallen - zumindest was das Erscheinungsbild betrifft. Doch beim Antrieb gibt es grundlegende Verbesserungen.




Von Heiko P. Wacker

Seit ihrer Premiere vor zehn Jahren hat die Honda VFR schon einige Veränderungen erlebt. Für die neue Saison ist die Modellpflege jedoch behutsam ausgefallen. Zum Glück bleibt somit auch das grundlegende Konzept des sportlichen Tourers erhalten und damit der V4-Motor. Die Preise beginnen bei rund 11.700 Euro.


Schnittige Linie unverändert

Die schnittige Linie der VFR bleibt seit der letzten Überarbeitung im Jahr 2002 nahezu unverändert. Lediglich der neue in der Karosseriefarbe angepasste Einsatz in der Verkleidung der Scheinwerfer, die Klarglas-Blinker oder die geänderte Tönung der Frontscheibe kennzeichnen den neuen Jahrgang. Einen wirklichen Handlungsbedarf hatte es aber auch nicht gegeben. So sitzt es sich nach wie vor gut auf der neuen VFR. Die leicht nach vorn geneigte Haltung macht dabei allenfalls auf den ersten Kilometern eine gewisse Eingewöhnungsphase nötig.

Grundlegende Verbesserungen hat hingegen der Antrieb zu bieten, für den sich der ein oder andere Fan jedoch ein wenig mehr Hubraum gewünscht hätte. Doch in der VFR kommt nach wie vor der bekannte V4 zum Einsatz, der im Zuge der Neuauflage vor vier Jahren bereits massiv überarbeitet und mit dem V4 VTEC'-Ventilsystem ausgestattet wurde. Im mittleren Drehzahlbereich arbeitet der bei 10.500 U/min 80 kW/109 PS starke Antrieb als Zweiventiler - es stehen also je ein Ein- und Auslassventil still - was für guten Durchzug sorgt.

Satter Durchzug

Schicke Seitenansicht der Honda VFR
Schicke Seitenansicht der Honda VFR © Foto: Werk

Wird jedoch die Marke von 6 600 Touren passiert, greifen auch die restlichen Ventile ins Geschehen ein, was mit einem satten Durchzug und einem herzhaften Fauchen quittiert wird. Der Vierzylinder erreicht sein maximales Drehmoment von 80 Nm bei recht hoch angesiedelten 8.750 Umdrehungen und beschleunigt die Honda in sportlichster Manier auf bis zu 242 km/h.

Weich fällt im neuen Modell das bisher recht harte Zupacken des Motors beim Wechsel in den 4-Ventil-Betrieb aus. Der nun spürbar geschmeidigere Übergang ist ein echter Fortschritt. Als nächstes müssten sich die Ingenieure jedoch den Verbrauch vornehmen, der liegt nämlich bei rund 7,5 Litern Normalbenzin auf 100 Kilometer. Eine ambitioniertere Fahrweise oder die Montage von Koffern lassen sogar mehr als 8 Liter durch die von der Fireblade übernommen Einspritzdüsen rinnen. Die Zahl der Tankstopps hält sich Dank des 22 Liter fassenden Tanks jedoch in Grenzen.

Bekannter Rahmen

Unterwegs mit Sozius auf der VFR
Unterwegs mit Sozius auf der VFR © Foto: Werk

Beim Fahrwerk vertraut Honda weiterhin auf den zweiholmigen Aluminiumrahmen und die hintere Einzelradaufhängung. So behält die VFR ihr bekannt perfektes Handling, die leicht und wie mit dem Zirkel gezogen die Kurven nimmt. Die Federelemente sprechen fein an, und vermitteln ein straffes, aber dennoch bequemes Fahrgefühl. Optional kann die VFR auch noch mit einem hervorragend funktionierenden ABS ausgestattet werden.

Wird das 950 Euro teure System verbaut, ist zusätzlich die hintere Federvorspannung hydraulisch verstellbar. Das kommt dem dynamischen Charakter der VFR entgegen. Zwar kann man bei einem Preis von 12.640 Euro inklusive ABS nicht wirklich von einem Schnäppchen sprechen, doch dafür bietet die VFR modernsten Zweiradbau, eine perfekte Verarbeitung und ein einmaliges Antriebskonzept. Alleine dafür lieben sie ihre Fans - und das mit Recht. (mid)






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