23. Dezember 2008

Fahrbericht Honda Accord 2.2i-DTEC Automatik Ende der Wartezeit

Der neue Honda Accord jetzt auch mit Automatik im Diesel
Der neue Honda Accord jetzt auch mit Automatik im Diesel © Foto: Honda

Lang hat es gedauert. Doch nun hat Honda dem Accord-Diesel eine Automatikversion zugeschustert, die leise arbeitet, aber Kraft kostet.




Von Stefan Grundhoff

Auch wenn die Benziner langsam wieder zu Kräften kommen. Ohne einen Diesel geht gerade in der europäischen Mittelklasse gar nichts. Dumm nur, wenn die beliebten Kilometerfresser, Dienst- und Familienwagen dann nicht mit einer Automatik zu kombinieren sind. Gerade aus dem Hause Honda gab es bereits vom Vorgänger des Accord allenthalben lautes Wehklagen, dass die fehlende Automatik beim Dieselmotor wichtige Prozentanteile kosten würde. Die Zeit des Heulens und Zähneklapperns ist bald vorbei. Der vor einigen Monaten präsentierte Honda Accord ist nunmehr auch als 150 PS starker Diesel mit einem Automatikgetriebe zu bekommen. Wieso das ganze ein paar Jahre gedauert hat, bleibt kaum nachvollziehbar. Schließlich haben die eifrigen Motorenspezialisten aus Japan keine neue Automatik oder gar eine Doppelkupplung auf den Accord-Weg gebracht, sondern die bekannte Fünfgang-Automatik des 201 PS starken Benziners an den drehmomentstarken Selbstzünder angepasst.


Lange Wartezeit

350 Nm maximales Drehmoment leistet der 110 kW / 150 PS starke Vierzylinder mit seinem 2,2 Liter großen Commonrail-Diesel. Zu viel, um die Wandlerautomatik des 2.4i V-TEC einfach herüberzuholen und loszudieseln. Doch der Druck aus Europa wurde größer. Märkte wie Deutschland, Österreich und England maulten seit langem wegen der fehlenden Kombination aus sparsamem Diesel und automatisierter Gangwahl. Auch wenn kaum einleuchtet, wieso Honda trotz vergleichsweise geringer Europa-Stückzahlen keine gute Automatik von einem Zulieferer zukaufte oder wenn dann zumindest gleich eine moderne Gangwahl mit mindestens sechs Stufen entwickelte.

Doch jetzt ist sie da und Honda-Sprecher Alexander Heintzel kann seine Freude nicht verhehlen: «Wir mussten lange beim Diesel auf die Automatik warten. Wir sind froh, dass sie jetzt da ist und wir nunmehr auch kleinere Flotten und Taxifahrer ansprechen können.»

Stattliches Leergewicht

Der Innenraum wirkt sehr wertig
Der Innenraum wirkt sehr wertig © Foto: Honda

Die Kombination aus dem bekannt leisen und sanft laufenden Vierzylinder-Diesel und der fünfstufigen Automatik lässt sich überaus angenehm erfahren. Der Motor wirkt noch leiser und dezenter als bei der Handschaltung. Die Gangwechsel laufen angenehm zurückhaltend ab. Leider kostet der Wandler den Motor einiges an erfahrbarer Leistung. Wer beim Auffahren auf die Autobahn zum Beschleunigen kräftig Gas gibt, würde sich für ein Fahrzeug dieser Dimensionen mehr Leistung wünschen. 150 PS sind in dieser Klasse allenfalls Mittelmaß. Die bekannt sportlichen Honda-Kunden könnten sich sicher mit einer leistungsstärkeren Variante um die 180 PS und mit knapp 400 Nm sehr gut anfreunden. Denn wirklich sportlich geht es im dynamisch gestylten Honda Accord wirklich nicht zu. Daran ändert sich auch nichts, wenn man in den manuellen Modus wechselt.

