9. Juni 2008

Fahrbericht Honda CB 1000 R Adrenalin-Kick

Die Honda CB 1000R
Die Honda CB 1000R © Foto: Honda

Mit der neuen CB 1000 R präsentiert Honda ein spektakuläres Naked-Konzept, das durch seine Performance und sein leichtes Handling besticht. Auch optisch hat das neue Modell der Japaner einiges zu bieten.




Von Norbert Meiszies

Naked Bikes mit großem Hubraum zählen zu den Bestsellern auf dem Markt. Das hat seinen Grund: Sie sind nicht ganz so extrem wie Superbikes, bieten dennoch jede Menge Leistung, um das Blut in Wallung zu bringen. Außerdem zeigen sie ihre technischen Feinheiten offen und verstecken sie nicht unter windschlüpfrigen Verkleidungen. Außerdem bieten sie den Ingenieuren die Chance, dem Bike ein eigenes, unverwechselbares Gesicht zu geben. Motorräder wie eine Triumph Speed Triple, eine Aprilia Tuono oder eine Yamaha FZ 1 haben auch deshalb ihre Fangemeinde, weil sie richtige Show Stars sind.


Aggressives Naked Bike

Bei der jetzt vorgestellten neuen CB 1000 R wollte sich Honda allerdings nicht einfach damit zufrieden geben, den Vorgänger, die bereits 2002 vorgestellte Hornet 900, an aktuelle Hubraumvolumina und Fahrleistungen anzupassen. Ziel sollte ein Motorrad mit einer sehr aggressiven Naked-Optik sein, einer drehmomentstarken Motorleistung und einem bestechenden Handling. Herausgekommen sei dabei keine Hornet 1000 wie Projektleiter Tetsuy Kudoh erläuert, der übrigens auch für die inzwischen legendären VFR und CB 1300 Modelle verantwortlich war, sondern ein völlig neues Performance-Naked-Bike.

Das Cockpit sieht schick aus
Das Cockpit sieht schick aus © Foto: Honda

Schon optisch unterscheidet sich die Tausender deutlich von der alten 900er Hornet. So kompakt hat sich noch kein Reihenvierzylinder präsentiert. Einen wesentlichen Teil trägt die stolze Sitzhöhe von 825 mm bei, wie Tetsuy Kudoh erklärt. Der Fahrer thront förmlich über den Lenker gebeugt auf dem schmalen Sitzpolster wie ein sprungbereiter Panther. «Mass forward» nennt sich dieses Konstruktionsprinzip.

Knappes Heck

Das knappe Heck und die kurze Frontpartie mit Multireflektor-Scheinwerfer inklusive auffälligem LED-Standlicht sowie der leicht nach vorn gewinkelte Kraftstofftank mit den angegliederten Seitenverkleidungen ergänzen diesen Eindruck. Ein weiterer Faktor ist der Mono-Backbone-Rahmen, der auf dem Konzept der mittelgroßen Hornet 600 aufbaut. Im Fahrbetrieb zeigt die Japanerin dann genau die Handlichkeit, die sich die Techniker vom Layout des Chassis versprochen haben: willig, ohne Kraftaufwand folgt die voll getankt 217 kg wiegende CB 1000 den Lenkbefehlen des Fahrers, fast spielerisch wie eine Supermoto überzeugt sie in der Disziplin Kurvengeschlängel. Wendemanöver auf engstem Raum stellen überhaupt kein Problem dar.

Die vier Auspuffrohre münden in ein Endrohr
Die vier Auspuffrohre münden in ein Endrohr © Foto: Honda

Aber nicht nur bei den Äußerlichkeiten weiß die CB 1000 R zu überzeugen, der flüssigkeitsgekühlte Reihenvierzylinder mit 998 ccm Hubraum liefert genau die atemberaubende und ansprechfreudige Leistung, wie man sie von einem ambitionierten Streetbike der Einliterklasse erwartet. Verantwortlich zeichnet der direkte Abkömmling von Hondas Supersport-Antrieb aus der 2007er CBR 1000 RR Fireblade, die die World Superbike Meisterschaft gewann. Einziger Unterschied ist der auch in der CBF 1000 eingesetzte, nochmals modifizierte Zylinderkopf, um eine maximale Leistungsausbeute vor allem im unteren und mittleren Dehzahlbereich zu erhalten.

