19. Mai 2008

Fahrbericht Ford Mondeo 2.2 TDCi Mit Nachdruck

Flott um die Kurve mit dem neuen Diesel
Flott um die Kurve mit dem neuen Diesel © Foto: Ford

Leichter, leiser, kraftvoller, sparsamer - Ford bietet für Mondeo, S-Max und Galaxy einen neuen Top-Dieselmotor an. Wir sind den Turbo-Selbstzünder im Mondeo gefahren.




Von Jürgen Wolff

Prof. Rudolf Menne, Forschungsleiter von Ford Europa und Chef des hauseigenen Forschungszentrums in Aachen, ist ein nüchtern kalkulierender Wissenschaftler. Was ihn beeindruckt, sind vor allem Zahlen. Und mit denen kann er bei dem neuen Diesel-Aggregat gut glänzen. Nur 200 Kilogramm wiegt das neue Aggregat, das Ford und PSA (Peugeot, Citroen) unter Federführung der Aachener Ingenieure entwickelt haben und das bei PSA im französischen Tremery gebaut wird. 200 Kilo sind für einen 2,2-Liter-Diesel relativ wenig. Aus den Tiefen seiner vier Zylinder schöpft er 129 kW/175 PS - 35 PS mehr als der bislang stärkste Diesel im Mondeo mit seinen zwei Litern Hubraum. Dazu kommt ein sattes maximales Drehmoment von 400 Nm, das ab 1750 U/min. anliegt. Im Overboost lassen sich kurzzeitig sogar 420 Nm abrufen.


Moderater Mehr-Preis

Der Mehr-Preis für die Mehr-Leistung ist relativ moderat: Gegenüber dem 2,0-Liter TDCi mit 140 PS, der auch weiterhin im Programm bleiben wird, kostet der neue Duratorq 1250 Euro mehr. Und der Mehr-Verbrauch hält sich in Grenzen. Im Schnitt verbraucht der 2,0-Liter Diesel 5,9 Liter auf 100 km, der neue 2,2-Liter Selbstzünder will 6,2 Liter. Schlüsselt man die Verbräuche etwas auf, sieht das Bild schon günstiger aus: Bei Überlandfahrten verbrauchen beide nach dem DIN-Verfahren 4,9 Liter. Den Unterschied macht die Stadt: Dort begnügt sich der kleinere Diesel mit 7,6 Liter während der neue 8,4 Liter schluckt. Ein Reisewagen also vor allem - was auch der Hauptklientel des oft als Geschäftswagen fahrenden Mondeo entspricht.

Eine erste Testfahrt liefert denn auch einen Grund dafür, warum sich die Verbrauchswerte trotz deutlich mehr Leistung nur innerstädtisch unterscheiden: Der neue Diesel will im Stadtverkehr fleißig geschaltet und gedreht werden. Anders als erwartet und von Ford auch gepriesen ist die Elastizität im Drehzahlkeller unterhalb von 1700 U/min. eher bescheiden: Bei wenig Touren fängt der Diesel schnell an, sich zu beschweren und beginnt deutlich zu stuckern - bis er einen Gang weniger und mehr Gas bekommt. Ansonsten ist der Fortschritt deutlich spürbar, den Ford vor allem mit einer neuen Common-Rail-Direkteinspritzung von Bosch und mit einem Turbolader erreicht, dessen variable Turbinengeometrie exakter auf das elektronische Gaspedal abgestimmt wurde. Die Common-Rail-Einspritzung verfügt über Piezo-Injektoren und Siebenloch-Einspritzdüsen, die den Kraftstoff mit einem Druck von bis zu 1800 bar deutlich feiner und mit sechs Teileinspritzungen pro Arbeitstakt injiziert.

Fahrspaß garantiert

Der 2,2 TDCi-Motor
Der 2,2 TDCi-Motor © Foto: Ford

Entsprechend spritzig ist das Fahrverhalten - objektiv wie subjektiv und sieht man einmal von dem erwähnten Unmut über niedrige Drehzahlen ab. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der Mondeo mit dem neuen Diesel in 8,7 Sekunden, Schluss mit dem Vortrieb ist erst bei 223 km/h. Alleine ist der Mondeo so allerdings nicht unterwegs. Sein schärfster Konkurrent, der VW Passat 2.0 TDI kommt bei 325 Euro mehr als Basispreis auf exakt die gleichen Fahrwerte - und den gleichen Verbrauch.

Spaß und Sicherheit bringt der Mondeo-Diesel allemal. Überholvorgänge sind zügig abgehakt, zumal die Overboost-Funktion für einen zusätzlichen Kick sorgt und die 6-Gang-Handschaltung den Motor präzise und bestens abgestimmt unterstützt. Flotte Serpentinenfahrten oder lange Steigungen auf der Autobahn - der Mondeo meistert alles problemlos und trotz 2,2 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Dazu kommt das bekannt souveräne Fahrwerk, das kurvenreiche ebenso wie lange Strecken zum Vergnügen werden lässt.

15 Prozent für neuen Motor

Der Einstieg beginnt bei 28.500 Euro
Der Einstieg beginnt bei 28.500 Euro © Foto: Ford

Knapp 15 Prozent aller Mondeo-Kunden, schätzt man bei Ford, werden sich für den neuen Motor entscheiden. Der Einstiegspreis beginnt für den Fließheck-Mondeo in der Ausstattungsversion Trend bei 28.500 Euro, der Kombi startet 1000 Euro teurer. Neu ist die sportlich-edle Ausstattungslinie Titanium S als Top-Paket unter anderem mit Styling-Paket, Bi-Xenon-Scheinwerfern mit Abbiegelicht, elektrisch verstellbaren Sportsitzen und etlichen weiteren Annehmlichkeiten. Die Fließheckversion kommt solcherart veredelt auf 33.500 Euro, der Kombi auf 34.500 Euro. Partikelfilter und Overboost inklusive.






Mehr zur Marke Ford

Plugin-Hybrid-Variante folgt 2019Ford schickt Transit Custom in die Moderne

Ford hat den Transit Custom überarbeitet. Der Kleintransporter erhielt neben einer neuen Front vor allem die Techniken, die vor Unfällen schützen – und auch im Innenraum hat sich einiges getan.


Vierte Generation der MittelklasseFord Mondeo: Die Leiden des Dienstwagens

Der Ford Mondeo verfügt über die typischen Dienstwagen-Qualitäten. Doch besonders benutzte Mittelklassemodelle leiden dann auch unter den typischen Dienstwagen-Beanspruchungen.


Neues AusstattungspaketFord schärft Focus RS nach

Ford verstärkt den Fahrspaß beim Focus RS. Der Kompaktsportler erhält mit dem Paket Blue & Black neben einem Sperrdifferenzial zugleich neue Farbtöne.



Mehr aus dem Ressort

Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.


Der Suzuki Ignis sticht aus der Menge heraus
Kleinwagen mit AllradantriebSuzuki Ignis: Feuer und Flamme in Kistenformat

Suzuki beweist Mut. Die Neuauflage des Ignis polarisiert durch ihr Erscheinungsbild, erzeugt aber im realen Alltag als praktischer Kleinwagen mit eigenem Outfit eine gewisse Wärme.


Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände
Erster Pickup der MarkeMercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.