1. September 2010

Fahrbericht Ford Mondeo Klassenkampf in Richtung Premium

Der aufgefrischte Mondeo Turnier
Der aufgefrischte Mondeo Turnier © Foto: Ford

Ford hat den Mondeo nach über drei Jahren aufgefrischt. Neben einer gesteigerten Wertigkeit sollen vor allem die beiden neuen Top-Aggregate den Abstand zum Premium-Segment verringern.




Von Thomas Flehmer

Der Klassenkampf tobt in den verschiedenen Auto-Segmenten. Kleinwagen werden immer größer und erreichen so langsam die Kompaktklasse, die ihrerseits in Richtung Mittelklasse schielt. Dort ist seit einiger Zeit der Trend zu beobachten, dass nicht nur die Vorreiter aus dem Premiumbereich wie Audi A4 oder der 3er BMW ihre Fahrzeuge immer komfortabler in Richtung Oberklasse aufwerten. Ford folgt dem Trend und hat drei Jahre nach der Einführung der neuen Generation den Mondeo überarbeitet und dabei gründlich aufgewertet.


Elegante Leder-Ausstattung

Die Motorhaube wurde stärker konturiert und die beiden Kühlergrills haben die Verschlankung und Verbreiterung von den auf gleicher Plattform stehenden Brüdern S-Max und Galaxy übernommen. Dadurch entsteht eine stärkere Präsenz, die im Vergleich mit dem Vorgänger nicht jedem gefallen wird. LED-Tagfahrlicht gehört in diesen Kreisen schon zum guten Ton ebenso wie die LED-Heckleuchten. Ein seitlicher Lufteinlass deutet die Sportlichkeit des neuen Flaggschiffs an ebenso wie die Doppelauspuffanlage im Heckbereich.

Auch der Innenraum wurde deutlich aufgewertet. Die Verarbeitungsqualität ist verbessert worden, Optik und Haptik liegen im hohen Bereich, neue Farben sind bei den Instrumenten hinzugekommen. Elegant wirkt die Lederausstattung der Top-Variante Titanium.

Zwei neue Topmotoren

Prunkstück der Auffrischung sind aber die beiden neuen Topmotoren, die die jetzt nur noch zwei Modellvarianten, den Turnier genannten Kombi und die Fließhecklimousine, antreiben. Bei den Benzinern geht es heute nicht mehr ohne Direkteinspritzer, Ford offeriert mit dem 2.0 Ecoboost mit Turboaufladung und variabler Nockenwellenverstellung ein Aggregat, das aus dem gerne als Geschäftswagen gewählten Mondeo eine komfortable Reiselimousine macht. Die 176 kW/240 PS beschleunigen das knapp 1,6 Tonnen schwere Flaggschiff zugleich sportlich wie elegant, ähnlich wie ein Sechszylinder.

Die 340 Newtonmeter stehen zwischen 1900 und 3500 Kurbelwellenumdrehungen an und verleihen der Beschleunigung ein Hauch von Komfort, wenn innerhalb von 7,5 Sekunden die 100 km/h erreicht werden. Das Sechsgang-DSG schaltet nicht immer ganz durchzugskraftfrei, arbeitet aber ansonsten sehr zuverlässig. 7,7 Liter gibt Ford als Verbrauch für den neuen Top-Otto an, was einem CO2-Verbrauch von 179 Gramm pro Kilometer entspricht.

Kräftiger Diesel

Auf Selbstzünderbasis arbeitet der 2.2 Duratorq TDCI mit 147 kW/200 PS. Dank 420 Newtonmetern bei 2000 Umdrehungen geht der lediglich mit manueller Schaltung angebotene Diesel ab wie Schmitts Katze. Ein wenig Fußspitzengefühl ist nötig, um den Insassen insbesondere beim Hochschalten in den zweiten oder dritten Gang nicht gleich einen Schrecken einzujagen.

