5. September 2007

Fahrbericht Honda Varadero 1000: Gemacht fürs Fernweh

Honda Varadero 1000
Honda Varadero 1000 © Foto: Honda

Wer auf der Suche nach einem zuverlässigen Begleiter für lange Touren ist, der kommt an der Honda Varadero 1000 kaum vorbei. Auf Ausflüge ins Gelände sollte man jedoch verzichten.




Von Heiko P. Wacker

Aus der Palette der großen Reise-Enduros ist die Honda Varadero seit ihrem Debüt 1999 nicht mehr wegzudenken. Auch die Neuauflage mit besten Langstreckenqualitäten für Fahrer und Beifahrer, gutem Wetterschutz oder optionalem ABS machen die 10.290 Euro teure Honda zum gefälligen Tourenfahrzeug. Noch gefälliger wird sie mit dem für 1100 Euro erhältlichen Travel-Paket.


Attraktives Travelpaket

Äußerlich betrachtet überrascht die Varadero mit ihren frischen Farben, wobei besonders die dunkelrote Variante «Bloom Red Metallic» ins Auge sticht. In Kombination mit den zweifarbigen Grafikelementen, die sich auch bei der silbernen und der schwarzen Version wiederfinden, wirkt die rote Varadero erhaben. Imposant ist das Hochbein nämlich ohnehin - vor allem, wenn das Travel-Paket installiert ist, das zwei seitliche 35-Liter Koffer sowie ein 45 Liter fassendes Topcase mit Soziusrückenlehne nebst den entsprechenden Halterungen beinhaltet. Alle drei Stauräume sind jeweils in der Fahrzeugfarbe lackiert. Komplettiert wird das Paket noch mit einem Hauptständer und einer Griffheizung.

Die Varadero 1000 liegt gut in der Hand
Die Varadero 1000 liegt gut in der Hand © Foto: Honda

Abgesehen von den neuen Farben wurde das Design der Varadero nur leicht verändert. So ist die Seitenverkleidung schlanker geschnitten, was unter anderem der Wartungsfreundlichkeit zugute kommt. Gleichzeitig findet sich nun ein kleines abschließbares und vor allem wasserdichtes Seitenfach im Cockpit. Auch die Heckverkleidung wurde überarbeitet und harmoniert bestens mit der neuen Auspuffabdeckung. Jedoch sind die großen Edelstahlschalldämpfer mit etwas zu kratzempfindlichen schwarzen Endkappen dekoriert, die indes als Hitzeschutz notwendig sind.

Nichts fürs Gelände

Die dunkelrote Variante
Die dunkelrote Variante "Bloom Red Metallic" sticht ins Auge © Foto: Honda

Auf Aluminium statt Plastik setzt man nun bei der Unterverkleidung des Motors. Die tiefer angeordneten Motorkomponenten sind damit besser vor Steinschlag geschützt - auch wenn man mit der rund 270 Kilo wiegenden Varadero echte Geländeeinsätze eher meidet. Dafür ist sie dann doch zu schwer - und wegen ihrer edlen Optik eigentlich auch fast zu schade.

Zudem sollte man auf der Varadero über einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn und nicht zu kurze Beine verfügen, kommt man doch angesichts der zwar reduzierten, aber immer noch beachtlichen Sitzhöhe von 84,3 Zentimetern beim Rangieren rasch in Bedrängnis. Abhilfe schafft eine optionale, drei Zentimeter tiefere Sitzbank. Am Sitzkomfort hingegen gibt es rein gar nichts auszusetzen - weder vorne noch hinten. Der hohe Schwerpunkt der Maschine sorgt aber vor allem bei Stadtfahrten immer wieder für teils unangenehme Überraschungen.

Einmal in Fahrt, ist dies jedoch vergessen. Dann beeindruckt die bis zu 200 km/h schnelle Honda mit ihrer Agilität, die das Gewicht rasch vergessen lässt. Garant hierfür ist der kultivierte V2-Motor mit 996 ccm Hubraum, der seine 69 kW/94 PS Leistung nun bereits bei 7500 U/min und nicht wie bei der Vorgängerin bei 8000 U/min erreicht. Zudem entspricht der Zweizylinder, dessen maximales Drehmoment von 98 Nm nach wie vor bei 6000 U/min liegt, der Euro 3-Abgasnorm.

470 km Reichweite

Das zusätzliche Travelpaket sorgt für Stauraum
Das zusätzliche Travelpaket sorgt für Stauraum © Foto: Honda

Um die ganze Kraft abzurufen, bedarf es einer forcierten Gangart. Doch schon früh steht erfreulich viel Schub zur Verfügung, so dass die Maschine sich selbst im Zweipersonenbetrieb meist unterhalb von 4000 Umdrehungen bewegt. Das schont das Nervenkostüm - und den Geldbeutel. Die Varadero begnügt sich mit durchschnittlich 5,3 Litern Normalbenzin auf 100 Kilometer, was dank des 25 Liter fassenden Tanks Etappen von rund 470 Kilometern ermöglicht. Ein deutliches Zeichen für eine fein abgestimmte Einspritzanlage und ein enormer Fortschritt gegenüber früheren Zeiten, als die Varadero noch mit Flachschiebervergasern arbeitete. Neben dem geringen Verbrauch fällt auch die jährliche Haftpflichtversicherung bei der AXA mit 139 Euro recht günstig aus.

Lobend zu erwähnen ist auch die Bremsanlage, die serienmäßig über das bewährte Kombibremssystem Dual-CBS verfügt. Dennoch empfiehlt sich der Kauf des für 900 Euro erhältlichen ABS, das die Varadero endgültig zu einem richtig feinen Reisemotorrad macht. (mid)






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