Neben dem Sportprogramm lässt sich die Gangwahl per Schaltpaddel am griffigen Steuer auch manuell beeinflussen. Doch wirklich gut abgestimmt, wirkt der manuelle Sportmodus nicht. Die Gangwechsel dauern zu lang und gerade bei einem derart drehmomentstarken Diesel sollte man die Automatik lieber eigeninitiativ schalten und walten lassen. Überzeugend präsentiert sich das Ausstattungspaket des Honda. Der Accord ist neben ABS, ESP und zahlreichen Airbags nicht nur mit zusätzlichen Sicherheitshelfern wir Abstandstempomat, Spurhalteassistent oder Rückfahrkamera ausgestattet, sondern verfügt auch über ein ausgewogenes Fahrwerk. Jedoch kann der Fronttriebler sein stattliches Leergewicht von rund 1,7 Tonnen ebenso wenig verschleiern wie eine Lenkung, die mehr Kontakt zur Fahrbahn vermitteln sollte.

Stärkerer Diesel im Gespräch

Fahrleistungen im klassenüblichen Rahmen
Fahrleistungen im klassenüblichen Rahmen © Foto: Honda

Die Fahrleistungen liegen im klassenüblichen Rahmen. Die Tachonadel schläft bei 210 km/h ein und der Verbrauch pendelt bei rund sechs Litern Diesel auf 100 Kilometern. Den Spurt 0 auf 100 km/h schafft der Accord in zehn Sekunden. Der stärkere Diesel ist seit längerem im Gespräch. Wann er kommt, steht noch in den Sternen. Doch um den Anschluss an die europäische und asiatische Konkurrenz nicht zu verpassen, sollte man schleunigst nachlegen. Toyota Avensis, Peugeot 407, Renault Laguna, Ford Mondeo oder Opel Insignia bieten allesamt Diesel mit mindestens 170 PS. Vielleicht auch ein Grund dafür, weshalb der 4,73 Meter lange Honda Accord im Jahre 2008 hinter den Erwartungen zurückblieb. Das soll sich insbesondere mit der Kombination aus Accord Tourer 2.2i-DTEC und Automatikgetriebe ändern.

Der Basispreis für den Honda Accord 2.2i-DTEC Elegance liegt bei 28.675 Euro. Deutlich besser ist der mindestens 32.825 Euro teure Executive. Die Automatik kostet einen Aufpreis von 1.900 Euro. «Wir erwarten einen Verkaufsanteil von mindestens 50 Prozent», so Heintzel. Der Honda Accord Diesel mit Automatikgetriebe soll im Februar 2009 auf den Markt kommen. Für die kommenden drei Jahre hat Honda viel vor. Neben dem etwaig stärkeren Diesel wollen die Asiaten pro Jahr ein Hybridmodell auf den Markt bringen. Los geht es im April mit dem Honda Insight. Dessen Einstiegsmodell soll unter 20.000 Euro kosten.






Mehr zur Marke Honda

Premiere auf der IAAHonda Jazz auf der Spur des Civic

Honda frischt den Jazz auf. Der Kleinwagen wird dabei nicht nur optisch verfeinert, sondern erhält zudem noch ein neues Top-Aggregat samt neuer Ausstattungslinie.


Hohe Ziele bis 2025Honda setzt bei E-Mobilität auf Europa

Honda setzt bei der Elektromobilität auf Europa als Wachstumstreiber. Die Japaner planen, dass bis 2025 jedes dritte hier verkaufte Fahrzeug über einen Elektroantrieb verfügen soll.


Klassisch und modern zugleichHonda CB 1100 RS: Big Bike im Retro-Stil

Honda hat sein Retro-Modell CB 1100 RS mit modernen Fahrwerks- und Bremskomponenten ausgestattet. Herzstück bleibt dabei der luft- und ölgekühlte Vierzylinder-Reihenmotor.



Mehr aus dem Ressort

Renault feiert Pickup-Premiere mit dem Alaskan
Abkömmling des Nissan NavaraRenault Alaskan: Klonereien im Gelände

Renault steigt mit dem Alaskan ins Pickup-Segment ein. Der Lastenesel beschreitet dabei den Weg, der beim Volkswagen-Konzern seit Jahren an der Tagesordnung ist.


Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.