Doch der Schrecken würde eh nicht lange anhalten. Traditionell steckt bei Ford ein gutes Fahrwerk unter der Karosserie, das den Mondeo sicher, schnell und sportlich elegant durch die Kurven führt. Die angegebenen sechs Liter auf 100 Kilometer werden anhand der Fahrfreude kaum Bestand haben können. Beim Selbstzünder vergehen die 8,1 Sekunden für die Beschleunigung wie im Flug, bei 230 km/h hört der Spaß auf. Im Innenraum wird die Geschwindigkeit kaum verspürt. Motorengeräusche bleiben außen, die Sitze halten die Insassen in der Spur, der Komfort hält Einzug.

Moderate Preise

Verdeutlicht wird dieses durch die Assistenzsysteme, die Ford mittlerweile anbietet, die zwar nicht neu sind, aber doch den Premium-Anspruch voll und ganz unterstreichen. Eine in der Windschutzscheibe hinter dem Innenspiegel versteckte hochauflösende Kamera steuert den Spurhalte-Assistenten, den Müdigkeitswarner oder das automatische Fernlicht. Ein Toter-Winkel-Assistent ist ebenso an Bord wie ein Geschwindigkeitsbegrenzer, der vor allem den hohen Anteil an Geschäftswagenfahrern vor unliebsamen Fotos schützen kann.

Trotz der Bestrebungen, in den Premiumbereich einzudringen, gibt sich der ab Mitte November erhältliche neue Mondeo auch beim Preis moderat. Ab 22.590 Euro beginnt der Einstieg in die Mondeo-Welt mit dem 1,6-l-Duratec TI-VCT Benziner mit 88 kW/120 PS. Der Top-Benziner startet bei 34.100 Euro, der Top-Diesel 500 Euro früher. Somit schürt der Mondeo im Vergleich mit einem vergleichbaren Audi A4, der rund 7000 Euro teurer ist, den Klassenkampf innerhalb des Mittelklasse-Segmentes.






Mehr zur Marke Ford

Achte Generation des KleinwagensFord preist Fiesta neu ein

Ford stellt ab Juli den neuen Fiesta ins Schaufenster. Die Basisvariante ist dabei geringfügig teurer geworden, dagegen geht es bei den stärker motorisierten Varianten zum Teil günstiger zu.


Fragen an den Autopapst im März 2017

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen Ford Fiesta.


Kleinwagen mit 200 PSFord Fiesta ST: Warten auf die Rennsemmel

Auf dem Autosalon in Genf enthüllt Ford den Sportler der neuen Fiesta-Generation. Doch bis die kleine Rennsemmel auf den Straßen zu sehen ist, wird erst einmal noch Weihnachten gefeiert.



Mehr aus dem Ressort

Kombi mit sauberem DieselMercedes E-Klasse T-Modell: Dezent auffällig

Das T-Modell der Mercedes E-Klasse vereint die richtige Mischung aus elegantem und sportivem Design in sich. Auch beim Antrieb findet der zum Teil autonom fahrende 220 d den richtigen Grat zwischen Basis- und Topmodell.


Dacia hat dem Sandero viel Wertigkeit zukommen lassen
Kleinwagen mit sparsamen DieselDacia Sandero dCi 90: Revolution mit Komfort

Dacia bietet in jedem Segment das günstigste Modell an. Trotz des völlig ausreichenden Purismus hat die Renault-Tochter dem Bestseller Sandero mehr Komfort zukommen lassen.


BMW X4 neu Aufmacher AG/Mertens
SUV-Coupé mit 190 PSBMW X4: Herrlich polarisierend

Braucht man SUV-Coupés wirklich? Klar, diese Frage stellen wir uns mit Blick auf den BMW X4 auch. Doch lässt man das Geschmäcklerische mal außen vor, dann kann man diesem Auto nach etlichen Testkilometern doch einiges Positives abgewinnen.