27. November 2008

Fahrbericht Honda CBF 125 Herzerfrischende Leichtigkeit

Honda CBF 125
Honda CBF 125 © Foto: Honda

Honda bietet mit der CBF 125 ein attraktives Leichtkraftrad an. Es lässt sich nicht nur leicht fahren, sondern ist dazu auch noch für einen Kampfpreis zu haben - leider ohne ABS.




Mit einem 125er Leichtkraftrad im Stile der erfolgreichen CBF-Schwestern lockt Honda Jugendliche wie Ältere aufs motorisierte Zweirad. Hauptargumente für die neue CBF 125 sind eine herzerfrischende Leichtigkeit und ein Kampfpreis von 2100 Euro, der deutlich unter der hauseigenen Konkurrenz in Form der CBR 125 R und unter dem der japanischen Hauptkonkurrenten liegt. Ein solcher Preis ist allerdings nur durch Abspecken bei der Technik und der Ausstattung möglich. Zudem wird die kleine Japanerin in Indien gefertigt, wo die Löhne und sonstigen Produktionskosten niedrig sind.


Pragmatische Ausstrahlung

Die CBF besitzt eher eine pragmatische Ausstrahlung als mit liebevollen Details zu faszinieren; Preiswürdigkeit und Funktionalität stehen hier klar im Vordergrund. Das verdeutlicht beispielsweise der unschön gestaltete Fußbremshebel oder das spartanisch ausgestattete Cockpit, auch bremst die Maschine hinten mit einer mechanischen Trommelbremse und die Leistungsausbeute des luftgekühlten Zweiventilers von gut 11 PS reißt auch niemanden von den Sitzen.

Aber Prospektangaben und schnelle Vorurteile ersetzen noch keinen Fahreindruck, und der überrascht. Überhaupt macht die 125er einen sympathischen, durchaus erwachsenen Eindruck mit ihrem großen Frontscheinwerfer und der Halbschalenverkleidung, die von einer getönten Scheibe abgerundet wird. Damit erinnert die Honda einerseits bewusst an die erfolgreichen CBF 600- und 1000-Modelle aus gleichem Hause, andererseits besitzt sie eine deutlich sportivere Ausstrahlung. Beim Aufsitzen fällt die niedrige Sitzhöhe von 79,2 Zentimetern positiv auf. Nur rutscht der Fahrer immer zum Lenker hin, da das Polster ein wenig nach vorne abfällt.

Alles gut im Griff

Honda CBF 125
Honda CBF 125 © Foto: Honda

Doch davon abgesehen hat man auf der kleinen Allrounderin alles gut im Griff, sie fährt sich genial einfach. Das liegt am leichten Gewicht von 128 Kilo in vollgetanktem Zustand, den schmalen Reifen und der aufrechten, bequemen Haltung. Die neue 125er Honda benimmt sich leichtfüßig wie ein Fahrrad, lässt sich um die engste Ecke und durch das kleinste Verkehrsnadelöhr spielerisch und exakt dirigieren. Schnelle Schräglagenwechsel sind ein Genuss. Dazu erstaunt ihr hoher Fahrkomfort gerade auf welligem Untergrund, vor allem die Telegabel schluckt reichlich Asphalt-Ungemach. Erst flott gefahrene grobe Abschnitte offenbaren eine recht lasche Dämpfung.

Der Einzylindermotor treibt die CBF bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 104 km/h. Doch höhere Drehzahlregionen verursachen aufgrund der Vibrationen ein feines Kribbeln an Händen und Gesäß. Dafür erfreuen die Kupplung mit superleichter Bedienbarkeit und das Fünfganggetriebe mit einer passenden Abstufung. Der Durchschnittsverbrauch liegt laut Hersteller deutlich unter drei Liter, zusammen mit dem 13-Liter-Tank ergeben sich so Reichweiten von mehr als 500 Kilometern.

Kein ABS

Weiterreichende Stopp-Optionen wie ABS oder ein Integralbremssystem fielen dem günstigen Preis zum Opfer. Dennoch verzögert die Kombination aus Scheibebremse vorn und Trommelbremse hinten anständig und ohne Unruhe ins Fahrzeug zu bringen. Nur die Bremse am Hinterrad könnte durchaus feinfühliger zu dosieren sein.

Mit der Honda CBF 125 unterwegs in Südfrankreich
Mit der Honda CBF 125 unterwegs in Südfrankreich © Foto: Honda

Ab Januar steht die CBF 125 bei den Händlern. Bis dahin bleibt potenziellen Neueinsteigern und Nachwuchs-Motorradfahrern noch etwas Zeit für den benötigten Zweirad-Führerschein, der sich durch die geringen Betriebskosten sogar noch erweitern lässt und die Honda bis zu diesem Zeitpunkt zu einer echten Alltagsalternative macht. (mid)






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