26. August 2009

Fahrbericht Ford Kuga 2.5 l 4X4 Schickes Raubtier

Der Ford Kuga 2.5 l 4x4
Der Ford Kuga 2.5 l 4x4 © Foto: Ford

Der Kuga zeigt die Krallen. Mit 200 PS ist das Top-Modell ordentlich motorisiert, aber auch durstig. Das Ford-SUV kann vieles nicht besser als die Konkurrenz, dafür ist das Angebot an Extras und Zierrat enorm.




Von Sebastian Viehmann

Besser spät als nie, dachte sich Ford - und schickte im vergangenen Jahr den Kuga auf die Jagd, um möglichst viele Tiguans zu reißen. Bislang kann sich Ford allerdings noch keinen VW-Grill als Jagdtrophäe über den Kamin hängen. Im ersten Halbjahr 2009 lag der Tiguan mit rund 26.000 Neuzulassungen nach wie vor an der Spitze der Nahrungskette, gefolgt vom Audi Q5 (10.865 Zulassungen). Der Kuga landet mit 7085 Zulassungen aber immerhin auf Platz drei und schiebt sich damit noch vor BMW X3 und Mercedes GLK.


Sehr weich gepolstert

Mit seiner dramatisch gepfeilten Front und dem schicken Hüftschwung setzt Fords SUV ganz auf Dynamik. Auch innen legen die Kölner viel Wert auf Design. Das Kuga-Cockpit wirkt mit der großen silbernen Zierblende an der Mittelkonsole technisch-kühl, der Schalthebel sitzt leicht erhöht und griffgünstig an der Mittelkonsole. Je nach Ausstattung ist die Innenseite der Tür mit einer ledernen Armablage versehen, die beim entspannten Cruisen für Gemütlichkeit sorgt. Negativ fallen die zu weich gepolsterten Sitze auf, die wenig Seitenhalt bieten. Der Kofferraum fasst 410 Liter und ist damit im Klassenvergleich eher klein (VW Tiguan: 505 Liter, Renault Koleos: 450 Liter, Toyota RAV4: 469 Liter, BMW X3: 480 Liter, Volvo XC60: 495 Liter). Der Platz im Fond ist für Erwachsene am Kopf nicht besonders üppig, und auch praktische Ablagen vermisst man.

Der 2,5-Liter Benziner mit 147 kW / 200 PS ist die Top-Motorisierung des Kuga. Der Reihenfünfzylinder hat eine ganz eigene Charakteristik - nicht ganz so souverän wie ein Sechszylinder, aber weniger angestrengt und vom Sound her eine Spur satter als ein Vierzylinder. Ab 1600 Touren liegen 320 Newtonmeter Drehmoment an. Damit steht dem Kuga auch ohne Drehzahlorgien oder häufiges Herunterschalten reichlich Kraft zur Verfügung, und Überholmanöver lassen sich entspannt absolvieren. Auch für schnelles Reisen eignet sich der kultivierte Fünfzylinder perfekt. Nur das Sechsgang-Schaltgetriebe wirkt mit seinen langen Wegen nicht sehr knackig. Irritierend für Ford-Unkundige sind der Startknopf - er befindet sich hoch oben auf der Mittelkonsole beim Warnblinkschalter - und natürlich die Motorhaubenöffnung, die per Schlüsseldreh hinter dem hochklappbaren Ford-Zeichen an der Haube erledigt wird.

14 Liter in der Stadt

Schicker Innenraum
Schicker Innenraum © Foto: Ford

Nachteil des starken Motors ist der hohe Verbrauch. Im Drittelmix fließen laut Werksangabe 9,9 Liter pro 100 Kilometer durch die Leitungen, im Stadtverkehr sind es fast 14 Liter. Vielfahrer dürften daher mit dem Zweiliter-Dieselmotor (100 kW / 136 PS, ab 26.600 Euro) glücklicher werden, der sich im Schnitt 6,1 Liter genehmigt. Während der Kuga 2,5 l nur mit Allradantrieb zu haben ist, hat man beim Diesel die Wahl zwischen Front- und Allradversion. Im Kuga 2X4 lassen sich damit gegenüber dem 4X4 nicht nur 2000 Euro sparen, sondern im Schnitt auch 0,3 Liter Diesel pro 100 Kilometer. In Sachen Fahrkomfort ist der Kuga eine Spur amerikanischer abgestimmt als Tiguan oder Q5 - soll heißen, er fährt sich nicht ganz so straff. Das Kurvenverhalten ist dennoch erfreulich agil und der Federungskomfort ordentlich.