124 PS starker Motor

Der Motor der Honda leistet 124 PS
Der Motor der Honda leistet 124 PS © Foto: Honda

Im Unterschied zur CBF bietet die CB 1000 R dank weiterer Modifikationen und Mapping-Einstellungen mit 124 PS bei 10000/min deutlich mehr Leistung. Die ist schon beim geringsten Dreh am Gasgriff abrufbar - und zwar sehr gleichmäßig über das gesamte Drehzahlband. Schon bei niedrigen Drehzahlen macht sich das maximale Drehmoment von 99 Nm bei 7750/min positiv bemerkbar, der Vierzylinder reagiert auch bei niedrigen Drehzahlen ohne die bei solchen Motorkonzepten übliche Atempause sehr direkt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h (Herstellerangabe) beweist die CB 1000, dass sie auch bei der Spitzenleistung mithalten kann. Ans Hinterrad gelangt die geballte Kraft über eine leicht zu betätigende, am Hebel einstellbare hydraulische Kupplung. Nahezu geräuscharm verrichtet dazu das seidenweich zu schaltende Sech-Gang-Getriebe seinen Dienst.

Guter Komfort

Das Heck der CB 1000R
Das Heck der CB 1000R © Foto: Honda

Bei soviel Sportsgeist könnte man meinen, der Fahrer müsse beim Komfort Abstriche machen. Mitnichten, auch hier kommt bewährte Honda-Technik zum Einsatz. Zum Beispiel die Upside-down-Gabel mit 43 mm Rohrdurchmesser, die so auch beim aktuellen Supersportler CBR 1000 RR ihren Dienst verrichtet. Sie garantiert auch bei Unebenheiten in der Fahrbahn die volle Kontrolle über das Fahrzeug. Bei 120 mm Federweg ist die Gabel in Federvorspannung, Zug- und Druckstufe voll einstellbar und lässt sich optimal auf individuelle Fahrerpräferenzen abstimmen.

Hinten sitzt ein zehnfach in Federvorspannung und Zugstufe einstellbarer Monoshock-Dämpfer mit separatem Ausgleichsbehälter und 128 mm Federweg zwischen der eleganten Einarm-Schwinge seitlich im Rahmen. Auch bei den Bremsen haben sich die Techniker bei der Firebade bedient. Die beiden serienmäßig im Vorderrad radial montierten Vierkolbenbremszangen greifen auf 310 mm große gelochte Bremsscheiben und sorgen im Zusammenspiel mit der hinteren Doppelkolbenzange für Verzögerungswerte auf Supersport-Niveau. Wem das noch nicht ausreicht, dem bietet Honda das bekannte Combined-ABS optional für einen Aufpreis von 600 Euro an. Dann bringt statt der Standard-Vierkolbenanlage eine goldfarbene Dreikolbenbremszange die neu gestylten 17-Zoll-Räder unter Kontrolle.

Die Seite der CB1000R
Die Seite der CB1000R © Foto: Honda

Wenn es überhaupt etwas an der Honda CB 1000 R auszusetzen gibt, dann sind es die Rückspiegel, in denen man außer den eigenen Oberarmen so gut wie nichts sieht, sowie das voll digitalisierte Cockpit, das zwar optisch ins Konzept passt, aber nicht optimal ablesbar ist. Selbst nachschauen kann man ab Mitte Mai, dann soll die neue Honda CB 1000 R zum Händler kommen. Für 10.090 Euro bekommt der Kunde dort ein nahezu perfektes Naked Bike und jede Menge Adrenalinstöße gratis dazu.






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