30. April 2007

Fahrbericht Ford Mondeo: Liebesgrüße aus Köln

Der neue Ford Mondeo
Der neue Ford Mondeo © Foto: Werk

Seinen ersten Auftritt hatte der neue Ford Mondeo bereits im aktuellen James Bond-Film. Ab Juni stellt die dritte Generation des Passat-Konkurrenten auch seine Alltagstauglichkeit unter Beweis.




Von Thomas Flehmer

Der Auftritt war kurz, aber effektvoll. Auf der Fahrt in ein Hotel muss James Bond mit einem Ford vorlieb nehmen. Was für Agent 007 im Film «Casino Royal» nur ein kleines Intermezzo bedeutete, war für Ford der Aufbruch zu neuen Ufern. schließlich muss die dritte Generation des Mittelklassemodells dafür Sorge tragen, dass das Unternehmen aus Köln seinen Marktanteil wieder steigern kann. 23.000 Mondeos sollen ab dem 16. Juni in diesem Jahr noch in Deutschland verkauft werden, in den Jahren darauf sollen zwischen 35.000 und 40.000 neue Mondeo-Fahrer hinzu kommen. Die ersten Testfahrten zeigten, dass der Mondeo dabei nicht nur zum Agententransport geeignet ist.


Dynamische Frontpartie

Auffälligstes Merkmal ist die völlig überarbeitete Frontpartie, die bereits schon bei den Plattform-Schwestern S-Max und Galaxy zum Tragen kam. «Kinetic Design» nennt Ford die neue Linie, die dem Hoffnungsträger mehr Emotionalität verschaffen soll. In der Tat kommt der Ford sehr viel dynamischer daher. Zwei Kühlergrille sowie die beiden Hauptscheinwerfer unterstreichen den emotionalen Ansatz weg vom normalen langweiligen Design aus früheren Jahren. Die im Stoßfänger angebrachten Nebelscheinwerfer demonstrieren weitere Sportlichkeit.

An den Seiten vermitteln die vergrößerten Radläufe Potenz. Das Heck der in den Versionen Fließheck, Limousine oder Turnier erhältlichen Mittelklasse fällt dagegen etwas ab. Hier wurden die Vorgaben der vor zwei Jahren auf der IAA in Frankfurt vorgestellten Studie Iosis nicht so gut umgesetzt.

Innenraum gewinnt an Format

Viel Platz im Innenraum
Viel Platz im Innenraum © Foto: AG/Flehmer

Dagegen kann der Innenraum glänzen. Hier fällt sofort die neu gestaltete Mittelkonsole mit Alu-Verkleidung auf. Aber auch die Anzeigen und höherwertigen Materialien können punkten. Hinzu kommen noch zahlreiche Ablagemöglichkeiten. Kein Thema: Hier können sich auch Agenten wohlfühlen.

Auch hinten ist viel Platz. Kein Wunder, ist doch der Mondeo um 47 Millimeter in der Länge auf 4,78 Meter angewachsen. Die Limousine misst sogar 4,84, der Kombi ist ein Zentimeter kürzer. Sehr viel Eindruck macht der Kofferraum, der sich beim Turnier bis auf 1745 Liter erweitern lässt. Doch auch schon beim Fließheckmodell ist enorm viel Platz vorhanden.

Kein neuer Motor

Die Rückansicht des Turnier
Die Rückansicht des Turnier © Foto: Werk

Enttäuschend dagegen ist das Motorenangebot. Hier setzt Ford auf altbekannte Aggregate zum Teil auch von diversen Kooperationspartnern. Gerade in Zeiten der Klimadiskussion hätte ein neues Triebwerk - zum Beispiel ein weiterhin fehlender Benzin-Einspritzer - dem Konzern gut getan. Nun kann der Kunde zwischen drei Benzin- und drei Dieselmotoren, die mit einem Spektrum von 74 kW/100 PS bis 162 kW/220 PS aufwarten, wählen. Ab dem Sommer kommt von Mazda noch ein 2,3 Liter-Benziner mit 160 PS hinzu.

Ford rechnet damit, dass der von uns gefahrene 2,0 Liter TDCI mit 96 kW/130 PS als Turnier in der Ausstattungsvariante Trend zum Volumenmodell aufsteigen wird. Trotz der 320 Nm, die zwischen 1750 und 2240 U/min anliegen, kommt der 1,6 Tonner eher behäbig in Fahrt. Doch anschließend versprüht der Selbstzünder genügen Power. Während Fließheck und Limousine den Sprint bei 202 km/h beenden, ist beim Turnier bei völlig ausreichenden 197 km/h Schluss. 5,9 Liter auf 100 km/h gibt Ford als Verbrauch an, bei den Testfahrten mit Abschnitten im Agententempo gab der Bordcomputer 7,4 Liter an.

Überzeugendes Fahrwerk

Kein falsches Betanken mehr
Kein falsches Betanken mehr © Foto: Werk

Absolut überzeugend agierte das Fahrwerk. Selbst auf kurvigen Landstraßen hielt der Mondeo ohne Irritationen souverän die Spur. Unebenheiten wurden gut abgefedert. Der Wechsel vom Komfort- zum Sportmodus machte sich aber kaum bemerkbar, aber das ist auch eher peripher. Insgesamt vermittelte der Mondeo einen sehr sicheren, souveränen Auftritt.

Angesichts von zahlreichen Sicherheitsfeatures - gegen Aufpreis kann auch eine Abstandskontrolle mit Kollisionswarnsystem geordert werden - rechnet Ford mit der Höchstwertung von fünf Sternen beim Euro-NCAP-Crashtest. Sehr sinnvoll ist der speziell entwickelte Tankverschluss, der eine Fehlbetankung verhindert. Land Rover hatte dieses System bereits im vergangenen Jahr eingeführt.

Automatik ab zweitem Halbjahr

Dynamische Seitenlinie
Dynamische Seitenlinie © Foto: Werk

Während der günstigste Mondeo als 1,6 L TI-VCT mit 81 kW/110 PS als Fließheckmodell in der Ausstattungsvariante Trend bei 21.990 Euro beginnt, startet unser Testwagen in der Basisausstattung Ambiente und einem Sechsgang-Schaltgetriebe bei 26.725 Euro.

Wird der Passant-Konkurrent mit der ab dem zweiten Halbjahr zur Verfügung stehenden Automatik bestellt, sind mindestens 28.725 Euro fällig, damit man ein richtiges Agentenauto in Alltag fahren kann.






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