Fords Kompakt-SUV gibt es in zwei Ausstattungslinien. Als «Trend» ist der Kuga 2.5 4X4 ab 28.600 Euro zu haben (VW Tiguan 2.0 TSI / 200 PS: ab 30.800 Euro; Renault Koleos 2.5 / 171 PS: ab 27.900 Euro; Audi Q5 2.0 TSI / 211 PS: ab 40.700 Euro; Land Rover Freelander i6 S / 233 PS: ab 38.000 Euro). An Bord des Kuga Trend sind unter anderem elektrische Außenspiegel und Fensterheber, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad und Bordcomputer. Mit Titanium-Paket kostet der Wagen 30.600 Euro (32.100 Euro mit Automatikgetriebe) und hat unter anderem Klimaelektronik, Tempomat, Leder-Stoff-Polsterung, Lichtautomatik und Regensensor zu bieten.

Viele Individual-Pakete

Dynamische Formen am Heck
Dynamische Formen am Heck © Foto: press-inform

Die entsprechenden Finanzmittel vorausgesetzt, kann man sich den Kuga mit einer Vielzahl von Optionen innen wie außen individuell gestalten. Extras gibt es einzeln oder in verschiedenen Paketen zusammengefasst, dazu kommen für 2500 Euro Fords Individual-Pakete mit spezieller Lederausstattung und reichlich Zierrat im Innenraum. Abgerundet wird das Angebot durch Zubehör wie Fahrrad-, Surfbrett-, Kajak- und Snowboard-Träger.






Mehr zur Marke Ford

Achte Generation des KleinwagensFord preist Fiesta neu ein

Ford stellt ab Juli den neuen Fiesta ins Schaufenster. Die Basisvariante ist dabei geringfügig teurer geworden, dagegen geht es bei den stärker motorisierten Varianten zum Teil günstiger zu.


Kleinwagen mit 200 PSFord Fiesta ST: Warten auf die Rennsemmel

Auf dem Autosalon in Genf enthüllt Ford den Sportler der neuen Fiesta-Generation. Doch bis die kleine Rennsemmel auf den Straßen zu sehen ist, wird erst einmal noch Weihnachten gefeiert.


Messen der FahrtüchtigkeitFord feiert Karneval auch ohne Hangover

Weiberfastnacht hat den ein oder anderen heute schon mit Kopfschmerzen aufstehen lassen. Ford misst im so genannten Hangover-Anzug, ob die Fahrtüchtigkeit schon wieder hergestellt ist.



Mehr aus dem Ressort

Mercedes GLE Coupe neu Aufmacher AG/Mertens
Kein Auto für die StadtMercedes GLE Coupé: Ein großes Missverständnis

Es gibt Autos, mit denen wird man persönlich nicht warm. Man versucht es, man bemüht sich, doch letztlich scheitert man. Das kommt ziemlich selten vor, doch beim Mercedes GLE Coupé war das der Fall. Warum? Lesen Sie unseren Fahrbericht


Der Opel Ampera-e ist der Reichweiten-Champion der Elektroautos
Geringe Verfügbarkeit des ElektroautosOpel Ampera-e: Dynamischer Reichweiten-Champion

Die Angst vor fehlender Reichweite hat Opel mit dem neuen Ampera-e zu den Akten gelegt. Dafür bauen sich andere Hürden auf, die der Stromer-Champion überwinden muss, damit sich das Straßenbild auch mit dem Fünfsitzer füllt.


Der Vesta soll Lada neuen Schwung bringen
Kompaktklasse aus RusslandLada Vesta: Von der römischen Göttin zum russischen Stufenheck

Mit dem Vesta will Lada das angestaubte Image ablegen. Zwar wird der Kompakte in für hiesige Längengrade zunächst nur in der ungewöhnlichen Stufenheck-Variante angeboten, bietet dabei aber doch einige Farbtupfer.