19. Oktober 2006

Fahrbericht Honda PS 125i: Wendige Alternative

Honda PS 125i
Honda PS 125i © Foto: Werk

Angesichts steigender Benzinpreise stellt die Anschaffung eines Rollers für viele Autofahrer die ideale Lösung für den Stadtverkehr dar. Dass die Scheu vor dem Zweirad unbegründet ist, beweist der neue Honda PS 125i.




Von Heiko P. Wacker

Honda bietet besonders für Stadtmenschen eine günstige alternative. Die PS 125i gibt auch dem Rollerneuling keine Rätsel auf. «Draufsetzen und losfahren» heißt die Devise für 2.890 Euro.


Viel Stauraum

Zwar liegt der Neuzugang im Honda-Rollerprogramm damit über jenen Billigangeboten, die vor den Baumärkten angepriesen werden. Dafür jedoch besticht der PS auf den ersten Blick mit seinem wertigen Design und der schön geschwungenen Silhouette. Der positive Eindruck ändert sich auch nach der ersten Sitzprobe nicht, fällt doch der Fußraum trotz der leichten Einbuchtungen des Trittbretts, die für besseren Stand an der Ampel sorgen, recht ordentlich aus. Dank der breiten Front werden zudem die Beine bei Regen nicht sofort nass.

Allerdings kann auch der PS selbst mit optionaler Windschutzscheibe keinen vollen Schutz vor der Witterung bieten. Dafür jedoch überrascht er mit großer Bequemlichkeit auf dem Sitz und praktischem Stauraum darunter. Immerhin passt hier ein Jethelm oder auch ein kleinerer Integralhelm hinein. Butter oder frische Milch sollte man hier jedoch nicht transportieren, wird das Fach doch vom Motor ein wenig angewärmt. Geöffnet wird es mit dem Zündschlüssel anstelle eines separaten Schlosses.

Drei Liter Normalbenzin

Wird der Schlüssel hingegen nach rechts gedreht, erwacht der Motor zum Leben. Wie bei anderen in jüngster Zeit eingeführten 125-ccm-Rollern setzt Honda auch im PS 125i auf einen flüssigkeitsgekühlten Viertaktmotor mit elektronischer Einspritzung. Das sorgt für einen niedrigen Kraftstoffverbrauch, der sich im Bereich von drei Litern Normalbenzin auf 100 Kilometern einpendeln dürfte, sowie für die geringsten Emissionen in der 125er Klasse. Dies wird durch den Einsatz eines Katalysators ermöglicht.

Damit erreicht der 10 kW/13,6 PS starke Roller problemlos die Euro-3-Norm.
Und auch an den Fahrleistungen gibt es nichts auszusetzen. Wendig und handlich lässt sich der Roller durch den Verkehr zirkeln, während die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auch längere Distanzen nicht zur Geduldprobe werden lässt. Zudem arbeitet das Aggregat, das ein maximales Drehmoment von 11,5 Nm bei 7000 Touren entwickelt, erstaunlich leise.

Hoher Alltagsnutzen

Viel wichtiger als der Geräuschpegel ist den meisten Fahrern jedoch die Bedienbarkeit. Immerhin möchte beispielsweise ein umstiegswilliger Autofahrer nicht durch komplizierte Zweiradtechnik überfordert werden. Eine Kupplung wird man deshalb vergeblich suchen - die Automatik übernimmt die nötige Schaltarbeit. Für Verzögerung sorgt das bekannte CBS-Kombibremssystem. Hierbei betätigt der rechte Bremshebel wie bei normalen Motorrädern die Vorderradbremszange, während der linke Hebel auf die hintere Trommelbremse und gleichzeitig auf die vordere Bremsscheibe wirkt. Das System kommt vor allem Neulingen entgegen, die sich an das Bremsen mit dem rechten Hebel - also mit der «Gashand» - erst gewöhnen müssen.

Es sind solche Kleinigkeiten, die den hohen Alltagsnutzen des PS 125i ausmachen. Da zudem das ordentliche Fahrverhalten einen ebenso positiven Eindruck hinterlässt wie die Verarbeitung, erscheint der Preis von 2.890 Euro durchaus gerechtfertigt. (mid)






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