23. Oktober 2008

Fahrbericht Ford Ka Hauptgewinn mit Olga

Der neue Ford Ka
Der neue Ford Ka © Foto: AG/Flehmer

Zwölf Jahre nach der Markteinführung kommt der Ford Ka in zweiter Generation. Der mit Kooperationspartner Fiat entwickelte Kleinstwagen entpuppt sich dabei als der bessere 500er.




Von Thomas Flehmer

Nein, Olga Kurylenko war leider nicht mit an Bord. Die Ukrainerin spielt im neuen Bond-Film «Ein Quantum Trost» das Bond-Girl Camille und chauffiert den Agenten im Dienste ihrer Majestät eine gute Minute lang durch den Streifen mit einem neuen Ford Ka, der mit einer Brennstoffzelle ausgestattet ist. Doch was im Film Realität ist, ist in der Realität noch Fiktion. Denn ganz so weit sind sie bei Ford noch nicht.


Zwei Motoren im Angebot

So begnügt sich die neue Generation des Ka mit zwei Verbrennungsmotoren, einem Benziner mit 51 kW/69 PS und einem - in dem unteren B-Segment nicht gerade üblich - Diesel, der über 55 kW/75 PS verfügt. Während der 1,2 Liter-Benziner mit dem relativ kleinen Drehmoment von 102 Newtonmetern, die bei 3000 U/min unterwegs ist, reichen dem 1.3 TDCI bereits 1500 Touren, um die maximale Kraftentfaltung von 145 Nm bis zu 3500 Kurbelwellenumdrehungen auszuleben.

Und gerade auf längeren und schnelleren Strecken spielt der Selbstzünder seine Stärken aus. Denn im Gegensatz zum Kooperationspartner Fiat und deren Kultmobil 500 hat Ford das Fahrwerk des auf gleicher Plattform stehenden Ka weiter optimiert und das Fahrzeug Agententauglich gemacht und den besseren 500er produziert. Hinten wurde am Chassis ein zusätzlicher Stabilisator eingefügt, der Stabilisator vorne angepasst, die Rollfestigkeit um 70 Prozent erhöht, sowie die Software der elektrischen Servolenkung umprogrammiert und die Lenkgeometrie verändert.

ESP nur optional

Das Heck ist schmaler geworden
Das Heck ist schmaler geworden © Foto: AG/Flehmer

So ausgestattet müssen Verfolgungsjagden über kurvige Landstraßen nicht den Schauspielern oder Stuntmen vorbehalten bleiben - jedenfalls mit dem Diesel. Während der Benziner mehr für die Stadt konzipiert ist, versprüht der Selbstzünder seinen Reiz auch außerhalb geschlossener Ortschaften. So agiert die Lenkung äußerst direkt und verscheucht jegliche Gedanken an frühere Kleinwagen, für die die Kurvenfahrt mit 40 km/h schon zur Mutprobe avancierte.

Einen weiteren Vertrauensbeweis liefert das optional erhältliche ESP ab, das erst spät in das Geschehen eingreift. Angesichts der guten Straßenlage des Ka wird der Schleuderblocker deshalb wohl wirklich nur nach Fahrfehlern zum Einsatz kommen.

Ähnlichkeiten mit Knutschkugel

Sehr rundlich
Sehr rundlich © Foto: AG/Flehmer

Dass bei 161 km/h (Benziner 159 km/h) der Spaß im fünften Gang schon aufhört, hat auch seine Vorteile, denn nur so ist der von Ford angegebene Verbrauch von 4,2 Litern Diesel auf 100 km/h und einer CO2-Emission von 112 Gramm pro Kilometer zu halten. Der Benziner, der zwei Stundenkilometer zuvor seine Höchstgeschwindigkeit erreicht hat, genehmigt sich einen Liter mehr.

Während Ford beim Fahrwerk seine Unterschiede zum Fiat deutlich unterstreicht, sind die Unterschiede der Karosserie zwar noch zu sehen, aber nicht so zwingend. Je länger man den neuen Ka betrachtet, um so mehr scheint der 3,62 Meter kleine Ka dem italienischen Halbbruder zu ähneln. Aus dem eigenständigen Ka, der 1996 in den Markt eingeführt wurde, ist eine Knutschkugel geworden.

Freundliches Gesicht

Hübscher Innenraum
Hübscher Innenraum © Foto: Ford

Die lang gezogenen Frontscheinwerfer wirken deshalb ein wenig fehl an den Enden der Motorhaube. Doch das Gesicht bleibt trotzdem freundlich. Die zehn Zentimeter Höhenunterschied im Vergleich zum Vorgänger haben das Dach noch weiter ausgebeult, das Heck jedoch wirkt schmaler als bei der ersten Generation.

Natürlich kommt das höher gelegene Dach den Personen im Innenraum zu Gute, jedenfalls den beiden Passagieren auf den Vordersitzen. Sie verfügen über ausreichend Platz für Körper und Beine. Die Insassen auf den beiden hinteren Sitzen müssen sich gleich dreifach quetschen: beim Ein- und Aussteigen sowie mit einer geringen Schulterhöhe wegen des abfallenden Daches.

Hohe Ziele

Das
Das "Bond-Auto" © Foto: Ford

Gar nicht abfallend sind die Ziele von Ford mit dem 500er Halbbruder. Der im polnischen Tichy gefertigte Ka soll im kommenden Jahr 22.000 neue Käufer beglücken. Die müssen auf Versionen wie Street- oder Sportka verzichten, nur eine Econetic-Variante ist für kommendes Jahr angepeilt.

So bleibt es zunächst bei den beiden Motoren und jeweils zwei Ausstattungslinien. In der Einstiegsversion Trend kostet der Benziner 9750 Euro, die höhere Ausstattungsvariante Titanium ist für einen Tausender mehr erhältlich. Die Dieselversion, für die sich laut Ford aber nur acht Prozent entscheiden werden, beginnt zwei Tausender später - jeweils ohne Olga Kurylenko, die fährt nur für Bond.






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