11. Juni 2007

Fahrbericht Honda Varadero 125: Enduro für Einsteiger

Honda Varadero 125
Honda Varadero 125 © Foto: Werk

Honda hat die Varadero 125 einem umfassendem Facelift unterzogen. So erhielt die Enduro neben äußeren Veränderungen auch eine elektronische Einspritzung verpasst.




Von Heike P.Wacker

Mit der Neuauflage der Varadero 125 erregt Honda ebenso Aufsehen, wie beim Debüt vor sechs Jahren. Wo sonst im Leichtkraftrad-Angebot meist sägende Zweitakter für Antrieb sorgen, vertraute der japanische Hersteller schon damals auf einen souveränen Viertakter. Für die neue Saison wurde dem 4.660 Euro teuren Leichtkraftrad mit Windschutzscheibe für Ein- und Wiedereinsteiger eine elektronische Einspritzung sowie ein umfassendes Facelift spendiert.


Moderneres Styling

Die zweite Generation der Mini-Reiseenduro mit 125 ccm Hubraum überrascht dabei mit einem deutlich moderneren Styling ihrer Halbverkleidung, das die erwachsenen Proportionen betont. Hinter ihrer großen Schwester, der Varadero 1000, braucht sich das Leichtkraftrad keineswegs zu verstecken. Wer auf dem Schulparkplatz zwischen den zumeist gefahrenen Rollern punkten möchte, der ist mit der Honda bestens beraten. Sie macht wirklich was her. Die markante Optik wird dabei auch vom 17 Liter fassenden Tank geprägt, der sich schön in die geschwungene Verkleidung einfügt, die an die Reiseenduro Honda Transalp 650 erinnert.

Das Cockpit der Honda Varadero 125
Das Cockpit der Honda Varadero 125 © Foto: Werk

Die selbstbewussten Proportionen spürt man auch im Sattel mit einer Sitzhöhe von 80 Zentimetern. Folglich fühlen sich auf der Varadero auch Menschen mit einer Körpergröße jenseits von 1,90 Metern wohl. Im Umkehrschluss jedoch sollten die Beine nicht zu kurz geraten sein.

Entspanntes Sitzgefühl

Die Rückbank der Varadero 125 bietet bequem Platz für einen Mitfahrer
Die Rückbank der Varadero 125 bietet bequem Platz für einen Mitfahrer © Foto: Werk

Entspannt und aufrecht sitzend finden sich auf der japanischen 125er gerade Ein- und Wiedereinsteiger rasch zurecht. Die Leistung des V-Twin-Motors muss sich natürlich an den gesetzlich vorgeschriebenen 11 kW/15 PS orientieren, während das maximale Drehmoment von zehn Newtonmeter bei 8 500 U/min anliegt. Das reicht für eine Spitzengeschwindigkeit von 110 km/h.

Für Fahrten durch die Stadt und selbst längere Landstraßentouren steht also durchaus genug Leistung und Kraft zur Verfügung, auch wenn der Motor gerne in höherem Drehzahlbereich bewegt werden möchte. Der quirlige bekannte 90-Grad-V2-Motor aus dem Vorgängermodell wurde im Grunde nicht verändert, erhielt allerdings eine Kraftstoffeinspritzung, die in Kombination mit dem Katalysator für die Einhaltung der Euro-3-Norm sorgt. Das System arbeitet in der Praxis ebenso unauffällig wie angenehm - sowohl beim Kaltstart als auch während der Fahrt. Erfreulich ist zudem, dass Fahrwerk und Bremsen auch einen Zweipersonenbetrieb klaglos wegstecken.

Kein billiges Vergnügen

Die Seitenansicht der Honda Varadero 125
Die Seitenansicht der Honda Varadero 125 © Foto: Werk

Am Ende bleibt somit die Erkenntnis, dass man mit der Varadero ein ebenso erwachsenes wie praktisches Leichtkraftrad erwirbt. Für so viel Souveränität muss man jedoch auch 4.660 Euro anlegen. Zum Vergleich: Für die CBR 125 R, die von Honda ebenfalls überarbeitet und mit einer Einspritzanlage versehen in die neue Saison geschickt wird, werden bei gleicher Motorleistung rund 1600 Euro weniger verlangt. Und auch die XR 125 L ist etwa 1500 Euro günstiger - wobei hier ein Vergasermotor mit 9 kW/12 PS Leistung verbaut wird.

Eine Varadero zu fahren ist somit nicht unbedingt ein billiges Vergnügen. Doch wird der Preis durch die moderne Motortechnik und vor allem das erwachsene Auftreten durchaus wettgemacht. (mid)






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