15. November 2007

Fahrbericht Kölner Cruiser

Ford Mondeo
Ford Mondeo © Foto: Press-Inform

Der neue Mondeo konnte sich vom Start weg eine Menge Lob einfahren. Die bislang fehlende Automatik-Version hat Ford jetzt nachgelegt.




Von Sebastian Viehmann

Wenn amerikanische Autobauer früher die Automatikgetriebe ihrer chrombeladenen Straßenkreuzer anpriesen, mussten dafür besonders klangvolle Namen her. «TorqueFlite» hieß die altehrwürdige Dreigangautomatik bei Chrysler, «DynaFlow» das erste automatische Getriebe im Hause Buick. Damit war eigentlich alles gesagt: die Automatik versprach sanftes Gleiten und faules Cruisen. In Deutschland wählte Ford für den Taunus 17M das nicht ganz so elegante Wort «Taunomatic», als der Wagen ab 1966 auf Wunsch mit einer Dreigang-Automatik vom Band lief.


Entscheidendes Angebot

Im neuen Ford Mondeo war bisher nur Schaltarbeit angesagt, mit fünf oder sechs Gängen. Damit ist es nun vorbei. Der 2,0-Liter Duratorq-Dieselmotor (130 PS) und der frisch eingetroffene 2,3-Liter Duratec Vierzylinder-Benziner (160 PS) kommen in den Genuss einer neu entwickelten Sechsgangautomatik namens Durashift-6-tronic. «Ein Automatikgetriebe hat in dieser Fahrzeugklasse eine große Bedeutung für den Verkaufserfolg. Viele Kunden wechseln lieber die Marke, als auf eine Automatik zu verzichten», sagt Jürgen Stackmann, Marketing-Direktor der Ford-Werke. Die Kölner gehen davon aus, dass zukünftig jeder fünfte Mondeo mit Automatik geordert wird. Einen Sechsgang-Automaten gibt es mit den gleichen Motoren auch für den S-Max und den Galaxy.

Laut und weit hochdrehend

Die Automatik gibt es in Verbindung mit zwei Motorvarianten
Die Automatik gibt es in Verbindung mit zwei Motorvarianten © Foto: Press-Inform

Eine Sechsgangautomatik mit Sportmodus und manueller Schaltmöglichkeit ist nicht gerade die industrielle Revolution in einer Welt, in der sich auch die 7G-Tronic von Mercedes oder das Sechsgang-Direktschaltgetriebe (DSG) des VW-Konzerns tummeln. Doch der Ford-Automat macht seine Sache ordentlich: die Schaltübergänge sind sehr weich und passen zum Charakter des Mondeo. Er ist mit seiner ausgezeichneten Straßenlage, der präzisen Lenkung und dem komfortablen Fahrwerk ein souveräner Gleiter, der auch sportliche Ausflüge ermöglicht. Gibt man dem Ford die Kickdown-Sporen, dreht der Vierzylinder allerdings recht laut und weit hoch, bis der Gangwechsel erfolgt. Die Automatik besitzt eine «adaptive Lernfunktion», die die Schaltvorgänge den Straßenverhältnissen sowie dem Fahrstil anpasst. Wenn auf Schnee und Matsch Schlupf entsteht, fährt der Mondeo gleich im zweiten oder dritten Gang an, verspricht Ford.

Solides Paket

Der Motor bietet genügend Kraft
Der Motor bietet genügend Kraft © Foto: Press-Inform

Der neue 2,3-Liter Motor wurde aus dem 2,0-Liter-Aggregat weiterentwickelt. Er ist mit 160 PS und 208 Newtonmetern Drehmoment deutlich schwächer als der Fünfzylinder mit 2,5 Litern Hubraum (220 PS, 320 Newtonmeter), erreicht aber nahezu identische Verbrauchswerte (EU-Drittelmix: 9,3 Liter). Um den Mondeo souverän anzutreiben, bringt der 2,3 Liter in jedem Fall genügend Dampf mit. Die Fahrleistungen spielen trotzdem in einer anderen Liga - mit 10,8 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt der 2,3 l drei Sekunden langsamer als der 2,5 l. Das Sahnehäubchen für den Mondeo wäre freilich ein seidenweicher Sechszylinder unter Deck. Der ist bislang nicht in Sicht, dafür aber ein stärkerer Diesel mit rund 170 PS.

Tempomat mit Zusatzfeature

Der Kofferraum fällt üppig aus
Der Kofferraum fällt üppig aus © Foto: Press-Inform

Gegen Aufpreis ist für den Mondeo ein Tempomat mit dem Abstandsassistenten ACC erhältlich. Damit hält der Ford nicht nur von selbst die Geschwindigkeit, sondern auch automatisch einen bestimmten Abstand zum Vordermann. In der Praxis - ausprobiert wurde es allerdings nur auf einer kurzen Autobahnstrecke - konnte uns das System nicht ganz überzeugen. Der Mondeo bleibt zwar brav im gewählten Abstand hinter dem Vordermann, auf wenn der langsamer wird. Zieht man aber vorbei oder wechselt der Vordermann die Spur, dauert es einige lange Sekunden, bis die Automatik herunterschaltet und sich der Wagen ziemlich schleppend an das voreingestellte Tempo herantastet.

Tadellos gibt sich das Interieur des Mondeo. Saubere Verarbeitung, hochwertige Kunststoffe und optimal verteilte Bedienelemente erfreuen das Auge und den Tastsinn. Reichlich Lebensraum auf allen Sitzen sowie einen üppigen Kofferraum (540 Liter) gibt es schon im Fließheck, der Turnier schippt noch einmal ein sattes Plus an Platz oben drauf.

Ghia-Ausstattung als Empfehlung

Der günstigste Mondeo 2.3 l Automatik ist das Fließheck in der «Trend»-Ausstattung für 27.075 Euro. Empfehlenswert ist die Ghia-Ausstattung (unter anderem Tempomat, ESP, Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung, Nebelscheinwerfer, Bordcomputer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Multifunktions-Lederlenkrad und Regensensor). Der Ghia 2.3 l kostet als Limousine oder Fließheck 28.875 Euro und als Turnier 30.000 Euro.






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